Ungarn fordert königliche Pferde zurück – peinliche Posse um Charles’ Geschenk
Stand: 14.09.2026, 14:34 Uhr
Kommentare

Ein missglücktes diplomatisches Schreiben sorgt für Aufsehen zwischen Budapest und London. Im Zentrum des Kuriosums: Zwei edle Lipizzaner, die eigentlich als Geschenk zur Krönung gedacht waren.
London – In einem ungewöhnlichen diplomatischen Vorfall geriet Ungarn kürzlich mit dem Vereinigten Königreich in einen Streit über zwei Lipizzanerhengste, die König Charles III. geschenkt wurden. Die Auseinandersetzung begann, als das ungarische Landwirtschaftsministerium im Juli einen Brief an den Buckingham-Palast sandte, in dem die Rückgabe der Pferde Nelson und Iveco gefordert wurde. Diese sollten dem britischen Monarchen bei seiner Krönung im Jahr 2024 überreicht werden, berichtet Moskovski Komsomolets. Der Brief, der als „energisch formuliert“ beschrieben wird, verlangte die Rückkehr der Tiere zum Staatsgestüt von Szilvásvárad in Ungarn, ihrem Herkunftsort.
Diplomatische Schlichtungsversuche
Nach Erhalt des Briefes bemühten sich sowohl ungarische Beamte als auch Vertreter des britischen Königshauses, die Angelegenheit herunterzuspielen und als administrativen Fehler darzustellen. Ein Sprecher der ungarischen Botschaft in London versicherte, die Pferde würden „wie ursprünglich vorgesehen“ im Vereinigten Königreich bleiben, berichtet Yahoo News. Das ungarische Landwirtschaftsministerium räumte später ein, der Brief sei „ungenau formuliert“ gewesen und stellte klar, dass keine Pläne bestünden, die Pferde zurückzuholen. Stattdessen sollten Nelson und Iveco als „würdige Botschafter der ungarischen Lipizzanerzucht und der ungarisch-britischen Beziehungen“ fungieren.
Juristische Verwirrung
Ein weiterer Faktor, der die Situation verkomplizierte, ist die Leihvereinbarung, die besagt, dass die Pferde rechtlich ungarisches Eigentum sind. Die vorherige Regierung unter Viktor Orbán hatte die Tiere als Krönungsgeschenk überreicht. Die aktuelle Regierung unter Péter Magyar scheint jedoch die früheren Entscheidungen zu überdenken.
Der Vorfall, der humorvoll als „Ungarisch-Britischer Pferdekrieg“ bezeichnet wird, führte zu politischer Unruhe in Ungarn. Die oppositionelle Christlich-Demokratische Volkspartei forderte die Veröffentlichung des ursprünglichen Briefs, um Klarheit über Ungarns internationales Vorgehen zu schaffen, berichtet das ukranische Onlinemedium Dzerkalo Tyzhnia. Diese Forderung spiegelt die innenpolitischen Spannungen wider, die mit der sich wandelnden politischen Landschaft in Ungarn verbunden sind.
Ungewisse Zukunft im königlichen Stall
Trotz dieser Kontroverse bekräftigte das ungarische Landwirtschaftsministerium, dass die Pferde weiterhin zur Unterstützung der bilateralen Beziehungen im Vereinigten Königreich bleiben würden. In Großbritannien haben Nelson und Iveco bislang keine bedeutende Rolle bei royalen Veranstaltungen eingenommen. Beide Pferde sind gesund und erhalten angemessene Pflege in ihrem neuen Zuhause. (Redaktion)