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30.07.2026, 21:04
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In einer Turnhalle in La Teste-de-Buch stehen dicht an dicht provisorische Klappbetten mit farbigen Decken. Manche Menschen schlafen, andere lesen, spazieren mit ihrem Hund durch die Halle oder schauen auf ihre Handys. Es ist heiss, die Luft dick. Zwischen den Betten liegen Hunde.
In La Teste-de-Buch gibt es zwei Turnhallen, in denen die Evakuierten auf engstem Raum zusammenleben.
SRF/ Zoe Geissler
Ärztinnen, Psychologen sowie Krankenpfleger kümmern sich um die Evakuierten. Überall sind Helferinnen und Helfer unterwegs, verteilen Wasserflaschen und sprechen mit den Menschen.
Mehr als 200'000 Evakuierte in der Gironde
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In Frankreich brennt es immer noch. Weiterhin angespannt ist die Lage in der Gironde rund um Bordeaux. Dort sind inzwischen rund 42’000 Hektar Wald verbrannt, mehr als 240 Häuser wurden zerstört. Zeitweise waren mehr als 200’000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie Feriengäste evakuiert. Viele von ihnen wurden in Notfallzentren untergebracht.
Einer von ihnen ist Patrick. Eigentlich sei er Ingenieur, sagt der 72-Jährige. Hier fege er den Boden oder reinige die Kaffeekanne. Es sei eine sehr solidarische Stimmung, sagt Patrick sichtlich bewegt.
Ingenieur Patrick hilft im Notfallzentrum aus und ist beeindruckt von der grossen Solidarität.
SRF/ Zoe Geissler
Die Gegend hat selbst schon Erfahrung mit Evakuierungen gemacht. Im Sommer vor vier Jahren brannte der Wald bei La Teste-de-Buch. Auch damals waren es verheerende Waldbrände. Und heute nimmt die Gemeinde Menschen aus anderen bedrohten Orten auf.
Um Mitternacht klopfte die Gendarmerie
Eine von ihnen ist Mireille aus Mios. Die ältere Frau mit grauen Locken ordnet gerade ihre wenigen Sachen. Mehr als eine kleine Tasche hat sie nicht dabei. Etwas, um sich zu waschen, und Kleider zum Wechseln. Sie hätte nicht gedacht, dass sie so lange wegbleiben werde. Und viel Zeit, um ihre Sachen zu packen, hatte sie nicht. Die Gendarmerie klopfte um Mitternacht an ihre Tür. Zehn Minuten später wurde sie abgeholt. Hier in der Notunterkunft seien zwar alle nett, findet Mireille. Schlafen könne sie trotzdem nicht.
Ein paar Betten weiter hat eine der wenigen Familien im Zentrum ihr Lager aufgebaut. Lindsay fächelt ihrem zweijährigen Sohn Luft zu. Ihr Mann Vehi sitzt daneben. Sie packten ein bisschen alles ein, aber vor allem die wichtigen Dinge. Darunter eine Schachtel mit Fotos von der Geburt ihres Sohnes.
Auch Vögel sind unter den Evakuierten. Menschen mit Haustieren haben es besonders schwer, eine andere Bleibe zu finden.
SRF/ Zoe Geissler
Die meisten Touristinnen und Touristen sind inzwischen abgereist. Geblieben sind vor allem Menschen aus den nördlichen Dörfern, die noch nicht nach Hause dürfen und keine andere Unterkunft gefunden haben, etwa, weil sie ein Haustier dabeihaben.
Klimaanlage ist zu laut
Etwa Franck, dem der Schweiss von der Stirn rollt. Er ist seit mehreren Tagen mit seinem kleinen Hund hier. «Ich kann nicht mehr. Selbst mein Hund hält es nicht mehr aus. Auch wenn wir gut empfangen wurden und wir gut essen. Aber da ist die Hitze. Es gibt keine Luft und die Klimaanlage können sie nicht anschalten wegen des Lärms.»
Ärztinnen würden sich um seine Gesundheit kümmern. Auch für seinen Hund werde gesorgt. Gegen die Langeweile gibt es ein Unterhaltungsprogramm von Animateuren, etwa eine Runde Pétanque.
Franks Hund hat sich unter einem Klappbett einquartiert.
SRF/ Zoe Geissler
Jeden Abend kommt der Maire – der Bürgermeister – von La Teste-de-Buch vorbei, um die Evakuierten auf den neuesten Stand zu bringen und darüber zu informieren, wer möglicherweise nach Hause darf. Noch hat er keine guten Nachrichten. Einer, der zugehört hat, ist Vincent. Er zuckt mit den Schultern. Das Wichtigste sei, am Leben zu sein.
Einen Lichtblick gibt es für Mireille: Sie darf in wenigen Stunden nach Hause. Die Nachricht kam gerade eben.
Rendez-vous, 30.07.2026, 12:30 Uhr