Stand: 01.08.2026, 06:07 Uhr
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Am Gardasee legt die anhaltende Dürre ein Stück Geschichte frei. Über ein halbes Jahrhundert lang war die historische Ruine vor Blicken verborgen.
Gargnano – Seit mehr als sechs Jahrzehnten hat die Ruine niemand mehr gesehen. Still lag es unter der Wasseroberfläche. Mit den sinkenden Pegeln kommt die alte Zollstation von Lignago wieder ans Licht. Am Valvestino-Stausee bei Gargnano, einem kleinen Ort am Westufer des Gardasees, ragen plötzlich die Steinmauern der ehemaligen „Dogana di Lignago“ aus dem Wasser.

Wo einst die Grenze zwischen dem Königreich Italien und der Österreichisch-Ungarischen Monarchie verlief, befand sich die ehemalige königliche Zollstation von Lignago – „Dogana di Lignago“. Wer damals von der Gardasee-Region ins Valvestino-Tal wollte, kam an diesem Posten nicht vorbei. Die Beamten kontrollierten Waren und Reisende an der Grenze. Das lombardische Sprichwort „Te pasaré da Lignàc“ (auf Deutsch: „Du wirst durch Lignago kommen.“) steht heute noch für jeden unausweichlichen Umweg.
„Trockenheit bringt Wunder am Gardasee hervor“: Zollhaus taucht aus dem See auf
Nach dem Ersten Weltkrieg verlor das Zollhaus seine Funktion. Die italienische Grenze rückte nach Norden vor. Anfang der 1960er-Jahre verschwand es dann endgültig: Das gesamte Tal wurde vom Wasser des Stausees geflutet. Das Zollhaus zusammen mit anderen Häusern und Obstgärten verschwand. Seit 1962 liegt die Station verborgen im See, direkt an der Straße, die den Idrosee mit dem Gardasee verbindet.
Der niedrige Pegelstand des Valvestino-Stausees legt die alten Steinmauern frei. „Valvestino-Staudamm: Das alte Zollhaus ist wieder aufgetaucht“, heißt es in einem Facebook-Post von Accompagnatore di territorio. Der Wirbel um die Ruine im Stausee ist groß. „Trockenheit bringt Wunder am Gardasee hervor“, titelt Südtirol News.
Das „Wunder“ ist jedoch eher ein alarmierendes Zeichen. Italien und die ganze Urlaubsregion kämpfen mit Wassermangel und Dürre. Der Gardasee verliert täglich Milliarden Liter Wasser. Die Trockenheit macht auch vor anderen Gewässern nicht halt.
„Während der trockenen Jahreszeiten taucht es heute aber immer wieder auf und zeigt sich in seiner ganzen Schönheit“, ist auf der Tourismus-Webseite von Visit Brescia zu erfahren. Doch auch ohne Ruine sei der Lago di Valvestino „von seltener Schönheit, der auf den ersten Blick an die schönsten Fjorde Norwegens erinnert“. Im Sommer sei die intensive hellblaue Farbe des Wassers faszinierend. „Ein Zeichen der Hoffnung“ gibt es am Gardasee. Dabei schlagen sich Fischer mit vielen Problemen rum. (Quellen: Facebook, Visit Brescia, Südtirol News) (ml)