Stand: 02.10.2026, 18:21 Uhr
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Eine Wahl-Panne beschert der CDU einen Sitz weniger im Berliner Abgeordnetenhaus – und zieht weitere entscheidende Änderungen nach sich.
Berlin – Eine Nachzählung nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl hat die Kräfteverhältnisse im Landesparlament verändert: Im Wahlkreis Spandau 1 hat nicht CDU-Kandidatin Bettina Meißner das Direktmandat gewonnen, sondern AfD-Bewerber Tommy Tabor. Das bestätigte Landeswahlleiter Stephan Bröchler dem Tagesspiegel am Freitag.
Der Grund für die Neuauszählung war ein Fehler bei der Ergebnisübermittlung: „Das vom Wahlvorstand in der Niederschrift festgehaltene Ergebnis entsprach nicht der telefonisch übermittelten Schnellmeldung“, erklärte Bröchler. Laut vorläufigem Endergebnis hatte Meißner das Direktmandat noch mit 80 Stimmen Vorsprung vor Tabor gewonnen. Die Nachzählung ergab nun das genaue Gegenteil: Tabor liegt mit 5184 zu 5150 Stimmen knapp vorne – ein Vorsprung von 34 Stimmen. Tabor war allerdings ohnehin über die AfD-Landesliste abgesichert. „Das ist kein Chaos, sondern ein geregelter Kontrollprozess für die Feststellung des amtlichen Endergebnisses“, sagte Landeswahlleiter Stephan Bröchler der Berliner Morgenpost.
Fünf Sitze fallen weg – Mehrheiten werden knapper
Die Korrektur hat weitreichende Folgen für die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses. Da Meißner kein Direktmandat mehr erhält, entfällt ein CDU-Überhangmandat – was eine Neuberechnung aller Ausgleichsmandate nach sich zieht. Bröchler gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Es werden 153 Kandidaten einen Sitz im Abgeordnetenhaus erhalten, nicht 158, also fünf fallen weg.“ Das sei zumindest der vorläufige Stand. „Wie sich das über die Parteien verteilt, da sind wir noch in den Berechnungen“, sagte Bröchler. Der Landeswahlausschuss muss das Ergebnis am 12. Oktober noch offiziell bestätigen.
Besonders folgenreich ist die Verschiebung für die möglichen Koalitionsmehrheiten: Nach Informationen des Hamburger Abendblatts verliert die Linke zwei Mandate, CDU, Grüne und SPD je eines. Statt bisher 95 Sitzen kämen die drei Fraktionen von Linke, Grünen und SPD nur noch auf 91 – bei einer neuen absoluten Mehrheit von 77 Sitzen. Eine sogenannte Kenia-Koalition aus CDU, Grünen und SPD hätte damit nur noch 79 Sitze und käme auf eine hauchdünne Mehrheit von lediglich zwei Stimmen.
Diese Abgeordneten verlieren wohl ihren Sitz in Berlin
Neben Bettina Meißner (CDU) verlieren laut Tagesspiegel-Informationen offenbar auch Martin Matz (SPD), Oda Hassepaß (Grüne) sowie Coco Aglibut und Bettina Günter (Linke) ihr Mandat.
Die Berliner Abgeordnetenhauswahl hatte am 20. September 2026 stattgefunden. Die Linke war mit 25,7 Prozent als stärkste Kraft hervorgegangen, gefolgt von der CDU mit 18,8 Prozent und der AfD mit 16,3 Prozent. (Quellen: Tagesspiegel, dpa, Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt) (ial)