Stand: 15.09.2026, 20:03 Uhr
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Eren Dinkci spricht über seine Rückkehr zu Werder Bremen, seine Zukunft - und die neue Rolle, die er als gereifterer Spieler nun für sich sieht.
Bremen – Fast einen Monat ist sie mittlerweile her, doch für Eren Dinkci fühlt sich die Rückkehr zum SV Werder Bremen noch immer ein bisschen surreal an. „Die Wochen waren sehr turbulent. Ich kann es auch noch nicht so 100 Prozent realisieren“, sagte Dinkci am Dienstagvormittag während einer bemerkenswert offenen Medienrunde. „Es fühlt sich immer wieder an wie eine Länderspielpause – irgendwie war ich zuletzt immer nur zur Freizeit hier.“ Eines aber war dem 24-Jährigen sehr deutlich anzumerken: die Dankbarkeit dafür, wieder in seiner Geburtsstadt bei Werder Fußball spielen zu können.

Eren Dinkci wünscht sich festen Verbleib bei Werder Bremen - aber auch der SC Freiburg plant mit ihm
„Es ist wirklich sehr, sehr schön, wieder hier zu sein“, betonte der Offensivspieler. Und nach gerade einmal drei Spieltagen steht für ihn sogar schon fest, dass er möglichst lange bleiben möchte. Aktuell ist Eren Dinkci vom SC Freiburg lediglich für eine Saison an Werder Bremen ausgeliehen. Eine Kaufoption gibt es nicht. „Ich weiß nicht, wie Clemens Fritz und Peter Niemeyer da mit mir planen, aber ich hätte persönlich nichts dagegen, hier zu bleiben. Warum auch? Ich bin zu Hause, ich fühle mich hier einfach am wohlsten.“
Mehr Silbertablett geht kaum. Läuft die Saison wie gewollt, hätte sicherlich auch Werder Bremen nichts gegen eine weitere Zusammenarbeit einzuwenden. Im Breisgau muss da allerdings ebenfalls mitgespielt werden. Bis 2028 läuft Dinkcis Vertrag beim Sport-Club nach DeichStube-Informationen noch. „Ich weiß, dass Freiburg einen Plan mit mir hat, ich da noch einen Vertrag habe und es nicht so einfach wird, mich da irgendwie rauszubekommen“, sagte er selbst. Es dürften also noch einige Gespräche nötig sein, sollte aus der Leihe im kommenden Sommer tatsächlich ein fester Transfer werden.
Eren Dinkci wird Stammspieler bei Werder Bremen und will sich noch steigern: „Darauf können sich die Fans freuen“
Die emotionale Komponente spricht derweil klar für die Norddeutschen. „In diesem Stadion spielen zu dürfen, ist für mich persönlich eine Riesenehre“, sagte der gebürtige Bremer. „Ich freue mich auf jedes Heimspiel.“ Kürzlich traf er gegen RB Leipzig erstmals in seiner Karriere im Werder-Trikot am Osterdeich. Weitere Tore sollen unbedingt folgen. Womöglich schon am Samstag gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker). Denn sportlich ist Eren Dinkci inzwischen dort angekommen, wo er bei Werder Bremen schon einmal hinwollte: Er ist Stammspieler. Zwei Partien absolvierte er zuletzt von Beginn an.
Dabei war sein Start nach der Rückkehr alles andere als optimal verlaufen. Dinkci kam aus einer Verletzung und musste sich zunächst wieder herankämpfen. „Mir gelingt noch nicht alles so, wie ich es mir wünsche. Ich muss auch noch meinen Rhythmus finden“, gab er zu. Gleichzeitig spüre er, wie ihm die Einsatzzeiten Sicherheit geben. Und kündigte an: „Ich glaube, da kann auf jeden Fall noch ein Tick dazukommen, wird auch dazukommen, das weiß ich. Und ich glaube, darauf können sich die Fans auch freuen.“
Eren Dinkci will Werder Bremen Energie schenken: „Für dieses Wappen gebe ich mehr als 100 Prozent“
Dass Dinkci heute ein anderer Profi ist als bei seinem Abschied aus Bremen, hat dabei nicht nur mit seinen Leistungen auf dem Platz zu tun. In Heidenheim und Freiburg habe er „vieles mitgenommen, sei es fußballerisch oder menschlich“. Er war in Heidenheim zeitweise sogar in einer Führungsrolle, lernte allein zu wohnen und verließ damit seine Komfortzone. „Ich bin nicht mehr der extrem introvertierte Eren Dinkci, der ich mal war“, beschrieb er seine Entwicklung. „Ich glaube, jetzt ist alles ein bisschen anders, ich bin offener geworden, und auf dem Platz kann ich auch mal laut werden.“ Auch sein Fußballverständnis habe sich weiterentwickelt. In Freiburg habe ihn ein „Top-Trainer“ auf einer neuen Position gefördert. Einen Führungsanspruch bei Werder Bremen leitet er aus seiner Entwicklung trotzdem nicht zwingend ab. „Ich würde mich selbst als Zwischenglied beschreiben zwischen den Jungen und den Älteren“, sagte er. „Ich will mich nicht in eine Führungsrolle setzen, aber ich glaube trotzdem, dass ich auch durch die Erfahrung, die ich gemacht habe, einiges mitgeben kann.“
Dass Eren Dinkci dabei längst nicht nur auf die eigenen Spielminuten schaut, macht seine veränderte Haltung besonders deutlich. „Ich glaube, wenn ich jetzt weniger Einsatzzeiten hätte, dann wäre es trotzdem anders als früher, weil ich es wirklich sehr, sehr schätze, hier zu sein, und dafür bin ich auch sehr dankbar“, betonte er. „Ich würde der Mannschaft – egal ob ich spiele oder nicht, ob ich im Kader bin oder nicht – trotzdem viel Energie geben wollen.“ Dennoch will er natürlich am liebsten auf dem Platz stehen. Und dort alles investieren. „Ich setze mich wirklich sehr für diese Mannschaft ein und will es auch machen, sei es fußballerisch, sei es läuferisch – für dieses Wappen gebe ich auf jeden Fall mehr als 100 Prozent.“ (bvo/mbü)