Venezuela: Donald Trump hält Venezuela für Neuwahlen »noch nicht bereit«

Im Januar hatte das US-Militär Venezuelas Präsidenten entführt und dessen Diktatur für beendet erklärt. Nach einem Ölabkommen sieht Trump aber keine Eile für Neuwahlen.

Quelle: DIE ZEIT, AP, dpa,

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Aktualisiert am 3. September 2026, 1:37 Uhr

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Venezuela: Delcy Rodríguez ist Interimspräsidentin von Venezuela.
Delcy Rodríguez ist Interimspräsidentin von Venezuela. © Leonardo Fernandez Viloria/​REUTERS

Nach dem Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA sieht US-Präsident Donald Trump keine Eile für Neuwahlen. »Ich glaube einfach nicht, dass sie schon bereit dafür sind«, sagte Trump. »Wir haben sie aus einer Diktatur befreit, und wir kommen mit der Regierung großartig zurecht.« Mit Blick auf mögliche Wahlen sagte Trump: »Wir wollen das. Und sie wollen das auch.«

Maduro wurde bei einem Militäreinsatz der USA Anfang Januar festgenommen und in die USA ausgeflogen. Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen »Drogenterrorismus« der Prozess gemacht werden soll. Auf ihn folgte Delcy Rodríguez, die Maduros Vizepräsidentin und enge Vertraute war. Trump sagte, die Interimspräsidentin unterstütze grundsätzlich ebenfalls, dass es Wahlen in Venezuela geben solle, betonte jedoch, das Land sei »noch nicht bereit«.

USA hat Ölabkommen mit Venezuela vereinbart

Rodríguez hatte erst vor wenigen Tagen ein Ölabkommen mit den USA unterzeichnet. Dieses soll den USA die Kontrolle über rund ein Fünftel der venezolanischen Ölreserven sichern. Details wurden bisher nicht bekannt, weshalb einige über einen Nachteil für Venezuela spekulieren. Rodríguez versicherte jedoch, dass Venezuela die volle »Souveränität über seine Ressourcen« behalte.

Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdölreserven weltweit, mehr als 303 Milliarden Barrel. Nach der Festnahme von Maduro lockerten die USA Sanktionen gegen den Ölsektor des Landes. Für den Zugang zum Öl setzten die USA auch Venezuelas Interimsregierung unter Druck.

Machado will nach Venezuela zurückkehren

Nach der Entführung Maduros hatte eigentlich die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado eine Machtübernahme in Venezuela angestrebt. Sie ist die prominenteste Oppositionspolitikerin des Landes. Bei Gesprächen der Regierung und der Opposition zu Stärkung der Demokatie in dem Land wurde sie jedoch nicht beteiligt. Die USA hatten die Gespräche vermittelt.

Die Oppositionelle Machado hatte sich während der Diktatur von Maduro in Venezuela versteckt gehalten, reiste im Dezember vergangenen Jahres jedoch heimlich aus, um den Friedensnobelpreis in Oslo persönlich entgegenzunehmen. Seitdem war sie nicht nach Venezuela zurückgekehrt.

US-Außenminister Marco Rubio sagte nun, die USA stünden einer Rückkehr nicht im Weg. Sie sei venezolanische Staatsbürgerin und habe »jedes Recht, in ihr Land zu reisen, wann immer sie zurückkehren möchte«. Medienberichten zufolge hielt die US-Regierung bislang einen solchen Schritt für unangebracht, obwohl Machado mehrfach ihren Rückkehrwillen bekundet hatte.