Die USA haben neue Zölle in Höhe von 25 Prozent auf zahlreiche Einfuhren aus Brasilien verkündet. Die Importaufschläge sollten am 22. Juli in Kraft treten, sagte ein hochrangiger US-Beamter an diesem Mittwoch zu Reportern.
Ausgenommen seien etwa Produkte, die in den USA nicht ausreichend vorhanden seien oder eine besonders sensible Lieferkette hätten. Dazu zählen demnach Erdöl und Erdgas, Rindfleisch, Orangensaft sowie bestimmte Flugzeugteile.
USA weiterhin offen für Verhandlungen
Die neuen Aufschläge folgen auf eine einjährige Untersuchung der brasilianischen Handelspolitik und anderer Bereiche. Experten kamen zu dem Schluss, dass einige der brasilianischen Praktiken "unangemessen oder diskriminierend sind und den US-Handel belasten oder einschränken".

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte, Brasiliens "unangemessene Handlungen" begünstigten brasilianische Hersteller auf unfaire Weise und schränkten "den Zugang zu einem der weltweit wichtigsten Exportmärkte" ein. Die USA seien aber weiterhin offen für Verhandlungen mit Brasilien, um mit Blick auf die in der Untersuchung festgestellten Probleme die "seit langem notwendigen Änderungen" herbeizuführen.
Wie reagiert Brasiliens Präsident Lula da Silva?
Brasilien verurteilte die Ankündigung und erklärte, es würden "reziproke" Maßnahmen ergriffen. "Es gibt keine Rechtfertigung für einseitige Maßnahmen gegen unser Land", erklärte das Büro des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva im Onlinedienst X.
Zölle auf Einfuhren in die USA sind ein zentrales Werkzeug von US-Präsident Donalds Trumps Handelspolitik. Trump will so die Staatskasse füllen und Unternehmen dazu bewegen, sich in den USA niederzulassen und dort zu produzieren. Auch als Druckmittel in geopolitischen Konflikten und in Verhandlungen über Handelsabkommen sind Zölle oft Trumps Mittel der Wahl.
Ermittlungen laufen auch gegen Deutschland
Im Februar entschied der Supreme Court, das Oberste Gericht der USA, jedoch, dass der Präsident mit einem Großteil der von ihm verhängten Aufschläge seine Zuständigkeiten überschritten hatte. Seitdem stützt sich die Regierung verstärkt auf einen Passus eines Handelsgesetzes aus dem Jahr 1974 - so auch im Fall Brasilien.
Trumps Zölle: Kleiner Hersteller, großer Sieg
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Dieses Gesetz erlaubt die Verhängung von Zöllen, sofern unfaire Handelspraktiken festgestellt werden. Entsprechende Untersuchungen laufen auch gegen Deutschland und andere europäische Länder.
pg/se (dpa, afp)