UBZ und Angler geben Entwarnung: Schaumkronen auf Schwarzbach lassen stutzen

UBZ und Angler geben Entwarnung Schaumkronen auf Schwarzbach lassen stutzen

Zweibrücken · UBZ und Angelsportverein geben Entwarnung, was Flocken auf dem Schwarzbach angeht. Der Nabu sieht die Wasserqualität hingegen „nicht so doll“.

18.10.2026 , 19:26 Uhr

Gut erkennbar sind die Schaumflocken (in der oberen Hälfte) auf dem Schwarzbach. Laien mögen ein wenig verunsichert sein, wie es um die Wasserqualität des Schwarzbachs bestellt ist. Doch UBZ und Angler beruhigen.

Foto: Sebastian Dingler

Die Stadt Paris hat es geschafft, dass man in der Seine baden kann, Rom will jetzt mit dem Tiber nachziehen. Wie sieht es da mit Zweibrücken aus? Zumindest könnte der Schwarzbach nach oberflächlicher Betrachtung etwas sauberer wirken.

Wer häufiger mal in der Stadtmitte einen Blick auf das Gewässer wirft, wird sie sicher schon mal bemerkt haben: Meistens schwimmen einige Schaumkronen auf der Oberfläche. Als naiver Betrachter fragt man sich unweigerlich nach deren Ursprung: Ist es nicht so, dass Schaum entsteht, wenn ein Gewässer mit Abwasser verunreinigt ist? Geraten da etwa Substanzen wie Spül- oder Waschmittel ungefiltert in den Bach, die solche Flocken provozieren? Zumal der Schwarzbach ja an manchen Stellen unangenehm riecht, irgendwie nach Kläranlage.

Um dem Ganzen auf die Spur zu kommen, wird zunächst mal geschaut, wo das Phänomen der Schaumkronen beginnt und wo es endet. Dabei fällt auf, dass direkt unterhalb der Schließ noch nichts zu sehen ist, ab dem Zulauf vom Rosengarten in den Schwarzbach dann schon. Die Schaumkronen zerfallen dann nicht etwa nach kurzer Zeit, sondern schwimmen weiter auf der Oberfläche bis etwa dort hin, wo das Gewässer am Gelände der Firma Tadano entlangfließt. Somit ist der Schuldige schnell ausgemacht: Irgendetwas im Rosengartenweiher begünstigt das Entstehen von Schaumkronen im Schwarzbach.

Grund genug beim Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken nachzufragen. Dort ist Andreas Reischmann für die Gewässerunterhaltung zuständig. Beim Termin an der Brücke zwischen Kaiser- und Bismarckstraße sagt er, ihn wunderten die Schaumkronen nicht. Dadurch, dass der Rosengartenweiher ein Stillgewässer sei, dessen Auslauf stark belüftet werde, entstehe dieser Schaum. Der Weiher sei sehr nährstoffreich, dadurch entstünden Tenside natürlichen Ursprungs, die durch die Verwirbelung am Auslauf in den Schwarzbach eben den Schaum bildeten.

Dieser Auffassung schließt sich auch der Gewässerexperte Jörg Siefert vom Nabu an. Er sieht darüber hinaus in der Tatsache, dass die Schaumkronen sehr langsam zerfallen, ein gutes Zeichen: „Die Tenside, die wir zum Beispiel in der Badewanne haben, die zerfallen relativ schnell.“ Nichtsdestotrotz sei seiner Auffassung nach die Wasserqualität des Schwarzbachs „nicht so doll“. Das käme hauptsächlich davon, was die Landwirtschaft an Verschmutzung ins Gewässer eintrage. Hinzukomme natürlich die durch den Klimawandel bedingte katastrophale Trockenheit. Dadurch erhöhe sich natürlich der Anteil im Bach jener Anteil des Wassers, der aus den Kläranlage stammt.

Was bedeutet das für die Angler? Björn Bärmann, Gewässerwart des Angelsportverein Zweibrücken, zeichnet trotz alldem ein positives Bild: „Die Wasserqualität des Schwarzbachs ist sehr gut. Es werden regelmäßig Wasserproben entnommen und es wurden schon Fische im Labor getestet, wobei keine Schadstoffe festgestellt wurden.“ Das Gewässer enthalte zudem sämtliche heimischen Speisefische.
Das ist erstaunlich, denn zu sehen bekommt man größere Fische im Schwarzbach eher nicht, allerdings ist dieser an tiefen Stellen auch sehr trübe. Dafür sieht man häufiger mal Nutrias oder Bisamratten auf der Oberfläche schwimmen, auch Wasservögel wie der Kormoran frequentieren den Bach. Wer genau hinschaut, etwa bei der Treppe am Herzogplatz, kann auch mal ein paar Jungfische beobachten.

Zurück zu den Schaumflocken: Um der Sache auch messtechnisch auf den Grund zu kommen, hat der UBZ an drei Terminen im Sommer Proben entnommen, und zwar vom Schwarzbach hinter der Schließ und vom Ablauf des Rosengartenweihers. Die Ergebnisse stützen Reischmanns Aussagen. In der Analyse heißt es, dass die Messwerte auf einen erhöhten Anteil biologisch abbaubarer organischer Stoffe im Weiherablauf hindeuteten. Das komme durch „die Anreicherung des Ablaufwassers mit schwimmenden organischen Partikeln (Blütenstaub, Staub allgemein, abgestorbene Algen-/Pflanzenreste, etc.)“. Der Schaum bilde sich dann wie vermutet durch die Turbulenzen beim Aufprall auf die Oberfläche des Schwarzbachs.

Der UBZ fasst zusammen: „Die ermittelten Werte liegen im Toleranzbereich für öffentliche Gewässer.“ Und: „Eine Gefährdung für die Gewässerbiozönose des Schwarzbachs ist auf Basis der vorliegenden Informationen nicht erkennbar.“

Für ein Phänomen hat der UBZ allerdings keine schlüssige Erklärung. An manchen, eher seltenen Tagen schwimmen nämlich keine Schaumkronen auf dem Schwarzbach. Da der Abfluss aus dem Rosengartenweiher in den Bach permanent besteht, müsste der Schaum doch eigentlich immer zu sehen sein. „Ursächlich für fehlende Schaumbildung dürfte am ehesten eine Reduktion der Organikfracht sein“, meint der UBZ. Möglich sei Folgendes: „Unter der Annahme auf der Oberfläche treibender organischer Partikel könnte aber zum Beispiel bereits Winddrift zu Änderungen des Ablaufwassers führen.“

Ein Gutes tut der Weiher dem Bach aber auf jeden Fall: „Die Sauerstoffkonzentrationen im Weiherablauf liegen durchgehend höher als im Schwarzbach. Dies kann auf eine intensive Photosynthese durch Wasserpflanzen und Algen im Weiher hindeuten.“ Außerdem seien die Nitratwerte im Ablauf des Weihers besser als im Schwarzbach: „Dies kann auf eine Aufnahme durch Wasserpflanzen und Algen im Weiher hindeuten.“

Das Baden im Schwarzbach ist dennoch nicht zu empfehlen. Bei der letzten Datenerhebung des rheinland-pfälzischen Landesamts für Umwelt bekam das Gewässer ein „nicht gut“ für seinen chemischen Zustand. Außerdem wird der Schwarzbach, da er ja nicht als offizielles Badegewässer gilt, nicht auf das Vorkommen von Koli- oder anderen Fäkalbakterien untersucht.

Das gilt natürlich auch für den vom Schwarzbach gespeisten Bleicherbach, der im Sommer durchaus mal zum Baden genutzt wird. Dass der Schwarzbach an manchen Stellen einen unangenehmen Geruch verströmt, etwa unter der Brücke der Landauer Straße, sollte ohnehin Warnung genug sein.