Ukraine-Krieg - Wieder Tote bei russischen Luftangriffen auf Kiew - Korrespondenten sprechen von "neuer Taktik" mit düsengetriebenen Drohnen

Bei russischen Angriffen auf die Region Kiew sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Korrespondenten im In- und Ausland stufen die immer engmaschigeren Attacken als neue Taktik ein, bei der oft auch düsengetriebene Drohnen eingesetzt werden.

01.09.2026

Ein beschädigtes Haus, davor liegen Trümmer auf der Straße.

Medien im In- und Ausland sprechen von einer "neuen Taktik" Russlands mit Blick auf die Angriffe auf Kiew. (AFP / HANDOUT)

Nach Angaben der Behörden wurden bei den jüngsten Angriffen mehr als 50 Personen in der ukrainischen Hauptstadt und in umliegenden Orten verletzt. Auch im Raum Odessa gab es Beschuss.

"New York Times" berichtet über nahezu pausenlose Angriffe auf Kiew

Die russische Armee hatte ihre Angriffe vor allem auf Kiew zuletzt massiv ausgeweitet. Die "New York Times" etwa berichtet, dass Russland die ukrainische Hauptstadt im Prinzip pausenlos angreife - im Gegensatz zu den bisher vor allem nachts stattfindenden Attacken. Überdies seien viele Drohnen inzwischen mit einem Düsenantrieb versehen und darum deutlich schneller. Deshalb seien sie auch viel schwieriger abzufangen. Nach übereinstimmenden Berichten sind bereits hunderte dieser Drohnen zum Einsatz gekommen.

Ukraine in ständiger Kampfbereitschaft halten

Der "Kyiv Independent" spricht ebenfalls von einer "neuen Taktik" der russischen Angriffe. Das Blatt zitiert Viktor Kevliuk, einen Oberst der Reserve, der auch als Analyst tätig ist. Er sagt, es gehe nicht nur darum, ein bestimmtes Ziel zu treffen - sondern auch darum, die ukrainische Luftabwehr in ständiger Kampfbereitschaft zu halten.

Korrespondent Sawicki: zehn Mal Luftalarm pro Tag - seit knapp einer Woche

Unser Korrespondent Peter Sawicki, der sich gerade in Kiew aufhält, berichtet Ähnliches. Seit Tagen gebe es sicher zehn Mal am Tag Luftalarm. Das sei eine "neue Qualität". Dabei seien die Vororte von Kiew besonders stark betroffen, nicht zuletzt weil es dort weniger Schutzräume gebe. In der Bevölkerung werde das russische Vorgehen so interpretiert, dass Russland gezielt versuche, die Menschen in ihrem Alltagsleben zu treffen.

Ukraine greift Ziele auf russischem Gebiet an

Die Ukraine setzte unterdessen ihre Angriffe auf russisches Gebiet fort. Nach russischen Angaben waren unter anderem Moskau und die Region Samara betroffen. In der Region Belgorod habe es einen Toten gegeben. Auch der russische Ostseehafen Ust-Luga wurde erneut Ziel ukrainischer Angriffe. Ein im Hafen ausgebrochenes Feuer sei gelöscht worden, erklärten die Behörden.

Mit dem Ukraine-Krieg befassen sich heute die EU-Verteidigungsminister bei einem informellen Treffen in Irland.

Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.