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Der Krieg gegen den Iran geht weiter, die Lebenshaltungskostenkrise spitzt sich zu, und die Chancen der Republikaner, bei den Novemberwahlen die Kontrolle über den Kongress zu behalten, schwinden zusehends. Donald Trump hat derweil ganz andere Prioritäten: Er widmet sich der Renovierung von Washington, D.C. Am Mittwochabend sinnierte der Präsident darüber, das Kennedy Center „niederzureißen“, falls die Gerichte ihm nicht erlauben, seinen Namen daran anzubringen – und wenige Stunden später postete er ein Bild des U.S. Marine Corps War Memorial, umringt von Baumaschinen und von Kopf bis Fuß in Gold getaucht.
Das Marine Corps War Memorial zeigt eine der ikonischsten Szenen des Zweiten Weltkriegs: US-Soldaten, die nach der Schlacht von Iwo Jima eine amerikanische Flagge hissen. Es ist ein Symbol amerikanischer Standhaftigkeit – und zugleich ein Mahnmal für alle Marines, die im Kampf gefallen sind. „Zu Ehren und im Gedenken an die Männer des United States Marine Corps, die seit dem 10. November 1775 ihr Leben für ihr Land gegeben haben“, lautet die Inschrift.
Kurz gesagt: Hier geht es nicht um Glanz und Glamour, und es braucht keiner großen Erklärung, dass eine Vergoldung durch Trump für viele Veteranen eine tiefe Beleidigung wäre. „Wenn er versucht, das Ding goldfarben anzustreichen, stürme ich das Capitol“, schrieb der ehemalige Marine und Chefredakteur von MediasTouch auf X.
Es wäre kaum eine Überraschung, sollte Trump das Memorial tatsächlich anfassen wollen. Das Oval Office hat er bereits mit kitschigem Golddekor vollgestopft, die „Arts of War“-Statuen neben dem Lincoln Memorial ließ er ebenfalls vergolden. Dazu hat er den Ostflügel des Weißen Hauses abreißen lassen, um einen protzigen Ballsaal zu bauen, einen freihändig vergebenen Auftrag an eine Firma erteilt, die vergangene Woche einräumte, die Neugestaltung des Spiegelbeckens am Lincoln Memorial vermasselt zu haben – und einen „Triumphbogen“ vorgeschlagen, der laut eigenen Angaben der Regierung „nachteilige Auswirkungen“ auf umliegende historische Stätten haben werde, darunter den Nationalfriedhof Arlington.
Das „Donald J. Trump U.S. Marine Corps War Memorial“ könnte das nächste Projekt sein.