Die Feuerwehr in der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau beobachtet den großen Waldbrand in Belgien intensiv, geht aktuell aber nicht von einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet aus. »Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick«, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der Nachrichtenagentur dpa. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. »Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.«
Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt.
Zuvor hatte die Stadt Monschau weitere Bewohnerinnen und Bewohner dazu aufgerufen, sich auf eine etwaige Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Ortsteile Kalterherberg und Mützenich mit insgesamt rund 5000 Bewohnern, sagte eine Stadtsprecherin der dpa.
Monschau bereitet Evakuierung vor
Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus. Bereits einige Stunden vorher hatte die Stadt die Bewohner einzelner Siedlungen aufgerufen, sich auf eine mögliche Räumung einzustellen.
Belgische Einsatzkräfte im Bereich des Hohen Venn
Foto: Nicolas Lambert / Belga / IMAGO
Die Feuerfront im Hohen Venn befindet sich nach Angaben der Stadt nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Der Hohe Venn ist eine grenzübergreifende Hochfläche zwischen Deutschland und Belgien. Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, hieß es. Die belgischen Behörden hätten demnach die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits angeordnet.
Belgien: 600 Menschen müssen Häuser verlassen
Laut belgischer Nachrichtenagentur Belga wurden etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten angewiesen, ihre Häuser zu verlassen – wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung.
Monschau: Feuerwehrleute treffen Vorkehrungen für mögliche Brände
Foto: Max Lametz / dpa
Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2700 Hektar erfasst, was einer Fläche von umgerechnet fast 3800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Gute Nachrichten aus Hürtgenwald
Allerdings können die Menschen im Hürtgenwald vorerst aufatmen. Die Lage rund um den Ortsteil Gey in Hürtgenwald habe sich »so weit entspannt, dass die Menschen heimkehren können«, hieß es am Samstagabend auf der Website des Kreises Düren. Die gut 1800 Bewohner hatten zuvor in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes in der Nordeifel das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.
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Befürchtungen, eine Gewitterfront mit Böen könnte das Feuer im Hürtgenwald neu entfachen, hätten sich nicht bewahrheitet. Zuletzt waren bis zu 1800 Einsatzkräften an der Löschung beteiligt.
»Die Lage hat sich gebessert, aber das Feuer ist noch lange nicht aus«, sagte ein Sprecher des Kreises Düren der dpa. Unter anderem müssten zahlreiche Glutnester bekämpft werden. Die Löscharbeiten würden voraussichtlich noch mehrere Tage dauern.
Wie außergewöhnlich ist die aktuelle Waldbrandsaison, wo brennt es derzeit und wie viele Flächen sind den Flammen schon zum Opfer gefallen? Der fortwährend aktualisierte Überblick in Karten und Grafiken .