Kolumbien: Über 100 Tote nach Beben

Kolumbien

Bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 in Kolumbien sind am Montag mindestens 111 Menschen ums Leben gekommen und 87 weitere Menschen verletzt worden. Das teilte der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella mit. Ihm zufolge wurden Schäden an mehr als 1.500 Wohnhäusern sowie 61 eingestürzte Gebäude gemeldet. Der Präsident rief den Katastrophenfall aus.

Online seit gestern, 17.50 Uhr

(Update: gestern, 21.10 Uhr)

Am schwersten betroffen war die Kaffeeregion Risaralda: Allein in der Stadt Pereira starben laut bisherigen Behördenangaben mindestens 47 Menschen. 27 Tote wurden zuvor im Gebiet Valle del Cauca, in dem sich auch die Millionenstadt Cali befindet, gemeldet. In der Region Choco wurden zuletzt vier Tote gemeldet, in der Stadt Manizales im Gebiet Caldas waren es drei.

„Die Situation ist kritisch“, sagte der Bürgermeister der Stadt Pereira, Mauricio Salazar, im Radiosender Caracol. Auch in der Stadt Quibdo habe es „Verletzte und schwere Schäden an Häusern“ gegeben, erklärte die Gouverneurin der Region Choco, Nubia Carolina Cordoba-Curi, im Onlinedienst X. „Uns bereiten die Nachbeben Sorgen“, schrieb Cordoba. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst ein Nachbeben der Stärke 4,6 im ebenfalls in der Region Choco gelegenen Novita.

Rettungsarbeiten nach Erdbeben in Kolumbien
Rettungskräfte suchen nach Verschütteten

Alarmsirenen ertönten

In der Millionenstadt Cali stürzten Berichten zufolge mindestens 30 Gebäude ein. Unter den Trümmern würden noch mehrere Menschen vermutet. Die genauen Schäden würden nun mit Hilfe von Drohnen ermittelt. In Manizales habe zudem ein Turm der Kathedrale Schäden erlitten.

In Bogota wurden Gebäude evakuiert, die Schäden in der kolumbianischen Hauptstadt beschränkten sich dem Bürgermeister zufolge aber auf Risse in Gebäuden. Viele Menschen liefen in Panik auf die Straßen, als die Alarmsirenen ertönten.

Schweres Erdbeben erschüttert Kolumbien

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat Kolumbien erschüttert. Mehrere Gebäude stürzten ein, Dutzende Menschen starben.

Epizentrum nahe der Stadt San Jose del Palmar

Das kolumbianische Institut für Geowissenschaften und die US-Erdbebenwarte USGS gaben die Stärke des Bebens, das sich um 7.34 Uhr ereignet hatte, mit 7,4 an. USGS gab die Tiefe mit 107 Kilometern an und damit etwas tiefer als der Kolumbianische Geologische Dienst.

Das Epizentrum lag demzufolge nahe der Stadt San Jose del Palmar südlich von Medellin in der Region Choco im Nordwesten des Landes. Berichten der Nachrichtenagentur AFP zufolge waren die Erdstöße aber auch in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito sowie in Panama und Venezuela zu spüren.

Auf den kleineren Flughäfen in Pereira, Manizales, Quibdo, Armenia, Cartago und Buenaventura wurde der Flugverkehr „aus Sicherheitsgründen“ eingestellt, wie die Luftfahrtbehörde mitteilte. Ein Tsunami sei nicht zu befürchten, erklärten Behördenvertreter.

Rettungsarbeiten nach Erdbeben in Kolumbien
In vielen Landesteilen, darunter in der Millionenstadt Cali, stürzten Gebäude ein

Regierung aktiviert Krisenstab

Der erst kürzlich vereidigte Präsident de la Espriella ordnete die Einrichtung eines gemeinsamen Krisenstabs in San Jose del Palmar an. Dieser soll die Maßnahmen zur Bewältigung der Schäden und die Hilfe für Betroffene koordinieren. Zudem forderte der Präsident einen detaillierten Bericht über die Lage und den dringendsten Hilfsbedarf.

De la Espriella kündigte an, persönlich nach Pereira zu reisen. Zuletzt hatten zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 das benachbarte Venezuela erschüttert. Mehr als 6.000 Menschen kamen dabei ums Leben.