Stand: 30.07.2026, 19:00 Uhr
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Der Auer Bürgerpark am Klosterberg wird frühestens 2028 umgesetzt. Bürgermeister Holger Nick will aber bald symbolisch beginnen, damit bewilligte Förderungen nicht verfallen.
Au/Hallertau – Um die neuen Gremiumsmitglieder auf den aktuellen Stand von Investitionen der Kommune zu bringen, ging es bei der jüngsten Marktratssitzung in Au nur um diesen einen Tagesordnungspunkt. Dabei kam auch das leidige Thema „Bürgerpark“ auf den Tisch, der früh versprochen wurde, seit knapp zehn Jahren aber immer wieder für Ärger sorgt und aktuell nur noch aus einem verwilderten Areal besteht.
„Heute steht nur das Investitionsprogramm bis 2029 auf dem Plan“, leitete Bürgermeister Holger Nick (GfAu) die Sitzung ein, damit alle Räte ein „gemeinsames Verständnis“ für die Planungen und bereits durchgeführten Projekte entwickeln können. Dabei legte die Geschäftsleiterin Katharina Oberhofer den Schwerpunkt auf Haushaltsstellen, die finanziell deutlich überschritten wurden. „Wir können nicht 134 Maßnahmen durchgehen, sonst sitzen wir ja morgen früh noch da“, so Oberhofer. Bestes Beispiel für Erklärungsbedarf seitens der Verwaltung: Eingeplant als Investition für die Grundschule wurden 2500 Euro, aus denen allerdings ohne erkennbaren Grund 22.000 Euro Ausgaben geworden waren. „Die 2500 Euro waren für ein Regal und für einen Spint gedacht gewesen“, so Oberhofer.
Kurzfristig habe die Verwaltung dann aber einen Förderzuschlag für dringend benötigte iPads und Laptops erhalten, weshalb in größerem Umfang als gedacht investiert wurde. Die Geschäftsleiterin konnte aber auch beruhigen, denn rund 17.000 Euro würde die Kommune durch eben jene Förderungen wieder zurückbekommen.
Christian Holzmann (GfAu) irritierte hingegen, dass im Investitionsplan an anderer Stelle von einer „Dienstkleidung“ für die Floriansjünger die Rede sei, weil seines Wissens diese ja vom Feuerwehrverein bezahlt werde. Nick klärte auf: „Die Ausgeh-Uniform wird vom Verein bezahlt, die Arbeitskleidung von der Gemeinde. Hier ist die Arbeitskleidung gemeint.“
Nach der Frage aus dem Gremium, wann und in welcher Form bewilligte Förderungen verfallen, wurde auch der sogenannte Bürgerpark am Klosterberg angesprochen. Zum Hintergrund: Auf dem gemeindeeigenen Areal hinter der Kirche St. Vitus befand sich früher ein Kinderspielplatz – und genau diesen wollte eine Elterninitiative vor über zehn Jahren mal richtig aufpeppen. Die Gemeinde stimmte 2017 noch unter Bürgermeister Karl Ecker dem Vorhaben zu, das rund 400 Quadratmeter große Gelände zu einem Bürgerpark umzuwandeln. Dafür allerdings musste erst einmal ein Löschweiher verschüttet werden. Und genau damit begannen damals die Probleme.
Nach dem Ablassen des Wassers wurden Bodenproben entnommen – und die waren stark belastet, weil der Weiherbereich früher als Deponie genutzt worden war. Nach zahlreichen Untersuchungen des Bodens in den vergangenen Jahren stehen für 2026 noch weitere aus, wie Nick bestätigen konnte. Erst danach, möglicherweise erst 2028, könnte mit der Umsetzung des Bürgerparks begonnen werden, so die Prognose. Das Problem: Bewilligte Förderungen könnten in der Zwischenzeit längst erloschen sein. Um das zu verhindern, will der Rathauschef bald dort „die ersten Krümel als Spatenstich anheben“. Den zeitlichen Horizont in der Causa Bürgerpark habe er im Blick und wisse deshalb auch, wann zu agieren sei.
Was Sebastian Röhrig (FWG) abschließend anmerken wollte: „Bis jetzt haben wir heuer nur 1,6 Millionen ausgegeben, also weniger als befürchtet, was sich ja auf den Schuldenstand auswirkt.“ Oberhofer sah das nicht ganz so positiv: „Die meisten Rechnungen kommen am Jahresende. Ich habe mal grob überschlagen, wir werden schon bei fünf bis sechs Millionen Euro rauskommen.“