Walchensee-Südufer dicht: Ausflügler rasten aus – Mautposten unter Druck

Stand: 16.08.2026, 16:56 Uhr

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Etwa zwei Stunden lang war die B11 an der Unfallstelle nur eingeschränkt befahrbar.

Einsatzkräfte am Walchensee (Archivbild). © Wasserwacht Walchensee

Am Feiertag war die Mautstraße am Walchensee-Südufer rund fünf Stunden dicht. Die Forstmitarbeiter erlebten Aggression und Unverständnis – und fordern nun besseren Schutz.

Jachenau/Kochel am See – Am Feiertag Mariä Himmelfahrt ist das Südufer des Walchensees erneut wegen Überfüllung gesperrt worden. Wie Merkur-Reporter Andreas Steppan berichtet, war die Mautstraße rund fünf Stunden lang für Besucher nicht passierbar – und die Forstmitarbeiter an den Schranken sahen sich dabei massivem Unverständnis und offener Aggression ausgesetzt.

  • Am Feiertag Mariä Himmelfahrt wurde die Mautstraße am Walchensee-Südufer ab kurz vor 12 Uhr bis etwa 17 Uhr gesperrt, weil die Höchstgrenze von 1100 Fahrzeugen erreicht war.
  • Forstbetriebsleiter Robert Krebs berichtet von aggressiven Reaktionen frustrierter Ausflügler gegenüber den Mautposten – für die Mitarbeiter eine enorme Belastung.
  • Die Wasserwacht Walchensee absolvierte am selben Tag zahlreiche Einsätze in kurzer Folge, darunter mehrere Vermisstensuchen und Notlagen von Wassersportlern.

Walchensee-Sperrung: Viertes Mal in diesem Sommer

Es war bereits das vierte Mal in diesem Sommer, dass die Mautstraße am Südufer des Walchensees wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Schon am Vormittag riss der Fahrzeugstrom in Richtung Niedernach nicht ab, an den Mautstationen bildete sich ein langer Rückstau. Das automatische Zählsystem zeigte kurz vor 12 Uhr den kritischen Wert von 1100 Fahrzeugen im Bereich der Forstraße an. Daraufhin blieben die Schranken bis circa 17 Uhr unten. Die Mautposten standen vor der undankbaren Aufgabe, den wartenden Autofahrern zu erklären, dass eine Durchfahrt nicht mehr möglich war.

Forstbetriebschef Robert Krebs zieht einen nüchternen Vergleich: „Situation war grenzwertig, vergleichbar mit dem Hitzewochenende Ende Juni.“ Er zeigt zwar Verständnis für den Wunsch der Menschen nach Abkühlung, stellt aber klar: „Aber wenn es voll ist, ist es voll. Das ist bei einem Parkhaus in München doch genauso.“ Die Reaktionen vieler Ausflügler seien jedoch von Unverständnis und Aggression geprägt gewesen. „Für die Mautposten war das eine riesengroße Belastung.“

Kochel am See liegt am Nordufer des Walchensees im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, rund 70 Kilometer südlich von München.

Schutz der Mitarbeiter und Wasserwacht im Dauereinsatz

Krebs kündigte an, dass man für die kommende Saison gemeinsam mit Polizei und Behörden über besseren Schutz der Forstmitarbeiter an den Mautstationen nachdenken werde. „Für sie wird es zunehmend schwierig, diesem enormen Druck standzuhalten“, so Krebs. Die Belastung sei nur bis zu einem gewissen Grad zumutbar. „Wir werden schauen müssen, ob wir das in Zukunft professionalisieren können.“ Als weitere Folge der Sperrung wurde die Zufahrtsstraße von der Jachenau bis zum Mautposten, einschließlich der Abzweigung nach Sachenbach, verkehrswidrig zugeparkt.

Parallel dazu hatte die Wasserwacht Walchensee am Feiertag alle Hände voll zu tun. Laut einem Facebook-Bericht der Organisation wurden zwischen 14.10 Uhr und 17.19 Uhr mehrere Einsätze abgearbeitet: Zwei vermisste Jugendliche – ein SUP-Fahrer und ein Surfer – wurden wohlbehalten aufgefunden. Zusammen mit der Wasserwacht Tölz richtete man ein gekentertes Segelboot wieder auf. Zwei Wespenstiche mit allergischen Reaktionen sowie drei Frauen in Seenot auf einem SUP-Board erforderten ebenfalls den Einsatz der Retter. Auch eine längere Zeit vermisste Schwimmerin wurde schließlich gefunden. Bereits am Vortag hatte eine Serie von Einsätzen die Wasserwacht in Atem gehalten – als Hauptursache nannte die Organisation abtreibende oder erschöpfte Wassersportler sowie technisches Versagen der Ausrüstung.