Stand: 05.09.2026, 08:00 Uhr
Egal ob „Heidi“, „Captain Future“, „Sailor Moon“ oder „One Piece“: Japanische Trickfilme sind ein fester Teil der deutschen Popkultur. Alles begann im September 1976 mit einer pummeligen, frechen Biene.
Mainz – „In einem unbekannten Land / Vor gar nicht allzu langer Zeit / war eine Biene sehr bekannt“, hat Karel Gott einst gesungen. Sehr bekannt ist „Die Biene Maja“ nach wie vor. Aber inzwischen ist dann doch recht viel Zeit vergangen. Vor 50 Jahren – am 9. September 1976 – kletterte die neugierige Biene erstmals im ZDF-Kinderprogramm aus ihrer Wabe.
Artikel der KNA
Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Und verblüffte sofort ihre Lehrerin: „Eine Biene, die träumt? Na sowas!“ An ihrer Seite: Drohne Willi, ein lieber Faulpelz. „Die Biene Maja“ war nicht der allererste japanische Trickfilm im deutschen Fernsehen. Die ARD hatte 1971 mit der Actionserie „Speed Racer“ experimentiert, war aber schnell an einem Sturm der Entrüstung der Eltern gescheitert und hatte den Anime bald eingestellt.

1972 und 1974 folgten – noch recht holzschnittartig gezeichnet – „Calimero“ sowie „Wickie und die starken Männer“ und hatten bereits viele Fans.
Mutter der großen Zeichentrickserien
Mit „Die Biene Maja“ aber begann ein neues Zeitalter im deutschen Kinderfernsehen. Die Erfolgswelle der Buchverfilmung hatte solch eine Wucht, dass bald in jedem Supermarkt Comics und Sammelbände zur Serie auslagen.
Majas Freundeskreis – von Grashüpfer Flip über Stubenfliege Puck bis zum Ameisengeneral – gab es als Schar bunter Gummifiguren zu kaufen. Ein derart massives Merchandising war den Kindern völlig neu.
Nach „Die Biene Maja“ ging es Schlag auf Schlag, der Boom japanischer Zeichentrickserien ging in den 1970ern und 1980ern nahtlos weiter mit „Heidi“, „Pinocchio“, „Sindbad“, „Marco“, „Nils Holgersson“ und „Captain Future“. Und das neue TV-Genre war gekommen, um zu bleiben. Es folgten Actionformate wie „Sailor Moon“, „Detektiv Conan“ oder nun gerade aktuell die nicht enden wollende Abenteuerserie „One Piece“.
Nach gut 100 Folgen war Schluss
Mit der Biene Maja ging es hingegen nicht ganz so endlos weiter. Nach vielen köstlichen Auftritten etwa des schief singenden Ameisen-Chors („Na-Na-Na-Naaaaa“), gefährlichen Begegnungen mit Fressfeinden sowie zahllosen Ermahnungen an den unbelehrbaren, aber herzensguten Willi war die Original-Serie nach 104 Folgen im September 1980 auserzählt.
Bis heute sind diese zwei Staffeln auch wegen ihrer Synchronstimmen beliebt, die teils mehrere Rollen sprachen. Den näselnden Eberhard Storeck als Willi hat man als dänischen Koch aus der „Muppet Show“ oder als den Wikinger Snorre aus „Wickie“ im Ohr. Scarlet Cavadenti lieh ihre berührende Stimme nicht nur Maja, sondern etwa auch Lucy in den „Peanuts“-Trickfilmen oder Jessie aus der „Pokémon“-Kinoreihe.
Serie von 2013: Maja speckt ab
„Die Biene Maja begeistert seit 50 Jahren Kinder mit Neugier, Mut und Abenteuerlust“, sagt der Hauptredaktionsleiter ZDF Kinder und Jugend, Michael Stumpf. „Ihre Geschichten stehen schon immer für Offenheit, Toleranz und ein respektvolles Miteinander. Majas Klatschmohn-Welt ist bunt und vielfältig. Hier darf jede Figur so sein, wie sie sein möchte. Gerade darum ist das Format heute immer noch so aktuell.“
„Die Biene Maja“ im TV und Streaming
– Am Sonntag, 6. September, steht die „Biene Maja“ im Mittelpunkt eines vielseitigen TV-Programms im ZDF: Bereits ab 6.00 Uhr starten vier Folgen der 3D-Animationsserie, direkt im Anschluss um 6.50 Uhr folgt der Zeichentrickfilm „Die Biene Maja – Ihre schönsten Abenteuer“ (im ZDF-Streaming ab 4. September).
– Auch bei KiKA steht am Sonntag, 6. September, mit einem großen Jubiläumsprogramm alles im Zeichen der Biene.
– Das Angebot wird im ZDF-Streaming-Portal durch die Filme „Die Biene Maja – Die Honigspiele“, „Die Biene Maja – Das geheime Königreich“ und „Die Biene Maja – Freundschaft ist dicker als Honig“ erweitert. Alle Filme sind ab Freitag, 4. September, verfügbar.
– Die ersten beiden Staffeln der 3D-Animationsserie sind ebenfalls im ZDF-Streaming-Portal abrufbar. Seit Freitag, 28. August, werden wochentags jeweils zwei Folgen der ersten 26-teiligen Staffel der Zeichentrickserie von 1976 im ZDF-Streaming-Portal ergänzt.
Der betuliche 70er-Jahre-Zeichenstil war dem Mainzer Sender dann aber irgendwann doch nicht mehr aktuell genug. Im Jahr 2013 brachten ZDF und KiKA eine Neuauflage mit digitaler Tricktechnik an den Start.
Die Macher jagten damit so manchen Fan des Originals von 1976 auf die Palme, passten sich aber zugleich auch jungen Sehgewohnheiten an. Die pummeligen Helden von einst wurden schlanker und smarter. Dieses Mal sang Schlagerstar Helene Fischer die Maja-Hymne statt Karel Gott. Zum Geburtstag gibt es noch ein Ständchen: In der KiKA-Mitsingshow „SingAlarm“ heißt es dann: „Die Biene Maja summt mit Eko Fresh“.