Stand: 18.09.2026, 08:02 Uhr
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Der EC Bad Nauheim hat zur Saison 2026/27 einen personeller Umbruch vollzogen; in Kabine und der Geschäftsstelle
2022 und 2023 Halbfinale und Finale. 2024 und 2025 Last-Minute-Rettungen in die Pre-Playoffs. 2026 Playdowns! Allein sieben Trainer haben den EC Bad Nauheim in den vergangenen zweieinhalb turbulenten Jahren gecoacht. Jetzt wird innerhalb der Spielbetriebs GmbH ein struktureller Umbruch vollzogen, in der Kabine (14 Neuzugänge) wie in der Geschäftsführung. Andreas Ortwein ist nach 18 Jahren offiziell als Geschäftsführer ausgeschieden, steht unterstützend und beratend zur Seite. Alleiniger Geschäftsführer ist Christopher Fiori. Mit Daniel Heinrizi leisten sich die Roten Teufel zudem erstmals einen externen sportlichen Berater. Mit dem Abstieg will man in der Wetterau nichts zu tun haben.
Rückblick
Was eine verrückte Geschichte. Kevin Gaudet übernimmt eine ihm völlig unbekannte und verunsicherte Mannschaft drei Tage vor dem Playdown-Start. Zwei echte Trainingseinheiten und zehn Tage später wurde die Serie gegen Weiden erfolgreich abgeschlossen (4:0). Gaudet ist zurück in der DEL2 und soll wieder Kontinuität an der Bande einkehren lassen. Als externer sportlicher Berater steht ihm Daniel Heinziri zur Seite. Der 41-Jährige hatte von 2011 bis 2019 in vielfältigen Funktionen für die Profis und den Nachwuchs der Roten Teufel gearbeitet. „Ich hatte in der Vergangenheit noch nie so viele Neuzugänge im Sommer. Und, egal ob Bietigheim, Wien oder Hannover – ich habe bei meinen Klubs immer eine Halbfinal- und Titel-Chance gehabt. Diese Saison jetzt ist auch für mich etwas Neues“, sagt der Trainer.
Tor
Jerry Kuhn hängt noch einen Winter dran. Der 40-Jährige war zuletzt so etwas wie die defensive Lebensversicherung. Die klare Nummer eins soll künftig – 2777 Hauptrunden-Minuten, kein Torwart hatte mehr Eiszeit - soll künftig aber seine Pausen bekommen. Der Backup kommt per Förderlizenz aus Krefeld und heißt Julius Schulte. Mit Luca Ganz haben die Roten Teufel zudem einen zweiten eigenen Torwart, der in der Oberliga (Höchstadt) Spielpraxis erhalten soll.
Abwehr
Hier brachte der Transfersommer gravierende Veränderungen mit sich. Die Roten Teufel haben nach dem Abgang des kanadischen Nummer-eins-Verteidigers Justin McPherson mit der Verpflichtung von gestandenen deutschen Abwehrspielern reagiert. Aus Rosenheim kehrt Joel Keussen zurück, mit ihm kommt Dominik Tiffels (300 DEL-Spiele) in die Wetterau. Aus Düsseldorf wurde Kevin Maginot verpflichtet. Hinter den gesetzten Urgesteinen Marius Erk und Garret Pruden werden Paul Lemke, der über die Red Bull-Akademie nach Hause kommt, und Jesse Kauhanen um Eiszeit kämpfen.
Angriff
Die Scoring-Linien dürften auf fünf Positionen neu besetzt sein. Königstransfer ist Matt Marcinew, der seine Torjäger-Qualitäten in der DEL2 (Krefeld) bereits unter Beweis gestellt hat. Aus Rosenheim kehrt Charlie Sarault zu den Teufeln, seiner ersten Deutschland-Station (2016/17), zurück.
Zu den spannendsten Personalien zählt Allan McPherson. Über vier Spielzeiten hinweg war er in Österreich und der Slowakei pro Partie für einen Punkt gut, in den vergangenen vier Jahren spielte der Kanadier drittklassig. Die Frage(n): Gelingt mit 35 Jahren noch einmal der Sprung in die DEL2 – und in welchem Zeitraum?
Den vierten Import-Platz besetzt Jordon Hickmott. Der Kanadier geht in seine sechste Saison in Bad Nauheim und bemüht sich um die deutsche Staatsbürgerschaft.
Rege wurde auch auf den deutschen Positionen getauscht. Zu Pierre Preto und Julian Kornelli gesellte sich noch Cedric Schiemanz als Alternative für Davis Koch, der kurzfristig mitteilte, ein berufliches Angebot in seiner nordamerikanischen Heimat annehmen zu wollen. Geblieben sind der langjährige Kapitän Marc El-Sayed und Justin Volek, sowie U24-Spieler Raphael Jakovlev.
Im Fall Lukas Ribarik konnten die Roten Teufel – wie zuvor schon bei Julian Lautenschlager – den Vertrag auflösen. Die jungen Positionen sind mit Sebastian Cimmermann, Nordamerika-Rückkehrer Leon Bußmann und Denis Root besetzt. Inwiefern diese Spieler in Bad Nauheim, wo Trainer Kevin Gaudet für sein Spiel mit drei Blöcken bekannt ist, Einsätze erhalten, wird sich zeigen.
Fazit
Der Kader lässt Struktur erkennen und sollte – sofern von Verletzungen verschont mit der Einbürgerung von Hickmott als Joker – das Potenzial haben, in diesem Winter eine Top Ten-Platzierung zu erreichen.