Stand: 28.07.2026, 08:21 Uhr
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Es ist Halbzeit im Trainingslager von Eintracht Frankfurt. Trainer Adi Hütter beobachtet viel. Ein Talent hinterlässt seine Duftmarke.
Grassau – „Für mich ist wichtig, dass wir eine schlagkräftige Mannschaft haben!“ Adi Hütter ist ein Mann der klaren Botschaften. Der Trainer von Eintracht Frankfurt ist niemand, der sich durch einen 3:0-Erfolg im Testspiel gegen Trabzonspor blenden lässt. Der Österreicher sammelt positive Erkenntnisse, hebt aber sofort mahnend den Finger. Nur nicht nachlassen, lautet die Devise.

Das Trainingslager in Grassau dient dazu, weitere klare Entscheidungen zu treffen. Aus dem Jugendbereich sind etliche Akteure dabei, mit Junior Dina Ebimbe und Niels Nkounkou dürfen zudem zwei Abgangskandidaten mitwirken. Sie alle werden aus unterschiedlichen Gründen in der kommenden Saison wohl keine Rolle spielen – mit einer Ausnahme.
Eintracht hat mit Ilicevic ein Juwel in den eigenen Reihen
Niko Ilicevic ist einer der interessantesten Nachwuchsspieler im Klub. Die Eintracht sehnt sich seit vielen Jahren nach einem Durchbruch eines Eigengewächses. Ilicevic ist das Juwel, dem dieser gewaltige Sprung intern zugetraut wird. Der 15-Jährige darf erst nach seinem Geburtstag am 30. Oktober bei den Profis eingesetzt werden. Doch „Gigi“, wie er von den Kollegen gerufen wird, hat bei allen Akteuren Eindruck hinterlassen.
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Der U-Nationalspieler wird von Tag zu Tag stärker und auffälliger, er schwimmt sich mehr und mehr frei. Bei der Trainingseinheit am Montagvormittag leitete er nach einer etwas ruhigeren Einheit den Schlusspunkt ein. Ilicevic fing erst das Leder ab, schaltete blitzschnell für einen Doppelpass um und setzte Jonathan Burkardt für dessen Treffer mit einem präzisen Querpass in Szene. Das war ein „Wow-Effekt“ an einem verregneten Tag.
Ob Hütter an seinem Plan, ihn langsam aufzubauen, festhalten kann, wird die Zukunft zeigen. Die Grundidee des Trainers ist richtig und wichtig, vor allem weil Ilicevic in der Bundesliga körperlich noch an seine Grenzen stoßen wird. Sollte der Offensivmann diese ersten Eindrücke jedoch bestätigen und unverletzt bleiben, dann wird er in der kommenden Saison mit großer Sicherheit seine ersten Bundesligaminuten sammeln.
Ilicevic zählte bisher zu den auffälligsten Akteuren auf dem Trainingsplatz. Dennoch tut die Eintracht gut daran, den Hype zu bremsen. Ilicevic kann noch nicht helfen, wenn am 29. August der Anpfiff in der Alten Försterei bei Union Berlin ertönt. Zunächst sind die erfahrenen Akteure gefordert, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Frankfurt hat 2026 eine schwache Bilanz, konnte nur viermal gewinnen. Das sind Zahlen eines Kellerkindes.
Die Sehnsucht nach mehr Ruhe und Stabilität ist im gesamten Umfeld greifbar. Die Eintracht hat das Ziel, zukünftig wieder als intensiver und ekliger Kontrahent aufzutreten. Zu einfach konnten die Gegner Punkte einsammeln, zu wehrlos war das Team. Sportvorstand Markus Krösche ist bei der Kaderplanung gefragt, das Warten auf wichtige Neuzugänge hält weiter an. Hütters Ansage, eine „schlagkräftige Mannschaft“ haben zu wollen, war deutlich – und daran ändern auch die positiven Ilicevic-Eindrücke nichts.