Ukraine-News: Selenskyj hofft auf Marschflugkörper Taurus

Ein Marschflugkörper Taurus steht vor einem Eurofighter der Luftwaffe beim Tag der Bundeswehr auf dem Fliegerhorst Laage des taktischen Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff", 6. Juni 2026.

Ukraine-News

von MDR AKTUELL

Stand: 04.10.2026 22:39 Uhr

  • Selenskyj hofft weiter auf deutsche "Taurus"-Marschflugkörper
  • Wohl russischer Drohnen-Angriff auf Brücke in Kiew während Merz-Besuchs
  • Merz und Reiche trotz Warnungen überraschend in Kiew eingetroffen
  • Ukraine-Krieg: Ereignisse gestern – Nachrichten und Podcast

04.10.2026 22:29 Uhr

Russische Vorstöße am Frontabschnitt Dobropillja

Russische Truppen haben nach Angaben des ukrainischen Militär-Analyseportals Deepstate den Ort Iwaniwka in der ostukrainischen Region Donezk besetzt und sind auf Nowe Schachowe vorgerückt. Beide Orte liegen am Frontabschnitt Dobropillja. Bereits am Vortag hatte Deepstate bei Telegram von einem Vorrücken der Russen bei Kotlyne weiter südlich unweit der Grenze zur Region Dnipropetrowsk berichtet. Bei Dobropillja stehen die Ukrainer schon seit Wochen unter Druck. Mitte September berichtete die Nachrichtenagentur dpa, dass die russischen Streitkräfte an dem Frontabschnitt versuchen, die ukrainischen Verteidiger mit einer Zangenbewegung zu umfassen. (Quellen: Deepstate, dpa)


04.10.2026 22:05 Uhr

Merz fordert Putin zum Ende des Krieges auf

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem Besuch in Kiew eindringlich an den russischen Präsidenten Wladimir Putin appelliert, den "sinnlosen Krieg" in der Ukraine zu beenden. Er sei bereit zu Gesprächen, sagte der CDU-Chef vor der Ruine der vor wenigen Tagen bei einem Drohnenangriff zerstörten Akademie der Wissenschaften. Mehr dazu im folgenden Video.

Video: Merz fordert Putin zum Ende des Krieges auf (2 Min)


04.10.2026 21:08 Uhr

Tote und Verletzte bei russischen Drohnenattacken

Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainischen Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk sind nach Behördenangeben mindestens drei Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten wurde von offizieller Seite mit mindestens sechs angegeben. In der Oblast Saporischschja war demnach eine Drohne in einer Gartenanlage explodiert, eine weitere Drohne traf einen Lastwagen. Bei beiden Angriffen starb den regionalen Militärverwaltungen zufolge jeweils ein Mensch. Details zu dem Angriff in Dnipro wurden nicht genannt. (Quelle: dpa)


04.10.2026 19:54 Uhr

Selenskyj hofft weiter auf "Taurus"-Marschflugkörper

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wünscht sich von Deutschland weiter den Marschflugkörper "Taurus", der Ziele in 500 Kilometern Entfernung präzise treffen kann. Nach seinem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Kiew sagte er auf die Frage, ob er nach all den Jahren der vergeblichen Bitten weiter Hoffnung auf den Taurus habe: "Natürlich. Niemals aufgeben."

Die Ukraine hatte die Bundesregierung im Mai 2023 offiziell um die Lieferung der wegen ihrer Treffsicherheit und hohen Durchschlagskraft begehrten "Taurus"-Marschflugkörper gebeten. Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lehnte dies vor allem deshalb ab, weil ein "Taurus"-Einsatz nicht ohne Bundeswehr-Soldaten möglich wäre und dies eine direkte deutsche Kriegsbeteiligung bedeuten würde. Merz hingegen hatte im Wahlkampf 2025 eine "Taurus"-Lieferung vehement gefordert und Scholz in dem Zusammenhang scharf kritisiert. (Quelle: dpa)


04.10.2026 17:21 Uhr

Zwölf Abwehr-Türme gegen Jet-Drohnen in Kiew errichtet

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Hauptstadt Kiew zwölf Türme zur Abwehr von Jet-Drohnen errichtet. Wie der Staatschef nach einem Bericht der Ukrainska Prawda während eines Gesprächs mit Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, handelt sich dabei um automatische Kampfmodule für Maschinengewehre. Zuvor hatten die russischen Streitkräfte erneut die Kiewer Nordbrücke über den Dnipro mit Drohnen angegriffen. (Quelle: Ukrainska Prawda)


04.10.2026 17:00 Uhr

Milliardendeal zwischen deutschen und ukrainischen Rüstungsfirmen

Deutsche und ukrainische Firmen haben am Rande des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew mehr als ein Dutzend Kooperationsdokumente unterzeichnet. Nach Angaben der ukrainischen Regierung vereinbarte das ukrainische Verteidigungsministerium mit der Firma Diehl die Lieferung von Iris-T-Luftabwehrraketen und Abschusseinrichtungen. Mit der Firma Hensoldt sei ein Vertrag über Satellitentechnik vereinbart worden. Die Firma Quantum soll Abfangdrohnen für die schnellen russischen Jet-Drohnen produzieren. Diese sollen nach Firmenangaben in der Ukraine gebaut werden und im Winter 2026/27 zur Verfügung stehen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezifferte das Gesamtvolumen aller Absichtserklärungen auf 8,5 Milliarden Euro. In deutschen Regierungskreisen war von 6,5 Milliarden Euro die Rede. (Quelle: Reuters)


04.10.2026 16:42 Uhr

Selenskyj: USA planen neue trilaterale Gespräche mit Kiew und Moskau für Oktober

Die USA planen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukraine-Krieges. Die von Washington vermittelten Gespräche sollten bis Ende Oktober stattfinden, sagte Selenskyj vor Journalisten in Kiew. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt. (Quelle: AFP)


04.10.2026 14:16 Uhr

ARD-Korrespondentin Barth: Kreml hat vor Besuch der Ukraine gewarnt

"Wenn man sich bei jedem Luftalarm in den Keller verziehen würde, dann könnte man nicht arbeiten", sagt die ARD-Korrespondentin in der Ukraine, Rebecca Barth. Diese Abwägung habe auch der Bundeskanzler bei seinem Besuch in Kiew heute treffen müssen. Die Sicherheitslage sei auch in der ukrainischen Hauptstadt zunehmend angespannt. Noch gestern habe der Kreml vor einem Besuch der Ukraine gewarnt. Erneut sei heute eine wichtige Brücke in Kiew getroffen worden.

Der Kanzler sei unter anderem in die Ukraine gereist, um über die Energiesicherheit des angegriffenen Landes zu sprechen. Hören Sie hier den ganzen Bericht:


04.10.2026 13:36 Uhr

Regierung in Lettland gewinnt Wahl

Bei der Parlamentswahl in Lettland hat die bisherige pro-europäische und pro-ukrainische Regierungskoalition von Ministerpräsident Andris Kulbergs eine Mehrheit erreicht. Nach Auszählung von 99,99 Prozent der Stimmen kam sie nach Angaben der Wahlkommission auf etwas mehr als 50 Prozent.

Die Wahl fand unter dem Eindruck der russischen Bedrohung und wachsender wirtschaftlicher Sorgen statt. Sicherheit und Verteidigung prägten den Wahlkampf in dem baltischen Staat ebenso wie steigende Lebenshaltungskosten, niedrige Löhne und Probleme im Gesundheitssystem. (Quelle: AFP)


04.10.2026 13:31 Uhr

Russland kündigt noch härtere Schläge gegen Ukraine an

Das russische Verteidigungsministerium hat eine noch weitere Verschärfung seiner Schläge gegen Kiew und andere Gebiete der Ukraine angekündigt. Damit reagiere Moskau auf Drohungen des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, weitere militärische Objekte und Rüstungsbetriebe in Russland anzugreifen, teilte das Ministerium mit. Für die Eskalation trage allein Selenskyj die "volle persönliche und politische Verantwortung", hieß es. (Quelle: dpa)


04.10.2026 12:27 Uhr

Moskau kommentiert Merz-Besuch mit Nazi-Vergleich

Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat heute Nazi-Vergleiche bemüht, um den Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner Delegation in Kiew zu kommentieren. "Die Mörder kehren an ihren Tatort zurück", sagte sie. Die deutsche Ukraine-Unterstützung wird in Russland immer wieder als Fortsetzung des deutschen Angriffs von 1941 beschrieben. (Quelle: ARD/WDR)


04.10.2026 11:41 Uhr

Russisches Gas für Deutschland kein Thema

Nach Ansicht von Ökonomen und Vertretern der Wirtschaft hätten Energie-Importe aus Russland keinen Vorteil mehr. Auf die Frage eines MDR-Hörers dazu sagte etwa Holger Görg vom Kiel Institut für Weltwirtschaft, Energie aus Russland sei nicht billiger als die jetzt aus Norwegen, den USA oder Niederlanden kommende: "An diesen Preisen auf dem Weltmarkt ist auch Russland beteiligt, profitiert davon ja auch." Importe von dort brächten also keine Verbesserung. Und Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie, sagte: "Wer jetzt über Nord-Stream diskutiert, flüchtet ins Gestern. Romantik bringt uns nicht weiter: Russland hat uns erpresst." Auch SPD-Politiker Ralf Stegner sagte dem MDR, er denke nicht, dass die Zeit des billigen Gases zurückkehre. (Quelle: MDR)

Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 in Lubmin.

04.10.2026 11:14 Uhr

"Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf!"

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin von Kiew aus zu einem Ende der Angriffe und Verhandlungsbereitschaft aufgefordert: "Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf! Wir sind bereit zu Gesprächen, wir sind bereit, miteinander zu sprechen über das Ende dieses Krieges. Aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören." Der CDU-Politiker besuchte mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die bei einem Drohnenangriff getroffenen Akademie der Wissenschaften in Kiew. Währenddessen wurde mehrfach Drohnenalarm ausgelöst. (Quelle: dpa)

Bundeskanzler Friedrich Merz (r, CDU) und Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj bei ihrem Treffen in Kiew.


04.10.2026 10:47 Uhr

Russischer Drohnen-Angriff auf Brücke in Kiew

Während des Besuchs von Bundeskanzler Merz in Kiew angeblich erneut eine Brücke in der ukrainischen Haupstadt von mindestens einer russischen Drohne angegriffen worden. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, erklärte, "die Straße der Nordbrücke" sei getroffen und der "Rettungsdienst sind auf dem Weg". Zuvor hatte es wohl Drohnenalarm gegeben. Auch andere Teile der Ukraine lösten Luftalarm wegen russischer Angriffe aus. In der Region Sumy im Nordosten der Ukraine meldeten die Behörden fünf Verletzte nach einer Attacke mit einer russischen Gleitbombe, die in ein Wohnhaus eingeschlagen sei. (Quelle: AFP, dpa)

Ein Autofahrer repariert sein beschädigtes Auto vor der

Ein Mann repariert sein beschädigtes Auto nach einem Angriff.


04.10.2026 09:56 Uhr

Regierungskreise: Deutschland sagte weitere Hilfe zu

Deutschland will Hilfe für die Energiesicherheit in der Ukraine vor dem fünften Kriegswinter leisten. Für Infrastruktur und Energieversorgung stelle Deutschland 350 Millionen Euro bereit, hieß es aus Berliner Regierungskreisen. Finanziert würden unter anderem Generatoren und Umspannanlagen. Der Kanzler wird in Kiew auch von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Während der Reise sollten den Angaben zufolge eine Reihe von Absichtserklärungen unterzeichnet werden. Die Ukraine sei bereit, im Gegenzug auch Rüstungsgüter in Deutschland zu kaufen. (Quelle: AFP)

Video: Solidarität mit Ukraine (1 Min)


04.10.2026 09:44 Uhr

Merz und Reiche überraschend in Kiew

Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Morgen überraschend zu einem Besuch in Kiew eingetroffen. Merz, der von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche begleitet wird, sagte nach der Ankunft in der ukrainischen Hauptstadt: "Ich bin heute nach Kiew gereist, weil die Ukraine für die kommenden Wochen all unsere Unterstützung braucht." Erst am Vortag hatte Russland Ausländer und Diplomaten davor gewarnt, die ukrainische Hauptstadt zu besuchen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt am frühen Morgen auf dem Hauptbahnhof der ukrainischen Hauptstadt Kiew an

"Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns", sagte Merz. Kurz vor dem fünften Kriegswinter bombardiere Russland Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke – das sei "Terror". Der ukrainische Präsidente Wolodymyr Selenskyj könne auf die Hilfe Deutschlands zählen.

Das russische Außenministerium hatte am Samstag vor Besuchen in Kiew gewarnt. Jeder, der die Warnung missachte, setze sich einer "tödlichen Gefahr" durch "massive russische Vergeltungsschläge" aus, erklärte es. (Quelle: AFP)


04.10.2026 09:23 Uhr

Die Ereignisse gestern – am 3. Oktober 2026

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, Öl-Raffinerien in Russland verstärkt anzugreifen. Das sei eine Reaktion auf die neue russische Taktik, die Einwohner Kiews und anderer Städte zur Flucht zu bewegen.

Nach Angaben der moldauischen Präsidentin Maia Sandu sind russische Drohnen auf dem Staatsgebiet der Republik eingeschlagen. Daraufhin hat Moldau den russischen Botschafter einbestellt.

Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ist erneut eine wichtige Brücke in der ukrainischen Hauptstadt von russischen Drohnen getroffen worden. Klitschko beschrieb die Lage in der Stadt als dramatisch.

Video: Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko: Lage "sehr dramatisch" (1 Min)

Nach einem Bericht der "New York Times" drehen sich Gespräche der US-Regierung mit Russland über ein Ende des Ukraine-Krieg auch um angeblich milliardenschwere Öl-Geschäfte. Wie die Zeitung jetzt berichtete, geht es bei dem möglichen Deal um Öl-Felder, Raffinerien und Tankstellen des russischen Konzerns Lukoil.


04.10.2026 00:01 Uhr

Ukraine-News am Sonntag, 4. Oktober 2026

Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Rettungskräfte beseitigen Trümmer und suchen nach Menschen in einem Wohnblock, der von einer Rakete getroffen wurde. Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler Podcast Putins Krieg