Volksbad: Berlins Kultursenator verurteilt Drohungen gegen Volksbühne

Stefan Evers hat rassistische Drohungen gegen eine Veranstaltung der Volksbühne als inakzeptabel bezeichnet. Berlin »muss ein sicherer Ort sein«, sagte der CDU-Politiker.

Quelle: DIE ZEIT, dpa,

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Aktualisiert am 14. August 2026, 20:51 Uhr

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Volksbühne Berlin Each One Teach One Schwimmen schwarze Community
»Gewaltandrohungen gegen ein Kunstprojekt sind genauso inakzeptabel wie die Bedrohung kritischer Stimmen«, sagte Stefan Evers. © Christoph Soeder/​dpa

Der Kultursenator der Stadt Berlin, Stefan Evers, hat die Anfeindungen gegen die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz wegen einer inzwischen abgesagten Veranstaltung mit einem Verein der Schwarzen Community kritisiert. »Gewaltandrohungen gegen ein Kunstprojekt sind genauso inakzeptabel wie die Bedrohung kritischer Stimmen«, sagte der CDU-Politiker. »Die ganze Stadt muss ein sicherer Ort sein. Für jeden Menschen, unabhängig davon, wie er aussieht, wen er liebt, an was er glaubt oder welche Meinung er vertritt.«

Nach teils rassistischen Diskussionen und Drohungen hatten die Volksbühne und der Verein Each One Teach One (Eoto) eine Veranstaltung abgesagt. Dabei sollten exklusiv Menschen der Schwarzen Community, insbesondere Kinder und Jugendliche, im temporär vor dem Theater aufgebauten sogenannten Volksbad schwimmen können. Man könne eine sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher ebenso wenig garantieren wie einen entspannten Feriennachmittag, teilte das Theater mit.

»Kunst darf provozieren«

»Kunst darf provozieren. Sie will und soll Debatten anregen. Das ist ihr Anspruch. Das ist ihr Auftrag«, sagte Evers, der Spitzenkandidat für die Berlinwahl am 20. September ist. »Widerspruch, Kritik und auch harte Auseinandersetzungen in der Sache gehören zu einer freien Gesellschaft. Was nicht dazugehört, sind Drohungen, Einschüchterung oder Gewalt.«

Linke und Grüne in Berlin hatten die Absage zuvor als »unerträglich« bezeichnet. »Dass die Absage wegen Sicherheitsbedenken erfolgen musste und das gemeinsame Schwimmen für schwarze Kinder und Jugendliche im Volksbad nun ausfällt, zeigt, wie sehr Hass und Hetze um sich greifen«, sagte Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sprach von einem »Skandal«.

»Seit Beginn der öffentlichen Diskussion über die Veranstaltung erhalten wir rassistische Droh-E-Mails«

»Wir werden selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen anbieten«, teilte Volksbühnen-Intendant Matthias Lilienthal mit. Es gehe aber um die Verantwortung, die öffentliche Institutionen haben. »Wir solidarisieren uns – heute und an jedem Tag – mit allen, die Rassismus und rechten Feindbildmarkierungen ausgesetzt sind.«

Wegen der exponierten Lage des Schwimmbeckens sei zu befürchten gewesen, dass die Wahrung von Persönlichkeitsrechten, der Schutz vor potenziellen diskriminierenden und diffamierenden Äußerungen sowie eine schadlose An- und Abreise nicht garantiert werden könnten, teilte Eoto mit. »Seit Beginn der öffentlichen Diskussion über die Veranstaltung erhalten wir rassistische Droh-E-Mails sowie Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare auf Social Media.«