Stand: 16.08.2026, 18:13 Uhr
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Eine Steinheimerin hat einen ihrer zwölf Welpen verkauft. Nun erfährt sie: Die Käuferfamilie hat den Hund für deutlich mehr Geld inseriert und angeblich verschenkt. Die Spur verliert sich in Hamm.
Hamm/Steinheim – Andrea R. (Name der Redaktion bekannt) aus Steinheim im Kreis Höxter ist verzweifelt. Vor etwa 14 Tagen hat sie die Welpen ihrer Hündin Merle in gute Hände vermittelt. Zwölf Hundebabys hatte die Hündin einige Wochen zuvor zur Welt gebracht und damit die vierköpfige Familie ganz schön auf Trab gehalten. Schließlich sollte es bei diesem einen Wurf bleiben.
Nun ist einer dieser Welpen offenbar in die falschen Hände geraten. „Rocky“ soll die Käuferfamilie, ebenfalls aus Steinheim-Sandebeck, den Welpen getauft haben. Das erfuhr Andrea R. später von den frischgebackenen Hundebesitzern. Das war am 1. August, und die Welt schien noch in Ordnung. Die Welpenverkäuferin hielt weiterhin Kontakt zu den neuen Besitzern. Eine übliche Vorgehensweise, um die Entwicklung der Tiere zu begleiten und gegebenenfalls beratend zur Seite zu stehen. Das funktionierte zunächst auch mit Familie P.
Welpenverkäuferin berichtet von Bedrohungen
Doch dann erhielt Andrea R. von Bekannten einen Anruf mit dem Hinweis, dass mit der Käuferin etwas nicht stimme. Dort werde offenbar Hundehandel betrieben, zudem würden Hunde und andere Tiere schlecht behandelt und nicht ausreichend versorgt. Rocky sei außerdem bereits über „Kleinanzeigen“ (vormals Ebay Kleinanzeigen) für viel Geld inseriert worden, und zwar für deutlich mehr, als die Familie selbst für den Welpen bezahlt habe.

Die Hundefreundin nahm daraufhin erneut Kontakt zu Familie P. auf, um die Hintergründe zu klären. Von Freundlichkeit war nun allerdings keine Spur mehr. Die Welpenverkäuferin wurde abgeblockt. Andrea R. berichtet sogar von Bedrohungen. Wenig später war eine weitere Kontaktaufnahme gar nicht mehr möglich. Immerhin erfuhr sie noch, dass der Hund nicht mehr dort sei. Man habe Rocky einer Familie aus Hamm geschenkt, die sich auf die Anzeige gemeldet habe und sehr nett gewirkt habe. Andrea R. schaltete daraufhin das Veterinäramt ein.
Das bestätigt Dr. Jens Tschachtschal, Leiter der Abteilung Veterinärdienst und Lebensmittelüberwachung beim Kreis Höxter, auf Anfrage. „Der geschilderte Sachverhalt ist uns bekannt und wird geprüft.“
„Wiederverkauf eines Welpen nicht generell illegal“
Der Amtsleiter weist jedoch auch darauf hin, dass ein erlaubnispflichtiger Handel erst ab einem „gewissen Umfang des Verkaufs“ vorliege. „Der Wiederverkauf eines erworbenen Hundes oder Welpen ist damit nicht generell illegal“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Andererseits sei es durchaus seriös, wenn ein Welpenverkäufer wissen wolle, wie es dem verkauften Tier gehe. Zeige ein Verkäufer hingegen kein Interesse am Verbleib des Hundes, sei Vorsicht geboten. Daraus und aus den bisherigen Beobachtungen lässt sich schließen, dass die Sorge von Andrea R. durchaus berechtigt ist.
Mittlerweile liegen Andrea R. Informationen vor, wonach die betreffende Familie bereits zahlreiche Hunde erworben und wieder verkauft haben soll. Ein Umstand, der ihre Sorgen zusätzlich verstärkt. Es bleibt die Hoffnung, dass Welpe Rocky tatsächlich von freundlichen Menschen in Hamm aufgenommen wurde. Sollte das der Fall sein, möchte Andrea R. der Familie den Hund auch nicht wegnehmen. „Ich will nur wissen, ob es ihm gut geht“, hofft sie auf eine positive Rückmeldung.

Falls jemand den Hund aus Mitleid aufgenommen haben sollte und ihn nicht behalten kann, darf er sich ebenfalls melden. Freunde von Andrea R. haben für die Suche nach Rocky eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet ([email protected]).
„Ich hoffe einfach nur, dass es dem kleinen Racker gut geht, wo auch immer er sich aufhält“, erklärte Andrea R. gegenüber unserer Zeitung.
Tipps für Hundekäufer
Nicht nur Welpenverkäufer können hereinfallen. Das Veterinäramt hat außerdem einige Tipps für Käufer zusammengestellt:
Das Tier sollte geimpft und gechipt sein.
Die Übergabe sollte immer im Zuhause des Verkäufers stattfinden.
Das Muttertier sollte auf Verlangen gezeigt werden.
Vorsicht ist geboten, wenn Anbieter mehrere Rassen oder weitere Tierarten verkaufen.
Wer Zweifel an der Seriosität eines Anbieters hat, sollte das Veterinäramt informieren.
Ein Fundkätzchen aus Hamm brachte seine Finder erst kürzlich an die Grenzen. Mehrere Stellen waren ausgelastet oder verwiesen weiter. Der Fall offenbart einen tieferen Konflikt.