Stand: 11.07.2026, 09:39 Uhr
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Ein Wettkampf ohne weite Anreise: Para-Triathletin Anja Renner aus Gmund macht sich vor Wettkampf in Hamburg keinen Druck.
Gmund – Diesmal ist es fast ein Katzensprung für Anja Renner: An diesem Wochenende verwandelt sich Hamburg in eine Triathlon-Hochburg. Zum ersten Mal findet für die Para-Triathleten ein internationaler Wettbewerb in Deutschland statt. „Das ist schon ein anderes Gefühl. Die Vorfreude ist viel größer als bei anderen Rennen“, erzählt die Gmunderin, die am Sonntag startet.
Im Rahmen des World Triathlon Hamburg sind heuer neben Elite- und Altersathleten erstmals auch Para-Sportler eingebunden. „Hamburg ist ein großes Event mit vielen Zuschauern. Das ist bei uns nicht so oft der Fall, dass so viele Menschen am Streckenrand stehen“, sagt Renner und hofft, dass auch Para-Wettkämpfe dadurch viel Aufmerksamkeit bekommen.
Bei einem Heimrennen ist der Druck auf allen Seiten erwartungsgemäß höher. „Der Bundestrainer meinte, es wäre schon schön, wenn Maria (Paulig, Anm. der Red.) und ich noch eine Schippe drauflegen würden zu den vergangenen Rennen bei der Europameisterschaft und in Montreal“, berichtet die 39-Jährige. „Aber am meisten Druck machen sich wohl die Athleten selbst. Das liegt auch an der größeren Aufmerksamkeit.“ Die Para-Triathletin versucht aber, sich selbst keinen Druck zu machen. „Für mich ist es eine Ehre, dass ich starten darf. Ich will einfach die Atmosphäre genießen.“
Wobei ein Platz auf dem Podest wie immer das sportliche Ziel ist. „Wenn es gut läuft, Platz drei, wenn es premium läuft, Platz zwei“, rechnet sich Renner Chancen aus. Da der Wettkampf in Hamburg zur Rennserie der World Triathlon Para Serie (WTPS) gehört, die nach der Weltmeisterschaft für die Weltrangliste am meisten Punkte gibt, ist auch die internationale Konkurrenz stark vertreten.
Eine genaue Streckenbesichtigung steht für Renner und ihren Guide Maria Paulig erst an diesem Samstag an. Die Strecke wird für das Team Neuland. Die Gmunderin rechnet aber mit einem technisch anspruchsvollen Kurs. Geschwommen wird in der Alster, wovon normalerweise dringend abgeraten wird. „Die Blaualgen und die Wasserqualität sind da natürlich ein Thema“, sagt Renner, die aber davon ausgeht, dass es keine Probleme geben wird. „Die Alster ist nicht das schönste Gewässer. Es gibt eine leichte Strömung, und das Wasser ist ein bisschen trüb.“
Auf der Rad- und Laufstrecke durch die Altstadt rechnet das Team mit vielen Kurven und technischen Komponenten. „Da werden wir unsere Radstärke nicht so gut ausfahren können“, prophezeit Renner. In Montreal fuhr sie mit Paulig, wie berichtet, die schnellste Radzeit. Größeren Respekt hat Renner aber vor den Temperaturen: 31 Grad werden für Sonntag prognostiziert. „Die Hitze bin ich nicht mehr so gewohnt.“ Die Vorfreude auf das Heimrennen überwiegt allerdings. „Wir wollen wie immer unser Bestes geben.“