Ukraine-Krieg: Russland attackiert Kiews Brücken – Verkehr in der Hauptstadt lahmgelegt

Stand: 03.10.2026, 08:42 Uhr

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Feuer in Kiew nach einem Angriff aus Russland.

Feuer in Kiew nach einem Angriff aus Russland. © dpa

Russische Truppen intensivieren ihre Angriffe. Vor allem die Hauptstadt Kiew ist betroffen. Gleichzeitig steigen Putins Verluste. Der Ukraine-Krieg im Ticker.

Russland hat im Ukraine-Krieg seine Angriffe auf Kiew massiv verschärft. Innerhalb von nur zwei Tagen wurde die Pivdennyi-Brücke – auf Deutsch: Südbrücke – in der ukrainischen Hauptstadt mehrfach von russischen Drohnen getroffen. Die strategisch wichtige Querung über den Dnipro ist seither für den gesamten Auto- und U-Bahn-Verkehr gesperrt. Ähnliche Angriffe auf strategische Brücken und Nachschubrouten hatten bereits in früheren Phasen des Konflikts erhebliche logistische Folgen.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte den erneuten Angriff auf die Brücke via Telegram. Notfalldienste seien umgehend zum Einsatzort geschickt worden. Wie Ukrainska Pravda weiter berichtet, wurde die Pivdennyi-Brücke bereits am Morgen des 1. Oktober zweimal in der Nähe ihrer Stützstruktur getroffen. Am selben Tag folgten weitere Angriffe. In der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober schlug Russland erneut zu. Die Behörden der Stadt sperrten daraufhin die Pivdennyi-Brücke. Der Verkehr über weitere Brücken der Stadt wurde ebenfalls gesperrt oder stark eingeschränkt. Bereits in der Vergangenheit standen kritische Infrastrukturen in Kiew im Visier von Luftangriffen.

Die Angriffe auf die Kiewer Brücke lösten international Besorgnis aus. Berichte über mögliche Evakuierungspläne von Botschaften sorgten für Aufsehen – doch das ukrainische Außenministerium stellte klar, dass keine entsprechenden Anfragen vorliegen. Zuvor hatte ein namentlich nicht genannter Diplomat der britischen Zeitung The Guardian gesagt, die Lage in Kiew verschlechtere sich „offensichtlich rapide“. Er verwies auf Notfallpläne, Botschaften gegebenenfalls nach Lwiw oder Ostpolen zu verlegen. Diese Pläne würden jedoch nur greifen, wenn Russland gezielt diplomatische Vertretungen ins Visier nehme.

Russland hat in der Vergangenheit mehrfach versucht, Botschaften zur Aufgabe ihrer Präsenz in Kiew zu drängen. Im Mai hatte das russische Außenministerium öffentlich vor einer neuen Welle von Langstreckenangriffen auf Kiew gewarnt und ausländische Staatsbürger, einschließlich Diplomaten, zur Abreise aufgefordert. Trotz dieser Einschüchterungsversuche hielten die Botschafter an ihrer Präsenz in der ukrainischen Hauptstadt fest. Rund 50 Staaten verurteilten die russischen Drohungen in einer gemeinsamen Erklärung bei den Vereinten Nationen, wie The Kyiv Independent berichtet.

Doch nicht nur in der Hauptstadt tobt der Ukraine-Krieg unvermindert weiter: Russland attackierte in der Nacht zum 3. Oktober weitere Orte, darunter die Stadt Hostomel in der Region Kiew. Laut dem Kyiv Independent wurde dort ein Lagergebäude für pharmazeutische Produkte getroffen. Offizielle Stellen bestätigten diesen Vorfall zunächst nicht.

Hohe Verluste für Putins Streitkräfte

Gleichzeitig muss die Armee von Russlands Machthaber Wladimir Putin an den Fronten schwere Material- und Truppenverluste hinnehmen. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs soll Russland seit Beginn der Invasion erhebliche Einbußen an Mensch und Kriegsgerät verzeichnet haben.

KategorieGesamtverluste
Personal (Gefallene / Verwundete)ca. 1.537.390
Kampfpanzer12.388
Gepanzerte Kampffahrzeuge25.471
Artilleriesysteme50.592
Mehrfachraketenwerfer (MLRS)2.175
Flugabwehrsysteme1.683
Flugzeuge443
Hubschrauber356
Operativ-taktische Drohnen (UAVs)542.853
Marschflugkörper5.126
Kriegsschiffe / Boote35
U-Boote2
Militärfahrzeuge & Tanker156.309
Spezialausrüstung4.780
Bodenrobotersysteme2.810

(Quelle: Angaben des ukrainischen Generalstabs; Stand: 2.10.2026)

Laut den ukrainischen Behörden soll Russland im Ukraine-Krieg mehr als 1,53 Millionen Soldaten verloren haben. Mehr als 12.000 Panzer sollen vernichtet worden sein, dazu mehr als 50.000 Artilleriesysteme und mehr als eine halbe Million Drohnen. Diese Angaben stammen aus der Ukraine und sind weder zu verifizieren noch unabhängig bestätigt worden. Russland selbst macht keine Angaben zu Verlusten im Ukraine-Krieg. (dil)