Ukraine-Krieg: EU will Druck auf Russland erhöhen

Ukraine-Krieg: EU will Druck auf Russland erhöhen

Live-Blog Drei Tote bei russischem Angriff nahe ukrainischer Stadt Charkiw +++ Dänische Regierungschefin fordert mehr Patriots für die Ukraine +++ Selenskyj weist Verwicklung in Nord-Stream-Sprengung zurück +++ Der Newsblog.

Ratspräsident António Costa: EU-Beitritt ist beste „Sicherheitsgarantie“ für die Ukraine. Foto: Bloomberg

Großbrand nach Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in Südrussland

Nach einem Drohnenangriff ist in einem Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Ozon in der südrussischen Stadt Krasnodar ein Großbrand ausgebrochen. Der Betrieb sei eingestellt worden, teilt das Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Nach vorläufigen Erkenntnissen gebe es keine Opfer.


Norwegen sagt Ukraine für 2027 weitere Milliardenhilfe zu

Norwegen plant für das Jahr 2027 weitere Finanzhilfen für die Ukraine in Höhe von 85 Milliarden norwegischen Kronen (9,2 Milliarden Dollar). Das teilt die Regierung in Oslo mit. Die Summe entspreche den Zuwendungen des Jahres 2026 und sei für militärische sowie humanitäre Zwecke vorgesehen, erklärt Ministerpräsident Jonas Gahr Støre bei einem Besuch in Kiew.

Unabhängig davon vereinbaren Finnland und die Ukraine eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von unbemannten Systemen, wie das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X mitteilt. Geplant ist unter anderem ein Gemeinschaftsunternehmen für unbemannte Überwasserschiffe.

Großbritannien unterstützt Ukraine bei Produktion von Langstreckenraketen

Der britische Premierminister Andy Burnham kündigt vor seinem Antrittsbesuch in der Ukraine Unterstützung für die dortige Produktion von Langstreckenraketen an. „Die Sicherheit der Ukraine ist unsere Sicherheit“, erklärte Burnham. Großbritannien erlaube dem europäischen Raketenhersteller MBDA, geheime Informationen über britische Bauteile des Marschflugkörpers Scalp weiterzugeben, teilt Burnhams Büro mit. 

Dies solle Frankreich und der Ukraine helfen, lokale Produktionslinien für die Waffe aufzubauen. Burnham wird in Kiew unter anderem mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen und eine Sitzung der sogenannten Koalition der Willigen leiten, einer Gruppe von Unterstützerstaaten der Ukraine.

EU will Druck auf Russland erhöhen

Die EU hat der von Russland angegriffenen Ukraine zum Nationalfeiertag fortgesetzte Hilfe zugesichert. „Wir werden die Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen“, sagte Ratspräsident António Costa vor der geplanten Teilnahme an Feierlichkeiten in der Hauptstadt Kiew am heutigen Montag. Bereits in den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren habe man mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert.

Zugleich drohte Costa Kremlchef Wladimir Putin mit neuen Sanktionen gegen dessen Land. „Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt“, sagte der frühere portugiesische Regierungschef. In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre. Die bereits verhängten beispiellosen EU-Sanktionen zeigten Wirkung.

Über den Krieg hinaus verwies Costa auf die europäische Perspektive der Ukraine. Den angestrebten EU-Beitritt bezeichnete er als „die beste Garantie für Sicherheit und langfristige demokratische Stabilität für die Ukraine und für Europa insgesamt“. 

Drei Tote bei russischem Angriff nahe ukrainischer Stadt Charkiw

Bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben des regionalen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte hätten acht Personen geborgen und in Sicherheit gebracht, von denen einige verletzt seien, teilt Gouverneur Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern dauere an.

Russland wehrt Drohnenangriff auf Industriegebiet in Stawropol ab

Russland wehrt nach Angaben des örtlichen Gouverneurs einen Drohnenangriff auf ein Industriegebiet in der Stadt Newinnomyssk in der südlichen Region Stawropol ab. Dies teilt Gouverneur Wladimir Wladimirow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Newinnomyssk ist unter anderem ein wichtiges Zentrum der russischen Chemieproduktion. 

Selenskyj weist Verwicklung in Nord-Stream-Sprengung zurück

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj keine Rolle bei der Zerstörung der Nord-Stream-Gaspipelines gespielt und kooperiert bei den Ermittlungen. „Die Ukraine hat sich nie offiziell an Operationen zur Sprengung der Nord-Stream-2-Pipeline beteiligt“, sagt er vor Journalisten in Kiew. Die Erdgasleitungen Nord Stream 1 und 2 zwischen Russland und Deutschland wurden im September 2022 durch Explosionen beschädigt. Derzeit befinden sich zwei ukrainische Verdächtige wegen des Verdachts der Mitwirkung in Untersuchungshaft.

Frederiksen: Ukraine soll Patriots erhalten

Die westlichen Länder könnten nach Meinung der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen durchaus mehr Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine liefern. „Sofern der politische Wille dazu da ist“, fügte sie im Gespräch mit dänischen Medien bei ihrem Besuch in Kiew hinzu. Ohne bestimmte Länder zu nennen, meinte sie, dass durchaus mehr Unterstützung für Kiew im Bereich der Flugabwehr getan werden könne.

Wenn wir das nicht tun, steht der Ukraine ein Winter bevor, in dem die Russen unerbittlich zuschlagen, bombardieren – auch mit ballistischen Raketen – und viele Menschen töten werden. Mette Frederiksen

Der finnische Präsident Alexander Stubb, der ebenfalls zu dem Treffen baltischer und nordischer Staaten zum Tag der Staatsflagge der Ukraine nach Kiew gereist war,

berichtete auf der Plattform X 

von einer Reihe von neu unterzeichneten Abkommen. Unter anderem habe die finnisch-norwegische Rüstungsfirma Patria ein entsprechendes Abkommen mit der Ukraine unterschrieben. 

Frederiksen erklärte, dass sie gemeinsam mit baltischen und nordischen Kollegen verschiedene Themen mit Selenskyj erörtert habe. Im Vordergrund habe die Frage gestanden, politischen Druck zur Lieferung von Patriots auszuüben. „Das ist politische Routinearbeit“, sagte sie. 

Selenskyj unterschreibt Gesetz über Helden-Gedenkstätte

Vor dem Hintergrund eines Geschichtsstreits mit Polen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Gesetz zur Einrichtung einer nationalen Helden-Gedenkstätte unterschrieben. Dies geht aus einer Bekanntmachung des ukrainischen Parlaments hervor, wie die Agentur Ukrinform berichtete. 

Polen hatte das Vorhaben heftig kritisiert. Denn in dem sogenannten Pantheon sollen künftig auch Angehörige der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) geehrt werden. Die nationalistischen Untergrundkämpfer waren für Massenmorde an Polen und Juden vor allem in Wolhynien in der heutigen Westukraine während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg mit Zehntausenden Opfern verantwortlich. Selenskyj bekräftigte am Samstag vor Kriegsveteranen: „Das ukrainische Pantheon wird mit Sicherheit entstehen, und nur die Ukrainer werden darüber entscheiden, wer für uns ein Held ist.“ 

Der staatliche Gedenkort wird dem Gesetz zufolge in der Hauptstadt Kiew eingerichtet. Geehrt werden sollen historische Figuren seit der Zeit des mittelalterlichen Reiches der Kiewer Rus. Erwartet wird, dass international umstrittene Persönlichkeiten umgebettet werden, die die heutige Ukraine als Unabhängigkeitskämpfer ansieht. Das Pantheon soll zudem als Begräbnisstätte für ukrainische Präsidenten dienen.

Ukraine feiert 35. am Montag Unabhängigkeitstag

Mit internationalen Gästen begeht die Ukraine am Montag unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Erwartet wird in Kiew auch EU-Ratspräsident António Costa, der das in die Europäische Union strebende Land unterstützt. Schon am Sonntag begrüßte Präsident Wolodymyr Selenskyj mehrere Staats- und Regierungschefs, die an Feierlichkeiten teilnehmen. Die Ukraine erlangte ihre Unabhängigkeit am 24. August 1991 von der Sowjetunion.

Selenskyj: Korruptionsermittler haben „keinerlei Fragen an mich“

Nach Bekanntwerden neuer Korruptionsvorwürfe gegen Personen in seinem Umfeld hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betont, dass er nichts davon gewusst habe. „Die Leiter der Antikorruptionsbehörden haben keinerlei Fragen an mich. Sie wissen ganz genau, dass ich mit so etwas nichts zu tun habe. Und das ist mir wichtig“, sagte Selenskyj in einem Gespräch mit Journalisten am Samstag. Der Präsident hatte diese Woche seine Vizestabschefin Iryna Mudra entlassen, nachdem deren Büro von Anti-Korruptionsermittlern durchsucht worden war.

Russische Drohne kracht in Passagierzug nach Odessa

Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Zug auf dem Weg nach Odessa sind fast 600 Passagiere mit dem Schrecken davongekommen. Die Lokomotive des Zugs mit der Nummer 147 von Schytomyr nach Odessa geriet laut Behörden bei einem Drohneneinschlag in Brand. Niemand sei verletzt worden. In dem Zug seien 593 Menschen gewesen, darunter 15 Kinder.

Sie alle seien mit Bussen nach Odessa gebracht worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper mit. Kiper sprach von einem gezielten Angriff der Russen auf den Zug. Während der Evakuierung habe es zudem eine zweite Attacke gegeben. Erst Mitte August waren bei einem russischen Angriff auf einen Passagierzug in der Region Odessa im Süden der Ukraine ein Lokführer und sein Assistent getötet worden.

Selenskyj kritisiert Wahlforderung von Ex-Verteidigungsminister

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Aufrufe des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow zu Neuwahlen und seine Beteiligung an Massenprotesten kritisiert. „Ich glaube, wenn wir das Land zerstören wollen, dann können wir in Zeiten eines solchen Krieges auf Wahlen zusteuern“, sagte Selenskyj. Eine Wahl zum jetzigen Zeitpunkt wäre ein „Tsunami für den Staat“, der die Ukraine spalten würde. Seine Strategie sei es, das Land zu einem Ende des Krieges zu führen und einen unabhängigen und souveränen Staat zu bewahren.

„Ich hatte und habe nach wie vor eine sehr positive Einstellung gegenüber Mychajlo. Wir haben gemeinsam viel durchgemacht“, sagte Selenskyj bei einem zweistündigen Treffen mit Journalisten. „Aber ich glaube, dass er sich selbst in die falschen Dinge verstrickt oder dazu gedrängt wird.“ 

Fedorow hatte sich mit Armeechef Olexander Syrskyj überworfen, den Selenskyj unter dem Druck der Demonstranten später ebenfalls entließ. Selenskyj äußerte sich in dem Gespräch am Samstag erstmals öffentlich zu den Details des Disputs mit dem populären Fedorow, dessen Entlassung zu Massenprotesten geführt hat. Selenskyj sagte, er habe Fedorow vier verschiedene Optionen angeboten, wie er im Amt bleiben könne. Er habe aber alle vier abgelehnt.

Selenskyj erwartet 30 Milliarden Euro von der EU für Abwehr

Die Ukraine braucht nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj dringend Milliarden zur Finanzierung des Abwehrkampfes gegen Russlands Angriffskrieg. Kiew erwarte von der EU 30 Milliarden Euro für die Verteidigungsausgaben, sagte er im Gespräch mit Journalisten in Kiew. „Sie werden für die Verteidigung des ganzen Landes gebraucht“, betonte er. Derzeit gebe es im Verteidigungshaushalt eine Lücke von 27 Milliarden Dollar.

Allein 20 Milliarden seien notwendig, um die Gehälter der Soldaten, die Kompensationen für die Familien der Gefallenen und andere Ausgaben zu bezahlen, sagte Selenskyj. Etwa wegen der Produktion von Drohnen sei zusätzliches Geld nötig „Ein bedeutender Geldbetrag ist erforderlich. Ich arbeite in dieser Sache mit den Franzosen und Deutschen“, sagte er.

Norwegen sagt Ukraine Milliarden-Hilfe zu

Norwegen will die Ukraine im Haushaltsjahr 2027 mit weiteren 85 Milliarden Kronen unterstützen. Umgerechnet sind das 7,82 Milliarden Euro. Die Summe entspreche dem Betrag für das Jahr 2026, teilt die Regierung des skandinavischen Landes mit.

Selenskyj: Russland plant Mobilisierung im September

Russland plant nach Einschätzung der Ukraine die Mobilisierung von 300.000 weiteren Soldaten nach den Parlamentswahlen im September. Das sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Journalisten. Zudem könnte Russland seinen Worten zufolge 2027 Hunderttausende weitere Soldaten einziehen, um den Rest der ostukrainischen Region Donezk zu erobern.

Erneut Lager von Online-Händler Ozon in Russland beschädigt

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Region Orenburg sind Trümmerteile auf zwei Industrieanlagen gestürzt, darunter ein Lagerhaus des Online-Händlers Ozon. Die Luftabwehr habe sechs Drohnen über der Region abgefangen, teilt Gouverneur Jewgeni Solnzew mit. Verletzte gebe es demnach keine. Ozon teilt mit, mehr als 300 Mitarbeiter seien evakuiert und der Betrieb im Logistikzentrum eingestellt worden.

Am Samstag war ein Ozon-Zentrum in der Region Samara von einer Drohne getroffen worden. Es handelte sich um die erste Attacke auf den zweitgrößten Online-Händler Russlands. In den vergangenen Wochen war der größere Konkurrent Wildberries bereits Ziel von Drohnenangriffen gewesen. Insgesamt hat die Luftabwehr nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in der Nacht 328 ukrainische Drohnen abgeschossen.

Brennendes Lagerhaus von Ozon in Chapayevsk in der russischen Region Samara. Social Media/via REUTERS

Wadephul macht Ukraine Hoffnung auf Patriot-Raketen

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew weitere humanitäre Hilfe von 50 Millionen Euro zugesichert und ihr Hoffnung auf zusätzliche Mittel für die Luftverteidigung gemacht. Der CDU-Politiker versicherte, dass er weiter versuchen werde, Bündnispartner zur Abgabe von Patriot-Abwehrraketen zu bewegen. Auch einen weiteren Beitrag der Bundeswehr schloss er nicht aus. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) müsse „gemeinsam mit seinen Fachleuten in die Bestände gucken und schauen, ob noch etwas möglich ist“.

„Büchse der Pandora“ geöffnet – Putin droht Kiew mit Schlag

Kremlchef Wladimir Putin hat nach den massiven ukrainischen Angriffen auf Ölraffinerien und Logistikzentren in Russland mit einer harten Antwort Moskaus gedroht. Die Ukraine habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die „Büchse der Pandora“ geöffnet, sagte Putin in seinem ersten Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen seit Beginn der Angriffe vor einigen Wochen. Kiew habe nun selbst den „Geist aus der Flasche“ gelassen.

„Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr“, sagte er an die Adresse Kiews. Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Die Ukraine habe diese Reaktion selbst provoziert, behauptete Putin. Russland werde nun selbst die empfindlichsten Bereiche der ukrainischen Wirtschaft ins Visier nehmen, die ohnehin bereits am Abgrund stünden, kündigte Putin an. So sei Kiew etwa vom Export seiner Agrarprodukte abhängig, die dem Haushalt wesentliche Einnahmen verschafften. 

Putin sagte in dem Interview, dass die Ukraine zuletzt „exotische Vorschläge“ für eine Friedenslösung gemacht habe. Der Kremlchef wies diese durch Vermittler überbrachten Ideen zurück, ohne Details zu nennen. Nach Darstellung Putins wird so versucht, eine für die Ukraine „katastrophale Entwicklung“ abzuwenden. Ein Dialog über eine Friedenslösung sei nur auf Grundlage der Situation an der Front auf dem Boden möglich, sagte er.

Putin und Medwedew beschwören Zusammenhalt in Moskaus Krieg

Präsident Wladimir Putin hat auf einem Parteitag der Kremlpartei Geeintes Russland sein Land auf eine Fortsetzung des Angriffskrieges gegen die Ukraine eingeschworen. Einen Monat vor der Parlamentswahl betonte er seine Unterstützung für die Kremlpartei, die er als führende Kraft mit den größten Erfahrungen im Land lobte.

Im Moment hängt sehr viel von unserem Zusammenhalt ab, vom Mut der russischen Soldaten und Offiziere sowie von jedem Einzelnen, der an seinem Platz gewissenhaft arbeitet, um zum Sieg beizutragen. Wladimir Putin

Zugleich zeigten sich Putin und Parteichef Dmitri Medwedew sicher, dass Russland den bereits seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg gegen die Ukraine gewinnen werde. „Russland wird sich immer mehr Gebiete zurückholen. Unsere tapfere Armee bestätigt das stets aufs Neue“, sagte Medwedew, der auch Vizechef des nationalen Sicherheitsrates ist. Die Ukraine bezeichnete er als ein verschwindendes „Phantom-Land“, das schon jetzt 20 Prozent seines Gebiets und die Hälfte seiner Bevölkerung verloren habe. Millionen Ukrainer haben das Land als Kriegsflüchtlinge verlassen.

Das Land bewege sich trotz beispiellosen Drucks von außen auf den Sieg zu, sagte Medwedew. Es werde auch dem Westen nicht gelingen, Russland zu zerschlagen. Der Ex-Präsident beschimpfte zudem jene, die Russland verlassen hätten und ihrer Heimat eine Niederlage im Krieg wünschten, als „Verräter“. Solche „Kakerlaken“ dürften nie wieder in das Land zurückkehren.

Wadephul in Kiew – Russland beschießt Vorort

Während des Aufenthalts von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) in der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat Russland den Vorort Boryspil mit ballistischen Raketen angegriffen. Mitteilungen der ukrainischen Luftwaffe zufolge sind dabei mindestens drei Raketen eingesetzt worden. Boryspil mit dem seit Kriegsbeginn geschlossenen internationalen Flughafen liegt nur knapp 30 Kilometer östlich der Dreimillionenstadt. Luftalarm galt auch für Kiew.

Russland: Drohnen treffen Industrieanlage und Warenlager

Bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russischen Region Samara sind örtlichen Angaben zufolge eine Industrieanlage sowie ein Lagerhaus des Online-Händlers Ozon getroffen worden. Dabei wurden vier Zivilisten getötet und mehrere Menschen verletzt, wie Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mitteilt. Ozon erklärt, die Arbeit in dem Logistikzentrum in der Stadt Tschapajewsk sei nach dem Angriff eingestellt worden. Es ist der erste bekannte Angriff auf das Unternehmen, nachdem in den vergangenen Wochen der größere Konkurrent Wildberries im Visier stand. Das russische Verteidigungsministerium gibt bekannt, in der Nacht insgesamt 457 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben.

Wadephul in Kiew: Ukraine wird gewinnen

Kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine ist Außenminister Johann Wadephul in Kiew eingetroffen, um dem Land die anhaltende Unterstützung Deutschlands im Abwehrkampf gegen Russland zu versichern. „Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen“, sagte der CDU-Politiker nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew. 

Er verwies darauf, dass die Ukraine in den Sommermonaten „auf das Härteste“ von Russland angegriffen wurde. Wadephul warf Moskau „wahllosen Mord an Zivilisten“ sowie gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur vor. Russland wolle die Lebensgrundlage der Menschen in der Ukraine zerstören und so ihren Durchhaltewillen brechen.

Immer mehr Menschen in Russland erkennen nach seiner Einschätzung zudem die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs für ihr eigenes Land. „Dass die Ukraine mit internationaler Unterstützung den längeren Atem hat und dass eine Fortführung des Krieges Russland nur weiter in den wirtschaftlichen Ruin führt, wird immer mehr Menschen in Russland klar“, sagt Wadephul. Dem CDU-Politiker zufolge ist die totalitäre Unterdrückung im Inneren ein Zeichen der Schwäche von Präsident Wladimir Putin. Ziel aller Maßnahmen müsse es sein, dass Putin einen Frieden akzeptiere und nicht weiter die Jugend des eigenen Landes in den Tod schicke. 

Außenminister Wadephul (l.) und der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha: Wadephul warf Moskau „wahllosen Mord an Zivilisten“ vor. AFP

Ukraine: Tote nach Angriff auf Einkaufszentrum steigen auf 16

Bei dem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih steigt die Zahl der Toten auf mindestens 16. „Angriffe wie diese sind nichts anderes als Terrorakte“, erklärt Präsident Wolodymyr Selenskyj und verweist auf eine zweite Drohne, die eine halbe Stunde nach dem ersten Einschlag in das Gebäude eingeschlagen sei; damit hätten offenbar gezielt Rettungskräfte getroffen werden sollen. Mehr als 130 Menschen seien verletzt worden, darunter 22 Kinder, teilt Regionalgouverneur Olexandr Hanscha mit. Neun Personen gelten demnach noch als vermisst. Selenskyj kündigt eine Antwort auf die Attacke in seiner Heimatstadt an.

Weitere Tote bei russischen Angriffen auf Ukraine

Bei einem Drohnenangriff in der ukrainischen Region Mykolajiw sind amtlichen Medien zufolge mindestens vier Menschen getötet worden, darunter drei Kinder. Zudem sei eine Frau verletzt worden, heißt es in einer Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Eine Stellungnahme Russlands liegt zunächst nicht vor.


Auch im Südosten der Ukraine gab es infolge russischer Angriffe mindestens drei Tote. Zudem seien 15 Menschen bei den Angriffen vor allem auf das Umland der Großstadt Saporischschja verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des gleichnamigen Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Es habe Angriffe mit ballistischen Raketen, Drohnen und Gleitbomben unter anderem auf Lagergebäude gegeben.

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