Hamburg setzt Jina Amini ein Zeichen direkt vorm Konsulat

Hamburg

Von der Mullah-Polizei getötet: Hamburg ehrt Jina Amina - an einem besonderen Ort

Die Grünfläche am Denkmal „Jinas Beet“ wurde jetzt ebenfalls nach Jina Mahsa Amini benannt.
Marius Röer

„Jinas Beet“ in Winterhude erinnert an die getötete Menschenrechts-Aktivistin – direkt gegenüber dem iranischen Generalkonsulat.

In Hamburg gibt es zwei neue Straßen- und Grünflächenbezeichnungen, die an Frauen erinnern, deren Leben und Wirken für Freiheit, Menschenrechte und den Widerstand gegen Unterdrückung stehen. Das gab der Hamburger Senat in einer Pressemeldung bekannt. Einer dieser Orte ist das Denkmal „Jinas Beet“, das in Winterhude steht – direkt gegenüber dem iranischen Generalkonsulat.

Im Mai 2026 wurde das Denkmal errichtet und erinnert an Jina Mahsa Amini. Sie wurde am 21. September 1999 in Saqqez im Iran geboren und im Jahre 2022 von der sogenannten „Sittenpolizei“ in Teheran festgenommen, weil sie angeblich nicht vorschriftsgemäß ihr Kopftuch trug. Die Festnahme ging mit schwerer körperlicher Misshandlung einher. Infolgedessen fiel Amini ins Koma und starb drei Tage später. 

Direkt am Denkmal: Der Jina-Mahsa-Amini-Park

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Jina Aminis Tod löste im Iran eine breite Protestbewegung unter dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ aus. Die iranische Regierung reagierte darauf mit massiver Gewalt. Unzählige Menschen, darunter viele Minderjährige, wurden Opfer der Brutalität des Regimes. Auf der ganzen Welt fanden Solidaritätskundgebungen statt – auch in Hamburg.

Jetzt erinnert nicht nur das Denkmal an die Frau, sondern auch der Ortsname. In Gedenken an Amini heißt die Grünfläche zwischen der Meenkwiese und der Hudtwalckerstraße jetzt Jina-Mahsa-Amini-Park. Besonders daran ist, dass das Denkmal und der Ort direkt gegenüber dem Generalkonsulat der Islamischen Republik Iran an der Beblallee liegen. 

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Esther-Bejarano-Straße statt Bergiusstraße

Bei der zweiten neuen Straßenbezeichnung hat der Senat die Bergiusstraße in Altona zur Esther-Bejarano-Straße gemacht. Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigte die NS-Belastung des Chemikers und Unternehmers Friedrich Bergius.

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Esther Bejarano sitzt in einem Fernsehstudio und blickt in Schwarz-Weiß-Aufnahme direkt in die Kamera.
Esther Bejarano starb am 10. Juli 2021 in Hamburg, nachdem sie als Shoa-Überlebende unter anderem als Zeitzeugin und Aktivistin arbeitete.
picture alliance / SvenSimon | Malte Ossowski/SVEN SIMON

Der neue Name ehrt dagegen die Jüdin Esther Bejarano. Sie war nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zunehmender Verfolgung ausgesetzt. Sie überlebte das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau als Teil des Mädchenorchesters. Als Überlebende der Shoah arbeitete sie als Sängerin, Zeitzeugin, Aktivistin und war langjährige Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e. V. Seit den 1960er-Jahren lebte sie in Hamburg. Esther Bejarano starb am 10. Juli 2021.

Die Umbenennungen des Senats kamen auf den Vorschlag der Bezirksversammlung Hamburg-Altona. Der Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, sagt dazu: „Mit den Benennungen bewahren wir nicht nur die Erinnerung an zwei besondere Frauen, wir machen ihre Geschichten und das, wofür ihre Namen stehen, dauerhaft im Hamburger Stadtraum sichtbar.“

Weiter sieht er eine politische Bedeutung: „Ihre Lebensgeschichten erinnern uns zugleich daran, dass demokratische Werte und Freiheitsrechte niemals selbstverständlich sind und wir entschlossen für sie eintreten müssen.“ Zur Umbenennung organisiert der Bezirk Altona eine Feierstunde und lädt dazu separat ein. (pli)