Älteste Hochschule in Hessen feiert Geburtstag – mit Party auf dem Schloss

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Universität Marburg Die älteste Hochschule Hessens feiert 500. Geburtstag

Die Universität Marburg feiert ihre Gründung vor 500 Jahren. Das eigentliche Jubiläum ist zwar erst im nächsten Jahr, aber die Feierlichkeiten beginnen schon jetzt – unter anderem mit einer Party auf dem Schloss.

Zwei Studentinnen laufen in einem Gebäude der Uni Marburg.

Studierende in der Philipps-Universität Marburg. Bild © Christian Stein/Uni Marburg

Seit bald 500 Jahren schon gibt es die Philipps-Universität Marburg. Am Mittwoch haben die Jubiläumsfeierlichkeiten zur Gründung der Hochschule begonnen.

Zum Auftakt der Feierlichkeiten kam eine Fahrradstaffel aus dem nordhessischen Homberg (Efze), wo "500 Jahre Reformation in Hessen" gefeiert wurden, am Nachmittag in Marburg an. Studierende des Collegium Philippinum nahmen dort den Staffelstab symbolisch entgegen, um ihn nach Marburg zu bringen. Anschließend startete eine Party auf dem Landgrafenschloss.

Vier Musiker in grellbunten Anzügen spielen Trompete, Saxofon, Schlagzeug und Tuba auf einem sonnigen Kopfsteinpflasterplatz vor einem historischen Steingebäude, während zahlreiche Menschen zuschauen.

Gute Laune auf dem Landgrafenschloss in Marburg. Bild © Henning Middeldorf (hr)

Am 1. Juli 1527 hatte Landgraf Philipp in Marburg die erste protestantische Universität in Deutschland gegründet, nachdem die Reformation in seiner Landgrafschaft eingeführt worden war. Damit ist die Uni Marburg die älteste Hochschule in Hessen, die auch wegen der Reformation entstanden war.

Blick auf 500 Jahre Geschichte und Wandel

"500 Jahre Uni Marburg steht zum einen für den Blick zurück: 500 Jahre Geschichte, 500 Jahre Erfolge, aber auch 500 Jahre in schwierigen Zeiten, gerade in der NS-Zeit", sagte Universitätspräsident Thomas Nauss. Man blicke "mit Stolz, auf manche Epoche aber mit gemischten Gefühlen" zurück, so Nauss. Das Motto des Jubiläums lautet demnach: "500 Jahre Wandel. 500 Jahre Wissenschaft und Bildung."

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03:11 Min.|Anna Spiess

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Das Jubiläum biete aber auch die Gelegenheit, nach vorne zu schauen. Dabei gehe es um die Frage: "Was macht uns auch in Zukunft noch relevant, was brauchen wir für eine Wissenschaft, um für die Gesellschaft da zu sein in den nächsten 50 oder 500 Jahren", so Nauss.

Digitale Karte führt durch Uni-Geschichte

Um die Geschichte der Universität erlebbar zu machen, entwickelte das Kunstgeschichtliche Institut zusammen mit einer Marburger IT-Firma eine interaktive Karte, die "Marburger Wissensräume". Mithilfe der Karte können Interessierte die Uni erkunden und Gebäude virtuell betreten, die sonst verschlossen sind.

Dazu zählen etwa Forschungslabore oder Gebäude, die es heute nicht mehr gibt wie etwa das ehemalige Dominikanerkloster. Auf dessen Fundamenten steht heute die Alte Universität mit dem Fachbereich Evangelische Theologie.

Das Projekt wolle 500 Jahre Wissenschafts- und Architekturgeschichte zusammenbringen, erklärt Kunsthistoriker Peter Bell, der das Projekt leitet. "Über die Gebäude wollen wir Forschung und Lehre erklären, aber auch wie die Universität als Kosmos funktioniert", so Bell. Mithilfe der Webanwendung könne man sich zum Beispiel anschauen, wie die Gebäude früher mal aussahen und was da heute stattfindet.

300 Veranstaltungen zum Jubiläum geplant

Auch für den Blick nach vorne wird etwas geboten. So gibt es auf der Webseite der Universität zum Jubiläum einen KI-Generator. Hier können alle Interessierten ihre Wünsche und Forderungen an die Uni eingeben, die dann mittels KI in ein Gesamtbild eingearbeitet werden. Das Ergebnis soll die Uni der Zukunft zeigen.

Das eigentliche Jubiläum mit 300 Veranstaltungen findet im kommenden Jahr statt. Dann soll es unter anderem Workshops, Theaterstücke, Feste und weitere wissenschaftliche Projekte geben. Außerdem wird bereits am Donnerstag im Landgrafenschloss die Ausstellung "500 Jahre Universität Marburg" eröffnet.

Für die Uni ist der Beginn der Feierlichkeiten mit Sicherheit ein willkommener Ausgleich, nachdem sie beim Rennen um den Titel "Exzellenz-Universität" leer ausging. Die Philipps-Universität hatte sich im Zusammenschluss mit der Justus-Liebig-Universität Gießen als "H-Core" (Hessian Collaboration of Research Excellence) um den Titel beworben, wurde aber nicht ausgezeichnet.