Social Media: EU-Kommission wirft TikTok unzureichenden Schutz von Kindern vor

Minderjährige können auf TikTok ein öffentlich zugängliches Profil anlegen. Die EU-Kommission kritisiert das als Einfallstor für Cybermobbing und fordert besseren Schutz.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa,

tlf

Aktualisiert am 24. Juli 2026, 13:00 Uhr

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Öffentlich zugängliche Social-Media-Profile von Minderjährigen könnten für unerwünschte Kontaktaufnahmen genutzt werden, befürchtet die EU-Kommission. © Anna Barclay/​Getty Images

Die EU-Kommission hat der chinesischen Videoplattform TikTok unzureichenden Schutz seiner minderjährigen Nutzerinnen und Nutzer vorgeworfen. Die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, ein öffentlich zugängliches Profil auf der Plattform zu erstellen, könne zu »unerwünschten Kontaktaufnahmen, Cybermobbing oder ausbeuterischem Verhalten« führen, erklärte die Kommission. Sie forderte TikTok auf, die Einstellungen so anzupassen, dass die von Minderjährigen geteilten Inhalte nicht für alle Welt sichtbar sind.

Eine Ausnahme sieht die Kommission für Jugendliche, die die Möglichkeit zum öffentlichen Teilen von Inhalten erhalten könnten. Diese Inhalte dürften allerdings »unter keinen Umständen« für ein Publikum außerhalb der Plattform zugänglich sein. Darüber hinaus sollte TikTok davon absehen, Inhalte von Minderjährigen anderen Nutzern zu empfehlen, erklärte die EU-Kommission.

TikTok verteidigte die Einstellungen auf der Plattform als ausreichend. So verfügten Jugendkonten »über mehr als 50 voreingestellte Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen, die unter Einbeziehung von Expertinnen und Experten entwickelt wurden«, sagte eine Sprecherin. Man gehöre zudem zu den wenigen Plattformen, auf denen jüngere Teenager keine Direktnachrichten nutzen könnten.

Debatte um EU-weite Altersbeschränkungen bei sozialen Medien läuft an

Bei den nun veröffentlichten Erkenntnissen der EU-Kommission handelt es sich um vorläufige Ergebnisse einer im Februar 2024 begonnene Untersuchung unter dem »Digital Services Act«. Sollten diese sich bestätigen, könnte dies eine Geldbuße von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von TikTok zur Folge haben.

Mit diesen Ergebnissen könnte die Diskussion rund um eine EU-weite Altersbeschränkung für Social-Media-Plattformen an Fahrt aufnehmen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte zuletzt an, nach dem Sommer einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen der EU machen zu wollen. Die Politikerin hatte auf Grundlage von Empfehlungen einer Expertengruppe ein Mindestalter für soziale Medien gefordert. In den vergangenen Monaten preschten einige Mitgliedsstaaten mit nationalen Lösungsvorschlägen vor.

Es ist nicht das erste Mal, das TikTok von der EU-Kommission kritisiert wird. Im Februar stellte die Behörde fest, dass durch die stark personalisierten Empfehlungen und das ununterbrochene, automatische Abspielen von Videos die Plattform »süchtig machende« Funktionen benutzt.