Stresstest fürs Wasserschloss Schweiz: Wird Trinkwasser teurer?

Publiziert16. August 2026, 05:51

Schweizer Hydrologe warntDürre zeigt die Mängel auf: Wird unser Trinkwasser jetzt teurer?

Auf die aktuelle Dürre war die Schweiz gar nicht vorbereitet. Nach dem trockenen Hitzesommer fordern Experten Wasserstrategien.

Daniela Wyler

Darum gehts

  • Nach dem trockenen Hitzesommer fordert Hydrologe Tobias Wechsler die Kantone auf, dringend Wasserstrategien auszuarbeiten.
  • Um die Versorgung zu sichern, braucht es laut Experten Investitionen in Leitungen, Quellen, Messsysteme und die Sanierung von Lecks.
  • Dadurch könnte Trinkwasser teurer werden.

Wer hat den Vorrang, wenn das Wasser plötzlich nicht mehr für alle reicht? Das ist eine Frage, die sich bisher so kaum stellte. Nach diesem Hitzesommer, der weite Teile des Landes austrocknete, muss sie allerdings beantwortet werden. Hydrologe Tobias Wechsler nimmt in der «SonntagsZeitung» vor allem die Kantone in die Pflicht, die die Hoheit über die Ressource Wasser haben: Sie müssten dringend Wasserstrategien ausarbeiten.

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Die aktuelle Trockenheit sei ein «Real-Time-Stresstest» für die Schweiz, sagt Wechsler. Bisher habe das Bild des «Wasserschlosses Europas» den Blick auf mögliche Engpässe verstellt. Doch bei anhaltender Dürre prallen die Interessen von Privatpersonen, Bauern, Stromproduzenten, Industrie und Umwelt zunehmend aufeinander. Vielerorts fehle zudem der Überblick, wer wann wie viel Wasser verbraucht.

40 Liter am Tag für die WC-Spülung?

Damit die Versorgung auch künftig gesichert ist, braucht es laut Experten Investitionen: etwa in vernetzte Wasserleitungen, neue Quellen, Messsysteme und die Sanierung von Lecks. Das dürfte Folgen für die Konsumentinnen und Konsumenten haben. Trinkwasser könnte teurer werden – heute kostet es in der Schweiz im Durchschnitt gerade einmal rund zwei Franken pro 1000 Liter.

Wie würdest du reagieren, wenn Trinkwasser in der Schweiz deutlich teurer würde?

Ich würde versuchen, weniger Wasser zu verbrauchen.

Ich spare schon heute so viel Wasser wie möglich.

Mein Verbrauch würde sich kaum verändern.

Wasser sollte auch künftig möglichst günstig bleiben.

Das käme darauf an, wie stark der Preis steigt.

Ich möchte nur die Resultate sehen.

In Dänemark kostet Wasser beispielsweise fast neun Franken pro 1000 Liter. Dafür liegt der Verbrauch dort inzwischen bei unter 100 Litern pro Person und Tag. In der Schweiz sind es rund 140 Liter, davon über 40 Liter allein für die WC-Spülung.

Daniela Wyler

Daniela Wyler (wy) arbeitet seit 2023 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.

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