Trump stellt plötzlich neue Forderung – Atom-Deal wankt nach Unterzeichnung

Stand: 24.07.2026, 13:00 Uhr

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Trump stellt nach der Unterzeichnung neue Bedingungen für den Atom-Deal mit Saudi-Arabien.

Washington – Donald Trump will den bereits unterzeichneten Atom-Deal mit Saudi-Arabien offenbar nachträglich an eine neue Bedingung knüpfen. Das Königreich soll erst amerikanische Nukleartechnik erhalten, wenn es diplomatische Beziehungen zu Israel aufnimmt. Diese Voraussetzung war in der ursprünglichen Vereinbarung nicht enthalten.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Der US-Präsident erklärte einen Tag nach der Unterzeichnung, das Abkommen sei „vollständig davon abhängig“, dass Saudi-Arabien den Abraham-Abkommen beitrete. Diese regeln die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten. Die neue Forderung könnte den gesamten Atom-Deal gefährden, wie der US-Sender MS NOW berichtet.

Trump stellt plötzlich neue Forderung – Atom-Deal wankt nach Unterzeichnung

Trump stellt nach der Unterzeichnung neue Bedingungen für den Atom-Deal mit Saudi-Arabien. © © IMAGO / ABACAPRESS / Archivbild

„Das zivile Atomabkommen wird genehmigt, ist aber vollständig davon abhängig, dass Saudi-Arabien dem hoch angesehenen und erfolgreichen Abraham-Abkommen beitritt“, schrieb Trump am Donnerstag (23. Juli) auf seiner Plattform Truth Social. Zugleich versicherte er, in Saudi-Arabien werde kein Uran angereichert. Das Abkommen betreffe ausschließlich eine friedliche Nutzung der Kernenergie.

Trump fordert Beitritt zu Abraham-Abkommen

Die ursprüngliche Mitteilung des Weißen Hauses enthielt die Forderung nach einer Annäherung an Israel jedoch nicht. Auch Saudi-Arabien hat der zusätzlichen Bedingung bislang nicht zugestimmt. Riad lehnt einen Beitritt zu den Abraham-Abkommen seit Langem ab, solange kein klarer Weg zu einem palästinensischen Staat vereinbart ist, meldet MS NOW.

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bestätigte den Kurswechsel bei einer Pressekonferenz. „Dieses Abkommen mit Saudi-Arabien ist aus Sicht des Präsidenten von dieser Bedingung abhängig“, sagte sie laut dem US-Magazin New Republic. Die Regierung werde weiter mit den saudischen Partnern sprechen, um die Vereinbarung abzuschließen.

Auf die Frage, warum die Voraussetzung bei der Bekanntgabe des Deals nicht erwähnt worden sei, antwortete Leavitt: „Der Präsident ist immer derjenige, der am Ende den Deal macht.“ Konkrete Schritte, mit denen Washington Saudi-Arabien zum Einlenken bewegen will, nannte sie dem Bericht zufolge nicht.

Riad sieht offenbar keinen Verhandlungsspielraum

Leavitt erklärte zunächst, Trump habe mit Saudi-Arabien bereits mehrfach über die Abraham-Abkommen gesprochen. Nach Angaben von MS NOW räumte sie jedoch zugleich ein, dass der Präsident die neue Bedingung nicht direkt mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erörtert habe. Dennoch stellte sie klar: „Wenn sie den Abraham-Abkommen nicht beitreten, ist der Deal vom Tisch.“

Das Vorgehen erinnert an eine Verhandlungstaktik, die Trump seit Jahrzehnten öffentlich vertritt: Druck aufbauen und die eigenen Einflussmöglichkeiten ausspielen. „Use your leverage“ – nutze dein Druckmittel – lautet einer der Grundsätze in seinem Buch „The Art of the Deal“. Entscheidend sei, aus einer Position der Stärke zu verhandeln und der Gegenseite klarzumachen, dass man über etwas verfüge, das sie brauche.

Aus Riad kam offenbar Widerspruch. Eine saudische Quelle erklärte gegenüber der Journalistin Laura Rozen, das Abkommen sei bereits unterzeichnet worden. „Es gibt also nichts neu zu verhandeln“, zitierte New Republic die Quelle. Beiträge in sozialen Netzwerken könnten unterzeichnete Vereinbarungen nicht außer Kraft setzen.

Der Deal soll Saudi-Arabien Zugang zu amerikanischer Technik für ein ziviles Atomprogramm verschaffen. Kritiker warnen, dass ein solches Programm langfristig auch eine Urananreicherung im Königreich ermöglichen könnte. Der Politikwissenschaftler Dan Drezner schrieb laut MS NOW, zu den klaren Gewinnern gehörten vor allem Saudi-Arabien und der US-Nuklearkonzern Westinghouse.

Quellen: MS NOW, New Republic, Truth Social, nif/red.