Vier Azubis im Landkreis Verden entwickeln Klimaschutz-Ideen fürs Wohnen im Alter

Stand: 16.10.2026, 06:30 Uhr

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Präsentieren stolz das Ergebnis: Sarah Meyer-Soylu (v.l.), Matis Schacht, Johanna Holsten, Eike Neubauer sowie die Ausbildungsleiterin der Stadt Achim, Lena Schardelmann.

Präsentieren stolz das Ergebnis: Sarah Meyer-Soylu (v.l.), Matis Schacht, Johanna Holsten, Eike Neubauer sowie die Ausbildungsleiterin der Stadt Achim, Lena Schardelmann. © Marschhausen

Vier Auszubildende haben einen Flyer zu klimafreundlichen Wohnformen für Senioren erarbeitet. Als Dankeschön gab es Teilnahmeurkunden – und ein Strommessgerät.

Landkreis – „Wie möchten wir im Alter wohnen?“ Mit dieser Frage beschäftigten sich vier Auszubildende aus Achim, Oyten und anderen Gemeinden im Landkreis Verden im Rahmen des Projekts „Kommunale Klimascouts“ der Klimaschutz- und Energieagentur Verden („kleVer“). Dabei herausgekommen ist ein Flyer, der verschiedene Formen des Wohnens im Alter vorstellt. Das Projekt setzt sich unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ intensiv damit auseinander, wie genau alternative Wohnformen zum Klimaschutz beitragen können.

Johanna Holsten, Matis Schacht, Eike Neubauer und Christina Plath erarbeiteten sich ihre Erkenntnisse zuerst in einer zweitägigen Fortbildung im Achimer Rathaus, in der sie sich tiefergehend mit dem Klimawandel beschäftigten, aber auch lernten, wie genau Projektplanung funktioniert. In der darauffolgenden dreimonatigen Projektphase entstand dann der Flyer in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Der Fokus liegt hier auf der Planung“, erklärt Sarah Meyer-Soylu, die als Klimaschutzbeauftragte für den Landkreis Verden tätig ist. Je nach Machbarkeit seien in den letzten Jahren jedoch auch schon Konzepte ausgearbeitet und praktisch umgesetzt worden.

Die „kleVer“ Klimaschutzagentur besteht seit 2019 und beschäftigt sich mit einer Vielzahl an Aufgaben im Bereich des Verdener Klimaschutzes. Seit 2021 besteht mit den „Kommunalen Klimascouts“ nun auch für Auszubildende die Möglichkeit, sich mit diesem Thema eingehend zu beschäftigen und einen Beitrag zu leisten. Das Angebot ist offen für alle Fachrichtungen, Vorkenntnisse werden nicht benötigt. Das Ziel der Projekte bestehe darin, zum Schutz des Klimas beizutragen. In den vergangenen Jahren wurde sich zum Beispiel mit Themen wie Fahrradmobilität oder dem Gärtnern in Kindergärten auseinandergesetzt.

Die diesjährigen Teilnehmer merken in ihrem Flyer an, dass viele ältere Menschen ihren Wohnraum nicht mehr vollständig nutzen würden. Um Ressourcen und Platz einzusparen, schlagen sie etwa Wohngemeinschaften für Senioren vor, in denen bestimmte Bereiche gemeinschaftlich geteilt werden könnten. Auch eine gemeinsame Nutzung von Haushaltsgeräten biete sich an, um für ein klimafreundlicheres Wohnen zu sorgen. „Wir haben versucht, Soziales und Klimaschutz zu verbinden“, erklärt Johanna Holsten, die ihre Ausbildung in der Verwaltung der Gemeinde Oyten absolviert.

Matis Schacht, der für den Bauhof der Stadt Achim tätig ist, beschreibt, im Alltag eigene Erfahrungen mit dem Thema gemacht zu haben, da seine Großeltern ihren Wohnraum ebenfalls nicht mehr vollständig nutzten. Ein weiteres Konzept zum Wohnen im Alter der „Klimascouts“ stellt eine generationenübergreifende Lösung dar, in der junge und alternde Menschen zusammenleben. „Der Flyer soll dabei helfen, sich darüber bewusst zu werden, was für einen passend ist“, beschreibt Eike Neubauer von der Achimer Kläranlage. Dazu sollen die verschiedenen vorgestellten Modelle dienen.

Nachdem von Januar bis April dieses Jahres intensiv an der Planung gearbeitet worden war, erhielten die Auszubildenden nun ihre wohlverdienten Teilnahmeurkunden. Zusätzlich überreichte Sarah Meyer-Soylu den stolzen Absolventen jeweils ein Strommessgerät – passend zum Projekt sollen sie dabei helfen, Energiekosten zu senken und den eigenen Stromverbrauch besser im Blick zu haben. Damit endet das diesjährige Projekt – die Ideen der vier „Klimascouts“ sollen jedoch auch darüber hinaus weiterwirken und neue Perspektiven auf nachhaltiges Wohnen schaffen.