Verkäufe steigen allgemeinHybride und E-Autos dominieren EU-Neuwagenmarkt immer stärker
23.07.2026, 12:27 Uhr
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Viele Autobauer haben mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. In der EU läuft es dagegen gut, auch für Volkswagen, Mercedes und Co. Ein Trend ist weiterhin ungebrochen: Kunden wollen immer öfter Elektroautos und Hybride. Die kommen auch öfter aus China.
Elektro- und Hybridautos haben den Automarkt in der EU im Juni weiter angetrieben. Insgesamt nahmen die Pkw-Neuzulassungen im Jahresvergleich um 13,6 Prozent auf fast 1,148 Millionen Fahrzeuge zu, wie der europäische Branchenverband Acea in Brüssel mitteilte.
Während der Absatz reiner Verbrennerfahrzeuge sank, legten vollelektrische Batteriefahrzeuge (BEV) um mehr als 60 Prozent auf 270.557 Exemplare zu. Auch Hybridautos verkauften sich stärker.
Juni beflügelt Autokäufe europaweit
In Deutschland wuchs der Autoabsatz dem Bericht zufolge im Juni um 15,7 Prozent, in Frankreich fiel das Plus mit 11,4 Prozent niedriger aus, ebenso in Italien mit 10,6 Prozent. In Spanien legten die Neuzulassungen mit 7,8 Prozent deutlich moderater zu.
Volkswagen blieb EU-weit mit Abstand Marktführer, der Absatz erhöhte sich um 7,3 Prozent auf 291.366 Autos. Stellantis, der Mutterkonzern von Fiat, Peugeot und Opel, verbuchte als Nummer zwei ein Plus von 7,1 Prozent, und der Branchen-Dritte Renault legte um 3,6 Prozent zu. Der BMW-Konzern kam auf ein Plus von 16,1 Prozent, Mercedes-Benz legte um 4,8 Prozent zu.
Insgesamt wuchsen die Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr um 5,7 Prozent auf rund 5,897 Millionen Fahrzeuge. Der Marktanteil reiner Batterieautos kletterte von 15,6 auf 20,7 Prozent. Zudem machten Plug-in-Hybride 9,8 Prozent der Neuzulassungen aus, Hybrid-Wagen ohne extern aufladbare Batterie kamen auf den mit Abstand größten Marktanteil von 37,3 Prozent.
Reine Verbrenner wurden im ersten Halbjahr deutlich weniger verkauft. Diesel kamen auf 7,5 Prozent Anteil, Benziner auf 22,2 Prozent.
Anteil chinesischer Anbieter steigt auf zehn Prozent
Große Sprünge machen weiter chinesische Anbieter wie Chery, BYD und Leapmotor. Die Marktanteile der chinesischen Anbieter sind in den ersten sechs Monaten mit 2,7 Prozent bei Geely (Volvo, Polestar) sowie jeweils 2,2 Prozent bei SAIC Motor (Marke MG) und BYD aber noch überschaubar. Der Marktanteil chinesischer Autokonzerne stieg im Juni von sechs Prozent im Vorjahr auf zehn Prozent. Der Elektroauto-Pionier Tesla aus den USA erholte sich von seinem Absatzeinbruch aus dem Vorjahr und kam von Januar bis Juni auf einen Marktanteil von 2,1 Prozent.
Die Beratungsfirma EY führt den starken Anstieg im Juni auch auf zwei zusätzliche Verkaufstage im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. "Für das Plus im ersten Halbjahr gibt es vor allem einen Grund: Das starke Wachstum bei Elektroautos", ergänzte der EY-Experte Constantin Gall. "Dieses Wachstum ist wiederum in erster Linie auf die verschiedenen nationalen Förderprogramme zurückzuführen und somit steuerfinanziert."
Insgesamt sehen die Experten daher "noch keine echte Verbesserung der Lage auf dem EU-Neuwagenmarkt". Das aktuelle Marktwachstum sei "teuer erkauft", betonte Gall. Der Absatz von Elektroautos stehe und falle "derzeit noch mit der staatlichen Förderung. Wenn diese ausläuft, bricht der Elektro-Absatz ein."
Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP