USA wollen den Iran wirtschaftlich beispiellos isolieren

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KI-Grafik erstellt mit ChatGPT.

Die USA werden nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent bald wirtschaftliche Maßnahmen gegen den Iran ankündigen, die sie als beispiellos bezeichnen. Damit verschärft die Trump-Administration ihre Bemühungen, Teheran durch finanziellen Druck zur Kapitulation zu zwingen.

Sanktionen gegen Iran: Bessent will nächste Woche loslegen

“Behalten Sie diesen Bereich im Auge für weitere Ankündigungen in der kommenden Woche, denn wir werden Maßnahmen anwenden, wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolation eines Landes noch nie zu sehen waren”, sagte Bessent heute Nacht laut Bloomberg in einem Interview mit Newsmax. Die Maßnahmen werden laut Bessent Teil eines “Doppelschlags” sein, zu dem auch die fortgesetzte Blockade der iranischen Häfen gehört.

Die Wirtschaft des Iran hat durch den Krieg bereits erheblichen Schaden genommen. Ein großer Teil der industriellen Kapazitäten des Landes wurde zerstört, während die Ölexporte durch die US-Blockade stark eingeschränkt wurden. Der Iran hat allerdings bereits mehrere Sanktionswellen überstanden. Diese konnten Teheran weder zu Zugeständnissen bei seinem Atomprogramm zwingen noch dazu bewegen, die Kontrolle über die Straße von Hormus aufzugeben.

US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Tagen den Vorstoß Washingtons für stärkeren wirtschaftlichen Druck auf den Iran erneuert. Zugleich fehlt den USA die notwendige Munition, und sie scheinen vor einer Ausweitung ihrer Militärkampagne zurückzuschrecken.

Trump hatte Axios am letzten Wochenende gesagt, er gehe es ruhig an. “Wir beobachten nur den Iran mit seiner enormen Inflation und der Tatsache, dass sie kein Geld haben”, sagte er.

Der Iran hat seinerseits sein Militär neu organisiert, um im Ausland aggressiver vorzugehen. Die Gespräche über ein Ende des Krieges mit den USA stecken weiterhin in einer Pattsituation. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich Teheran auf eine langwierige Phase regionaler Konflikte vorbereitet.

Für einen Durchbruch zwischen dem Iran und den USA bei der Straße von Hormus gibt es kaum Anzeichen. Beide Seiten beanspruchen die Kontrolle über die Meerenge. Durch sie wird ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases transportiert. Beide Seiten verlangen zudem Zugeständnisse, die wahrscheinlich nicht erfüllt werden.

Am Wochenende sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, ein Abkommen mit dem Oman über die Einrichtung einer Schifffahrtsroute durch die Meerenge sei “sehr nahe”. Einzelheiten nannte er nicht. Beide Seiten haben bislang keine Vereinbarung bekannt gegeben. Laut Mohsen Resai, dem neu ernannten Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, wird eine Vereinbarung mit dem Oman nicht mit einer vollständigen Wiederöffnung der Meerenge verbunden sein.

Kommentar

FMW: Es ist offensichtlich. Militärisch kommt Trump nicht weiter in Sachen Iran. Er dachte wohl anfangs, es würde so leicht laufen wie im Fall Venezuela. Aber er hat sich gründlich getäuscht. Nun versucht er irgendwie aus der Nummer rauszukommen, natürlich gesichtswahrend! Aber wirtschaftliche Sanktionen als Druckmittel? Das Regime im Iran leidet schon seit Jahren unter Sanktionen, und hält trotzdem durch. Ob noch härtere Isolation in wenigen Wochen oder Monaten ein Einlenken bewirkt, und Teheran dazu veranlassen wird, auf US-Forderungen einzugehen? Das darf man doch klar bezweifeln!

FMW/Bloomberg

Claudio Kummerfeld

Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Capital Markets Redakteur

Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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