Sicherheitsbedenken: Sam Altman verschiebt den Börsengang von Open AI

Wachsende Sorge um Sicherheit: Sam Altman will Open AI doch nicht mehr in diesem Jahr an die Börse bringen

Angesichts der aktuellen Debatte um die Gefahren hochentwickelter Künstlicher Intelligenz verschiebt der Chef des Chat-GPT-Entwicklers den Börsengang. Und stimmt Anthropic-Chef Dario Amodei zu, der es für ratsam hält, die Entwicklung von KI auszubremsen.

12.09.2026, 23.36 Uhr

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Aktualisiert


Open-AI-CEO Sam Altman verwies in einem Interview auf die Gefahren hochentwickelter Künstlicher Intelligenz.

Open-AI-CEO Sam Altman verwies in einem Interview auf die Gefahren hochentwickelter Künstlicher Intelligenz.

Florian Gaertner / Imago / BMF

(dpa, puz.) Der mit Spannung erwartete Börsengang des Chat-GPT-Entwicklers Open AI wird in diesem Jahr nach Angaben von Firmenchef Sam Altman nicht mehr über die Bühne gehen. Er verwies in einem Interview des Magazins «Fortune» vor allem auf die aktuelle Debatte um die Gefahren hochentwickelter Künstlicher Intelligenz. «Man wäre schlecht beraten, genau jetzt an die Börse zu gehen», sagte Altman. Auf die Nachfrage, ob er sich auch den Verzicht auf einen Börsengang im kommenden Jahr vorstellen könnte, erwiderte Altman: «Ich würde sagen, nicht 2026.»

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Altman fuhr fort: «Es liegt noch viel Arbeit vor uns – etwa wenn es darum geht, den Anforderungen an Sicherheit und Alignment gerecht zu werden und die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Regierungen zu gestalten. Ich bin froh, dass wir das als privates Unternehmen tun können.»

Chat-GPT löste vor mehreren Jahren den aktuellen Hype um Künstliche Intelligenz aus. Open AI dürfte beim Börsengang nicht nur Dutzende Milliarden Dollar einnehmen, sondern auch eine sehr hohe Bewertung erzielen. Die Aktienplatzierung wird schon länger geplant.

Anthropic-Chef Amodei zeigt sich besorgt

Nur wenige Stunden vor seiner Ankündigung, den IPO zu verschieben, hatte Altman einen Vorschlag des Konkurrenten Anthropic unterstützt, wonach Unternehmen die KI-Entwicklung verlangsamen sollten, bis staatliche Regulatorien und Sicherheitsprotokolle vorliegen.

Dario Amodei, CEO von Anthropic, hatte angesichts eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz gefordert, die Entwicklung der Technologie zu verzögern. Er sei besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein Schwarm von KI in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Amodei in einem Blogeintrag. Er sei auch der Ansicht, dass das Tempo bei der Entwicklung leistungsstärkster KI-Modelle moderiert werden müsse, antwortete Sam Altman auf der Online-Plattform X.

Amodei plädierte zwar für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic – ohne auf andere zu warten – in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen. Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass Open AI das auch machen werde. Auch Tech-Milliardär Elon Musk, lange ein Amodei-Kritiker, der in seiner Firma SpaceX eine eigene KI entwickelt, schrieb bei X: «Dario hat recht.»

«Sie spielen mit unseren Leben»

Die Debatte um Risiken Künstlicher Intelligenz wurde in den vergangenen Tagen noch von einem Forscher von Anthropic angeheizt, der mit einer drastischen Warnung zurücktrat. Die grossen Entwickler Künstlicher Intelligenz handelten unverantwortlich «und spielen mit unseren Leben», betonte der junge Mann namens Jacob Coxon.

Anthropic-Forscher Evan Hubinger, der mit dafür zuständig ist, dass KI mit den Interessen der Menschen im Einklang bleibt, bestätigte wenig später Coxons Sorgen. Er persönlich denke, die Gefahr, dass KI die Menschheit töte, liege im kommenden Jahrzehnt bei mehr als zehn Prozent, schrieb er auf der Online-Plattform X.

In den USA gibt es zudem eine wachsende Bewegung gegen riesige Rechenzentren, auf deren Bau KI-Firmen wie Open AI für den Ausbau ihres Geschäfts angewiesen sind.

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