Grönland-Abkommen: Trump sichert USA dauerhafte Militärrechte in der Arktis

Publiziert18. September 2026, 23:34

Deal mit DänemarkTrump verkündet dauerhafte US-Militärrechte in Grönland

Die USA sollen in Grönland zusätzliche Militäranlagen errichten dürfen. Das Abkommen gilt laut US-Regierung unbefristet und überträgt keine Souveränität.

Karin Leuthold

Darum gehts

  • Die USA haben mit Dänemark und Grönland ein unbefristetes Abkommen über dauerhafte militärische Rechte auf der Arktisinsel geschlossen.
  • Das Abkommen sichert den USA unbefristeten Zugang, Stationierungs- und Überflugrechte sowie das Recht, weitere Militäreinrichtungen zu errichten.
  • China, Russland und Nicht-Nato-Staaten werden ausgeschlossen – die Souveränität über Grönland geht jedoch nicht an die USA über.

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben ein weitreichendes Abkommen mit Dänemark und Grönland geschlossen. Es soll den Vereinigten Staaten dauerhafte militärische Rechte auf der strategisch wichtigen Arktis-Insel sichern, schreibt Trump am Freitagabend auf Truth Social.

Ein neues Abkommen soll den USA dauerhafte militärische Rechte in Grönland sichern.

Ein neues Abkommen soll den USA dauerhafte militärische Rechte in Grönland sichern.Screenshot TruthSocial

Wie ein hochrangiger US-Beamter Fox News Digital mitteilte, erhalten die USA künftig unbefristeten Zugang zu Grönland, einschliesslich Stationierungs- und Überflugrechten. Zudem sollen sie bei Bedarf weitere militärische Einrichtungen errichten dürfen.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen bezeichnet den Deal als «gut für Nato und Europa».

Keine weitere Militärbasen auf Grönland

Das Abkommen untersagt China, Russland und anderen Staaten ausserhalb der Nato, auf Grönland Militärbasen zu errichten oder Truppen zu stationieren. Ausserdem beschränkt es Investitionen potenzieller Gegner in sicherheitsrelevante Bereiche, sofern diese aus Sicht Washingtons eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen könnten.

«Dieses historische Abkommen ist ein grosser Erfolg für die Vereinigten Staaten und die amerikanische Bevölkerung», sagte Aussenminister Marco Rubio gegenüber Fox News Digital. Dank Trumps «Weitsicht und Führungsstärke» würden die Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis langfristig gesichert – und dies ohne Kosten für die US-Steuerzahler.

Trump verkündet auf Truth Social das Abkommen mit Dänemark und Grönland – er bezeichnete es als «historischen Erfolg» für die USA.

Trump verkündet auf Truth Social das Abkommen mit Dänemark und Grönland – er bezeichnete es als «historischen Erfolg» für die USA.Getty Images

Vereinbarung ist unbefristet

Rubio erklärte weiter: «Grönland wird für immer Teil der strategischen Verteidigungszone Nordamerikas sein und jeden Gegner aus dieser Zone und dem umliegenden Gebiet ausschliessen.» Das Abkommen beseitige die nationalen Sicherheitsbedenken der USA in Grönland «dauerhaft und vollständig».

Die Vereinbarung ist unbefristet, überträgt die Souveränität über Grönland jedoch nicht an die Vereinigten Staaten. Regierungsvertreter betrachten ihre langfristige Gültigkeit dennoch als zentral, um jene Sicherheitsbedenken auszuräumen, die Trumps frühere Überlegungen zu einer Annexion des Territoriums befeuert hatten.

Was hältst du davon, dass die USA in Grönland dauerhaft Militärrechte erhalten sollen?

Das stärkt die Sicherheit in der Arktis, darum finde ich es richtig.

Ich sehe die Sicherheitslage, aber dauerhaft ist mir zu weitgehend.

Das wirkt auf mich wie Machtpolitik unter Sicherheitsvorwand.

Wenn Dänemark und Grönland zustimmen, ist es ihr Entscheid.

Ich finde solche Militärabkommen grundsätzlich problematisch.

«Der Unterschied besteht darin, dass wir kein Geld für das Recht ausgeben müssen, unsere Militärpräsenz auszubauen», sagte der hochrangige Beamte. Das Abkommen solle auch dann weitergelten, falls Grönland eines Tages unabhängig werde.

Trump hatte wiederholt betont, eine stärkere Kontrolle über Grönland sei für die nationale Sicherheit der USA notwendig. Er verwies dabei auf die strategische Lage der Insel in der Arktis, wo Russland und China ihre Präsenz und militärischen Fähigkeiten ausbauen.

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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