Urlauber-Warnung: Venedig plant Preisschock mit bis zu 50 Euro Tagesgebühr

Venedig kassiert Rekord – und will Italien-Urlauber künftig mit 50 Euro zur Kasse bitten

Stand: 28.07.2026, 20:47 Uhr

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Venedigs Stadtkasse freut sich über Rekordeinnahmen durch das Eintrittsgeld. Doch Bürgermeister Venturini reicht das nicht.

München – Venedig ist eine der meistbesuchten Städte der Welt – und eine der teuersten. Wer die Lagunenstadt an der Adria besucht, zahlt für eine einfache Vaporetto-Fahrt 9,50 Euro, für eine halbe Stunde Gondel mindestens 90 Euro. Seit 2024 kommt für Tagesgäste noch eine weitere Ausgabe dazu: das weltweit einzigartige Eintrittsgeld für Kurzbesucher, das die Stadt als erstes Gemeinwesen überhaupt eingeführt hat.

Impressionen von Venedig (Symbolbild)

Venedig hat Rekordeinnahmen erzielt – viele Besucher mogelten sich trotzdem durch. Jetzt plant die Stadt eine massive Erhöhung des Eintrittsgeldes auf bis zu 50 Euro (Symbolbild). © Gian Marco Benedetto/ZUMA Press Wire/Imago

Die Bilanz der laufenden Saison fällt für die Stadtkasse eindrucksvoll aus. Nach Ende der diesjährigen Bezahlsaison gab die Verwaltung bekannt, dass mehr als 650.000 zahlende Tagesbesucher die Gebühr entrichtet haben. Das Ergebnis: über fünf Millionen Euro Einnahmen – Rekordhöhe. Die genaue Endsumme soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Venedig-Eintrittsgebühr: Wie die Regelung funktioniert

Seit April mussten Tagesbesucher an insgesamt 60 Terminen Eintritt zahlen. Der Regelsatz liegt bei zehn Euro – wer mindestens drei Tage im Voraus buchte, kam für fünf Euro davon. Per QR-Code auf dem Smartphone wurde die Gebühr bezahlt und bei Kontrollen in Einlassbereichen wie dem Bahnhof vorgezeigt. Wer ohne gültiges Ticket erwischt wird, zahlt ein Bußgeld von mindestens 60 Euro.

Von der Pflicht ausgenommen sind Übernachtungsgäste – für sie fällt stattdessen eine Kurtaxe an – sowie Einheimische und bestimmte weitere Gruppen. Offiziell gilt die Regelung weiterhin als Pilotprojekt, doch kaum jemand zweifelt daran, dass sie dauerhaft bestehen bleibt.

Trotz Millionen-Einnahmen: Viele mogeln sich durch

Trotz der beträchtlichen Einnahmen offenbart die Statistik eine Schwachstelle des Systems: Viele Tagesgäste umgehen die Gebühr schlicht, ohne erwischt zu werden. Und die eigentliche Lenkungswirkung bleibt aus – die Besucherzahlen sind bisher nicht gesunken. Venedig bleibt überfüllt: In der Altstadt leben weniger als 50.000 Menschen, denen schätzungsweise 25 Millionen Touristen pro Jahr gegenüberstehen.

Die Einnahmen selbst steigen dennoch von Jahr zu Jahr: 2024 waren es noch 2,2 Millionen Euro, 2025 bereits 5,4 Millionen – und in diesem Jahr nun mehr als fünf Millionen Euro, mit der finalen Zahl noch ausstehend.

Bürgermeister plant drastische Preiserhöhung auf bis zu 50 Euro

Venedigs neuer Bürgermeister Simone Venturini (Mitte-Rechts) lässt keinen Zweifel daran, dass er die Gebühr als Instrument verschärfen will. Er brachte ins Gespräch, den Eintritt an besonders stark frequentierten Tagen anzuheben. „Wenn es heute zwischen 5 und 10 Euro liegt, besteht mein Vorschlag darin, es an bestimmten Tagen auf 30 bis 50 Euro anzuheben“, wurde er vom „Corriere della Sera“ zitiert.

Sein Ziel: Massentourismus wirksamer eindämmen und die Einnahmen für die ansässige Bevölkerung nutzen – etwa durch günstigeren öffentlichen Nahverkehr und die Finanzierung der durch den Tagestourismus entstehenden Kosten.

Verfassungsrechtliche Hürden und Roms Zustimmung nötig

So einfach ist eine solche Erhöhung allerdings nicht umzusetzen. Die Gebühr wurde zwar per Gemeindeverordnung eingeführt, die Obergrenze ist jedoch durch ein nationales Gesetz festgelegt. Venturini muss daher in den kommenden Wochen Gespräche mit den zuständigen Ministerien in Rom führen – und die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni müsste zustimmen.

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Darüber hinaus gibt es erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken: Experten und Verfassungsrechtler sehen in einer Gebühr von 50 Euro eine mögliche Verletzung der in der italienischen Verfassung garantierten Bewegungsfreiheit. Während ein Betrag von zehn Euro noch als vertretbare Lenkungs- oder Verwaltungsabgabe eingestuft werden könne, verändere eine Gebühr von 50 Euro den Charakter der Maßnahme grundlegend – und könnte zu Klagen führen.

Was Urlauber jetzt wissen müssen

Für den Rest des Jahres 2026 können Tagesbesucher Venedig vorerst ohne Zahlung besuchen – die Bezahlsaison ist beendet. Im kommenden Jahr geht es vermutlich wieder ab dem Osterwochenende los. Wer als Tagesgast kommt, sollte frühzeitig buchen, um den günstigeren Tarif zu nutzen. Fest steht: Die Gebühr kommt wieder – und möglicherweise deutlich teurer als bisher. (Quellen: dpa, Corriere della Serra, Tagesschau.de, eigene Recherche) (str)