Varta geht in die Insolvenz: Batterie-Riese fällt endgültig

Varta stellt Insolvenzantrag: Batteriehersteller vor dem Aus

Stand: 24.07.2026, 13:35 Uhr

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Der Batteriehersteller Varta geht in die Insolvenz. Das berichtet die dpa unter Berufung auf Finanzkreise.

Ellwangen – Varta geht in die Insolvenz. Das geht nun aus einem dpa-Bericht hervor, der sich auf Finanzkreise beruft. Wirklich offiziell bestätigt ist die Meldung damit noch nicht. Allerdings hatte sich der Schritt bereits abgezeichnet.

Varta

Das Unternehmen hat schon länger mit Problemen zu kämpfen. © Jason Tschepljakow/dpa

Das zuständige Stuttgarter Amtsgericht bestätige den Eingang von vier Anträgen. Sie würden geprüft, teilte eine Sprecherin mit. Varta kündigte auf Anfrage eine Mitteilung an.

Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche hatten die Gläubiger von Varta in dieser Woche offenbar das Vertrauen verloren, dass die Geschäftsführung einen Weg aus den finanziellen Schwierigkeiten finden kann. Die Gruppe der wichtigsten Gläubiger gab bekannt, dass man seine Kredite fällig stellt. Den Konzern wollte man zerschlagen. Ob dies nun ansteht, ist aktuell offen.

Gerettet werden sollte dem Plan nach lediglich der Geschäftsbereich Consumer Batteries – sprich der Teil des Konzerns, der die bekannten Haushaltsbatterien herstellt. Der Rest des Unternehmens soll indie Insolvenz gehen. Nach Angaben eines Sprechers der Instruction Group, in der sich die wichtigsten Gläubiger von Varta organisieren, habe eine unabhängige Analyse ergeben, dass der Finanzbedarf des Unternehmens im mittleren zweistelligen Millionenbereich liege. Die Eigentümer hatten frühzeitig signalisiert, kein Geld nachschießen zu wollen.

Über Varta:

Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.260 Menschen, viele davon am Stammsitz in Ellwangen. Geschäftszahlen veröffentlichte Varta zuletzt im Jahr 2024. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und einen Verlust von 64,5 Millionen Euro. Der Konzern produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher.

2024 hatte sich Varta im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes (StaRUG) neu aufgestellt, um eine Insolvenz abzuwenden. Altaktionäre verloren dabei ihre Beteiligungen, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Anfang April vergangenen Jahres erklärte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen und sah sich wieder auf Kurs.

Der US-Riese Apple hatte Varta in die Krise gestürzt. Zunächst wollte Apple nur für eine bestimmte Reihe keine Varta-Batterien mehr kaufen. Dann beendete man die Zusammenarbeit komplett und kaufte stattdessen in China. Varta gab schon damals bekannt, dass man das Werk in Nördlingen in Bayern notgedrungen zumachen müsse, da man den Apple-Ausfall nicht kompensieren könne. Hier verlieren 350 Angestellte ihre Jobs.

Nach Angaben der Wirtschaftswoche hätten die Gläubiger schon im vergangenen Herbst ihre Kredite einfordern können, da das Unternehmen unter eine vereinbarte Mindestschwelle gerutscht war. Doch es wurde eine Art Galgenfrist vereinbart, in der die Führung Zeit hatte einen Plan zu erarbeiten. Dieser hätte am 12. August vorgestellt werden sollen. Doch laut WiWo verloren die Gläubiger offenbar die Geduld und das Vertrauen. (Verwendete Quellen: dpa, Wirtschaftswoche, FAZ) (rjs)