Stand: 24.07.2026, 12:58 Uhr
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Die junge Reiterin vom Verdener RV Graf von Schmettow gewann jetzt die Führzügel-Landesmeisterschaften.
Mit strahlenden Augen, einem breiten Lächeln und dem Schul-Pony Biscuit an der Seite kehrte Mia Otto vom Verdener RV Graf von Schmettow von den Führzügel-Landesmeisterschaften zurück – und hatte allen Grund zum Feiern. Die junge Reiterin sicherte sich den Landesmeistertitel und bescherte ihrem Reitschulbetrieb damit einen Moment, den dort wohl niemand so schnell vergessen wird und der Gänsehaut verursachte.
Es war eine richtige Sternstunde – für uns alle.
Für Trainerin Ann Kathrin „Kathi“ Schwanstecher war der Triumph weit mehr als ein sportlicher Erfolg. „Es war für uns eine große Sache“, sagt sie rückblickend. Denn hinter dem Titel steckt eine Geschichte von Gemeinschaft, Leidenschaft und Menschen, die sich ihren Traum mit viel Einsatz erarbeitet haben.
Kathi Schwanstecher betreibt mit dem Pferdehof Lueßen einen kleinen Schulbetrieb, in dem viele Kinder das Reiten lernen. Die Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch deutlich von denen großer Turnierställe. „Unsere Reiter haben es auf Turnieren oft schwer, weil sie nur begrenzt Zugang zu Reitunterricht haben. Häufig sind es Familien, die nicht viel Geld haben und hart dafür arbeiten, dass ihre Kinder reiten können“, erklärt die Trainerin. Umso größer war die Freude, als sich gleich zwei Nachwuchsreiterinnen für die Landesmeisterschaften qualifizieren konnten: Mia Otten und Milla. „Beide sind total süße und talentierte Mädchen, die Pferde über alles lieben“, beschreibt Schwanstecher ihre Schützlinge.
Die Reise zu den Landesmeisterschaften wurde zu einem Gemeinschaftsprojekt. Der gesamte Schulbetrieb unterstützte die jungen Reiterinnen, organisierte die Fahrt und fieberte gemeinsam mit. Was dort entstand, war weit mehr als ein Turnierausflug – es war ein Erlebnis, das alle zusammenschweißte. Als Mia mit Biscuit schließlich den Landesmeistertitel gewann, kannte die Freude keine Grenzen mehr. „Das war so ein Traum für das Kindt“, erzählt Schwanstecher. Die Emotionen auf und neben dem Turnierplatz waren überwältigend. Besonders bewegend sei gewesen, dass der Erfolg nicht nur Mia gehörte. Er wurde von allen mitgetragen – von den Stallkameraden, den Eltern, den Helfern und der Trainerin. „Es war eine richtige Sternstunde – für uns alle“, sagt Schwanstecher.
Der Titel von Mia Otten und Pony Biscuit zeigt eindrucksvoll, dass große Erfolge nicht nur in professionellen Leistungszentren entstehen. Mit Herzblut, Zusammenhalt und der Liebe zu den Pferden können auch kleine Schulbetriebe große Geschichten schreiben. Für Mia wird der Landesmeistertitel wohl unvergessen bleiben. Für ihren Reitstall ist er ein Symbol dafür, dass Träume wahr werden können – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten. Manchmal braucht es dafür nur ein talentiertes Mädchen, ein zuverlässiges Pony namens Biscuit und eine Gemeinschaft, die fest an ihre Kinder glaubt.