Nur fünf pro Stunde – aber diesmal haben Sternschnuppen-Fans bei den Draconiden echte Chancen

Mondlose Nächte machen seltenen Sternschnuppenstrom sichtbar – worauf es ankommt

Stand: 03.10.2026, 07:26 Uhr

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Die Draconiden gelten als schwächster Sternschnuppenstrom des Jahres – doch 2026 spielen die Bedingungen ausnahmsweise mit.

Frankfurt – Eigentlich ist der Sternschnuppenstrom der Draconiden ein unauffälliger Meteorschauer, bei dem im Maximum etwa fünf Sternschnuppen über den Himmel rasen. Doch im Jahr 2026 sind die Beobachtungsbedingungen optimal: Da kein Mondlicht stört, haben Geduldige und Nachtschwärmer an sehr dunklen Orten diesmal gute Chancen, die seltenen Himmelsspuren zu entdecken.

Eine Sternschnuppe flitzt über den Himmel. (Archivbild)

Eine Sternschnuppe flitzt über den Himmel. (Archivbild) © IMAGO/Ingo Wächter

Vom 6. bis zum 10. Oktober durchquert die Erde im Weltall eine Staubspur, die der Komet 21P/Giacobini-Zinner hinterlassen hat. Das Maximum des Sternschnuppenstroms wird am 9. Oktober gegen 3 Uhr morgens (MESZ) erwartet. Da während des gesamten Aktivitätszeitraums mondlose Bedingungen herrschen, kann man sein Glück durchaus einmal mit dem unbekannten Meteorschauer versuchen.

Sternschnuppen im Oktober: Draconiden profitieren von mondloser Nacht

Der Radiant der Sternschnuppen – gemeint ist damit die Stelle, aus der die Meteore auszuströmen scheinen – liegt im Sternbild Drache. Die Meteore können allerdings am gesamten Himmel zu sehen sein, weshalb man sich nicht auf dieses Sternbild fixieren sollte. Sucht man den Drachen dennoch, findet man ihn in Deutschland die gesamte Nacht über am Himmel – das Sternbild ist zirkumpolar.

Die Draconiden können in einzelnen Jahren überraschend starke Ausbrüche zeigen, doch für das Jahr 2026 rechnen Fachleute nicht mit einem solchen Ereignis. Die Sternschnuppen der Draconiden – sie werden auch Giacobiniden genannt – gelten als außergewöhnlich langsam. Sie treten mit etwa 20 km/s (72.000 km/h) in die Erdatmosphäre ein und sorgen dort für die charakteristische Sternschnuppen-Spur. Diese geringe Geschwindigkeit unterscheidet die Draconiden von vielen anderen bekannten Meteorströmen. Die Sternschnuppen können gelblich erscheinen, sind jedoch meist lichtschwach.

Wer die lichtschwachen Sternschnuppen sehen will, braucht einen sehr dunklen Beobachtungsplatz

Deshalb ist ein wirklich dunkler Beobachtungsplatz fernab von Städten entscheidend: Künstliches Licht von Straßenlaternen oder Hausbeleuchtungen reduziert die Sichtchancen bei den schwachen Draconiden nahezu auf null. Wer im eigenen Garten mitten in der Stadt Ausschau hält, wird höchstwahrscheinlich leer ausgehen. Selbst an tiefdunklen Orten braucht es Geduld: Die erwartete Rate von nur etwa fünf Sternschnuppen pro Stunde ist ein theoretischer Spitzenwert. Zwischen zwei Meteoren können problemlos 15 bis 20 Minuten vergehen. Die besten Chancen bestehen rund um das Maximum in der Nacht zum 9. Oktober.

Wer sich nicht alleine für einen eher schwachen Sternschnuppenregen die Nacht um die Ohren schlagen will, kann zu dieser Uhrzeit auch den Planeten Saturn gut beobachten. Er steht hoch im Südwesten und bereits mit einem kleinen Teleskop kann man sein Ringsystem bewundern. Wer einen freien Blick nach Osten hat, kann dort bereits das Wintersternbild Orion mit dem auffälligen Orionnebel entdecken. (Quellen: Eigene Recherche, 2026 Meteor Shower Calendar der International Meteor Organization) (tab)