Stand: 31.07.2026, 13:33 Uhr
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Rund 12.000 Unternehmen verpassen Frist für Registrierung der IT-Sicherheitsrichtlinie NIS-2. Grünen-Politikerin nennt das „alarmierend“ und formuliert Forderungen an Minister Dobrindt.
Am 31. Juli ist die letzte Frist zur Umsetzung der IT-Sicherheitsrichtlinie NIS-2 durch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, die als Kritische Infrastruktur gelten, abgelaufen. Doch obwohl dieser Stichtag schon um mehrere Monate nach hinten verlegt wurde, sind viele der betroffenen Einrichtungen ihren Pflichten nicht nachgekommen. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Abgeordneten-Anfrage, die der FR vorliegt.
Demnach lagen bis zum 23. Juli insgesamt 18.414 Registrierungen gemäß NIS-2 vor. Davon entfallen etwa zwei Drittel auf „wichtige“ und ein Drittel auf „besonders wichtige“ Einrichtungen. Das sind zwar mehr als noch am Ende des ersten Quartals 2026 (damals lag die Zahl der Registrierungen bei etwa 15.500). Allerdings wird davon ausgegangen, dass in Deutschland rund 30.000 Unternehmen und Institutionen unter deren Definition fallen. Ein großer Teil von ihnen wird also auch die verlängerte Frist wohl verpassen. Die EU-Richtlinie NIS-2 soll einen europaweiten Standard für den Schutz vor IT-Angriffen schaffen. Sie betrifft 18 Wirtschaftssektoren, die als kritisch definiert werden.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat der Stellungnahme des Innenministeriums zufolge „im Rahmen seines kooperativen Ansatzes nochmals seine Informationspolitik verstärkt“, um die Richtlinie möglichst breit umzusetzen. Außerdem habe man sich bemüht, die Schätzung der Zahl der betroffenen Unternehmen zu verifizieren, so das Ministerium, ohne Zahlen zum Ergebnis dieses Prozesses zu nennen. „Das BSI behält sich bußgeldbewehrte Schritte vor“, heißt es schließlich aus dem Haus von Alexander Dobrindt (CSU).
Die Grünen-Abgeordnete Jeanne Dillschneider, auf deren Anfrage hin die Bundesregierung die Zahlen vorgelegt hat, nennt diese „alarmierend“. Sie sagt der FR: „Bereits die reguläre Frist hätte ein Weckruf sein müssen. Doch offenbar wurde die wachsende Bedrohung unserer Cybersicherheit noch immer nicht an allen Stellen erkannt.“
Von der Bundesregierung fordert Dillschneider, dringend eine Strategie auszuarbeiten, um die Umsetzungslücke zu schließen. Doch sie ist wenig optimistisch: „Anscheinend ist der Innenminister so beschäftigt damit, von staatlichem Hacking zu träumen und das Recht auf Informationsfreiheit zu beschneiden, dass er darüber ganz die eigene Cybersicherheit aus dem Blick verliert.“