Wichtige Updates
Waldbrände: Behörden warnen vor gesundheitlichen Risiken
Neue Waldbrände betreffen jetzt auch Portugal
Waldbrände in Spanien erreichen Rekordausmaß
Frankreichs Präsident Macron besucht Waldbrandgebiet
Eileen Wagner
Neue Hitzewelle könnte Lage in Frankreich wieder verschärfen
In Frankreich nährt die Wetterprognose die Sorge, dass sich die Lage trotz erster Entspannung erneut zuspitzen könnte. Der staatliche Wetterdienst Météo-France erwartet für Dienstag im Südwesten des Landes extreme Hitze; für Bordeaux werden Höchstwerte von bis zu 41 Grad vorhergesagt. Die hohen Temperaturen könnten die ausgedörrte Vegetation weiter austrocknen und die Löscharbeiten zusätzlich erschweren.
Pia Pentzlin

Frankreich: "Feuer des Jahrhunderts"
Gegenüber der "BBC" äußerte sich Jermoe Steffe, Bürgermeister von Cestas, einer Stadt südlich von Bordeaux. Mit Blick auf die anhaltenden Waldbrände sagte er, dass es „das Feuer des Jahrhunderts sein“ werde.
Erst vor zwei Tagen seien nachts 17.000 Menschen in Cestas evakuiert worden. " In meiner Stadt ist die Situation wirklich katastrophal." Gegenüber dem Sender "BFMTV" hatte Steffe gesagt, dass die Stadt mittlerweile "glücklicherweise menschenleer" sei. Es gebe allerdings einige Menschen, die ihr Haus nicht verlassen wollen. In der Region seien laut Steffe bisher 42.000 Hektar Land verbrannt und 240 Häuser zerstört worden. „Angesichts dieser Situation haben wir alle Angst.“
Pia Pentzlin

Pia Pentzlin

Waldbrände: Behörden warnen vor gesundheitlichen Risiken
Die Brände im Süden Europas breiten sich weiter aus – und mit ihnen giftiger Rauch, der in die Städte und Urlaubsorte zieht. Alte Menschen, Asthmatiker, Kinder und Schwangere sind besonders gefährdet. Aber auch alle anderen Einwohner und Urlauber sollen laut Behörden im Ernstfall im Haus bleiben, die Räume abdichten und auf körperliche Aktivitäten verzichten.
Was laut den Behörden im Detail hilft:
- Drinnen bleiben: Menschen in der Nähe der Brandgebiete sollen zu Hause bleiben. Türen, Fenster und Rollläden sollen geschlossen bleiben. Elektrische Lüftungen sollen ausgeschaltet werden.
- FFP2-Maske tragen: Wer das Haus verlassen muss, soll eine FFP2-Maske aufsetzen. Diese kann zwischen vier und acht Stunden vor den Feinstaubpartikeln schützen, lässt giftige Gase wie Stickstoffmonoxid oder das scharf riechende Acrolein aber durch.
- Sport vermeiden: Wer Sport macht, atmet mehr giftigen Rauch ein. Das soll vermieden werden.
- Asche abwaschen: Asche und Staub sollen möglichst nicht angefasst werden. Gemüse und Obst aus dem Garten sollten abgewaschen und geschält werden. Wer Leitungswasser trinkt, soll den Wasserhahn zunächst zwei Minuten laufen lassen.
- Arzt rufen: Besonders gefährdete Menschen wie Asthmatiker, Menschen mit Herzerkrankungen, Schwangere, Kinder und alte Menschen sollten bei Atemproblemen ihren Hausarzt aufsuchen.
Pia Pentzlin

Frankreichs Premierminister: Brandstifter sollen identifiziert werden
Sébastien Lecornu, Premierminister in Frankreich, schreibt auf X, dass im Land bereits 116.085 Hektar wegen der Waldbrände verbrannt sind. Seit Januar seien insgesamt 13.566 Brände verzeichnet worden.
"9 von 10 Bränden sind menschlich verursacht und die meisten entstehen durch Nachlässigkeit: ein Zigarettenstummel, ein Grill, Arbeit, die ohne Vorsicht ausgeführt wird", so Lecornu weiter.
Deswegen warnt der Premier in seinem neuesten Post: "Sicherheitskräfte sind vollständig mobilisiert, um Brandstifter zu identifizieren. Sie werden gefunden, verhaftet und vor Gericht für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen."
Pia Pentzlin

Klimawissenschaftlerin rechnet mit weiteren Waldbränden
"Jede weitere Hitzewelle macht die Situation nicht besser", sagt Klimawissenschaftlerin Julia Miller. Sie hat gerade erst eine Studie zu sich gegenseitig verstärkenden Waldbrandrisiken veröffentlicht. Miller habe eine Skizze gemalt, welche die Lage illustriert: "Eine Sonne mit einem Strohhalm, mit dem sie die Feuchtigkeit aus Boden und Pflanzen zieht." Je wärmer es sei, desto mehr Feuchtigkeit könne die Atmosphäre aufnehmen, und desto schneller ziehe sie die Feuchtigkeit aus Seen, Flüssen, Pflanzen und Boden.
Nach Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) ist in Spanien schon jetzt mehr als doppelt so viel Fläche abgebrannt wie sonst im Durchschnitt in einem ganzen Jahr, in Frankreich sogar mehr als die fünffache Fläche.
Miller geht davon aus, dass in den kommenden Wochen noch weitere schlimme Waldbrände folgen. "Wir bräuchten Feuchtigkeit in der Vegetation und im Boden, damit Waldbrände sich weniger schnell ausbreiten können." Aber unter den derzeitigen Bedingungen wachse nichts nach. Selbst wenn es jetzt mal kurz regne, würden Boden und Pflanzen nur oberflächlich angefeuchtet. "Wenn es weiter so heiß und trocken bleibt, kann man da vorerst nicht mit Entspannung rechnen."
Pia Pentzlin

Neue Waldbrände betreffen jetzt auch Portugal
Nach Spanien und Frankreich sind auch in Portugal mehrere Waldbrände ausgebrochen. Mehr als tausend Einsatzkräfte kämpften am Montagnachmittag gegen die Flammen in Buschlandschaften im Zentrum und im Norden des Landes, wie die Behörden mitteilten. Rund zwanzig Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz.
Die größten Brände breiten sich den Angaben zufolge bei Braga und Bragança im Norden sowie bei Santarém im Zentrum des Landes aus, wo für Montag Temperaturen um 39 Grad Celsius vorhergesagt waren. Fast im gesamten Land gilt wegen der hohen Temperaturen die maximale oder eine sehr hohe Brandgefahr. Einzig an den Küsten ist das Risiko nach Angaben des Wetterdienstes etwas geringer.
Vor knapp einem Monat hatte ein Waldbrand im Zentrum des Landes bereits rund 13.000 Hektar zerstört. In den vergangenen Wochen war Portugal anders als Frankreich und Spanien aber weitgehend verschont geblieben, Lissabon schickte Unterstützung in beide Länder.
Pia Pentzlin

Wie eine EU-Flotte bei den Waldbränden helfen soll
Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände in Spanien und Frankreich hat die EU einen Notfallmechanismus aktiviert. Insgesamt sieben Löschflugzeuge und vier Löschhubschrauber würden in Frankreich eingesetzt, teilte die EU-Kommission mit. Für Spanien seien sechs Flugzeuge mobilisiert worden.
Bei Krisensituationen in der EU können andere Mitgliedsländer zunächst spontan Hilfsangebote machen. Bei katastrophalen Ereignissen wie den Waldbränden in Frankreich und Spanien reichen die jedoch oft nicht aus. Dann können die betroffenen Länder auf einen Pool aus Einsatzmitteln zurückgreifen, zu dem die Nationalstaaten mit ihren Ressourcen beitragen und der von der EU-Kommission koordiniert wird. Brüssel unterstützt den Pool mit Geld und sorgt dafür, dass die Hilfsmittel auch technisch in allen Ländern eingesetzt werden können.
Sind auch diese Mittel nicht ausreichend, kommt die EU-Flotte ins Spiel, die Notfallreserve "RescEU". Insgesamt stehen an verschiedenen Standorten in Europa 22 Löschflugzeuge und 5 Hubschrauber zur Verfügung. Dass nicht einfach die gesamte Flotte in Frankreich und Spanien eingesetzt werden kann, liegt laut zuständigen EU-Beamten auch daran, dass nicht alle Flugzeuge für alle regionalen Gegebenheiten geeignet seien. Etwa, weil nicht alle Flugzeuge im Flug Wasser schöpfen können und zusätzliche Infrastruktur brauchen.
Tobias Köberlein
Tourismus in der Region Bordeaux bricht komplett ein
Die von Waldbränden betroffene französische Tourismusregion um Bordeaux bangt um die Saison, nachdem die Regierung Urlauber aufgerufen hat, vorerst nicht anzureisen. "Das ist ein schwerer Schlag für einen Großteil des vorwiegend vom Tourismus geprägten Departements – der Tourismus ist komplett zum Erliegen gekommen, die Saison ist vorbei", sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) der Gironde, Patrick Seguin, wie der Sender BFMTV berichtete.
"Wir bitten die Französinnen und Franzosen eindringlich, sich nicht in die Gironde zu begeben, solange das Feuer noch nicht unter Kontrolle ist", erklärte Regierungssprecherin Maud Bregeon am Morgen. Am Vortag hatte die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, "den Touristen, die kurz vor den Augustferien stehen" eindringlich dazu geraten "nicht zu kommen, zumindest nicht in die Gironde zu reisen, solange das Feuer nicht unter Kontrolle ist."
Eileen Wagner
Feuergewitter erschweren Löscharbeiten in Frankreich
Fachleute gehen davon aus, dass die Brandbekämpfung vor den Toren von Bordeaux auch deshalb so schwierig ist, weil der Großbrand ein eigenes Wettersystem entwickelt hat. Wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Brand- und Atmosphärenforscher berichtet, bildete sich über dem Feuer eine sogenannte Pyrocumulonimbus-Wolke – ein Feuergewitter, das erstmals über einem Waldbrand in Frankreich dokumentiert wurde. Solche Wolken können heftige, abrupt wechselnde Winde und Blitze erzeugen, die kilometerweit entfernt neue Brände entfachen.
Eileen Wagner
Waldbrände in Spanien erreichen Rekordausmaß
Bei der Bekämpfung der Waldbrände in Spanien gibt es erste Fortschritte, doch Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnt vor verfrühter Zuversicht. „Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam“, sagte er. Besonders gravierend bleibt die Situation in der Provinz Ávila westlich von Madrid. Nach aktuellen Schätzungen hat das Feuer dort bereits rund 55.000 Hektar erfasst, eine Fläche von etwa 77.000 Fußballfeldern.
Damit wäre es der größte Waldbrand Spaniens seit Beginn der amtlichen Aufzeichnungen. Bislang galt der Brand von Larouco aus dem Jahr 2025 mit knapp 38.000 Hektar als größter Waldbrand der jüngeren spanischen Geschichte.
Louisa Thönig

Frankreichs Präsident Macron besucht Waldbrandgebiet
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reist am Montagnachmittag in die von einem heftigen Waldbrand betroffene südwestliche Region Gironde. Macron wolle sich unter anderem mit Einsatzkräften treffen, „um ihnen die Unterstützung der Nation zu übermitteln“, erklärte das Präsidialamt.
Louisa Thönig

Bundeswehr schickt Hilfe in französische Krisenregion
Deutschland hilft bei der Bekämpfung des riesigen Waldbrands an der französischen Atlantikküste. Die Bundeswehr hat dazu am Montag zwei Transporthubschrauber und ein Transportflugzeug A400M mit Material entsandt, wie das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Sie sollten die französischen Kräfte bei der Bekämpfung der Brände in der Umgebung von Bordeaux helfen. Der Einsatz sei zunächst auf fünf Tage begrenzt.
"Die verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien erfüllen die Bundesregierung mit großer Betroffenheit", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stehe dazu auch in Kontakt mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.
Das Ministerium betonte: "Deutschland steht in dieser schwierigen Lage fest an der Seite unserer engen Freunde und Partner." Dem Einsatz ging demnach eine Anfrage der französischen Behörden voraus. Die französische Feuerwehr bereitet sich auf einen wochen- bis monatelangen Einsatz in der betroffenen Region vor.
Louisa Thönig

Waldbrand bei Bordeaux: Lage bleibt über Nacht stabil
An der französischen Atlantikküste kämpft die Feuerwehr weiter mit einem Großaufgebot gegen den riesigen Waldbrand, der sich in der Nacht zum Montag aber nicht weiter gefährlich ausgedehnt hat. In der Nacht "blieb die Lage insgesamt stabil", teilte die Präfektur des Departments Gironde am Morgen mit, wie die Zeitung "Sud-Ouest" berichtete.
Von einer "eher ruhigen Nacht" berichtete auch das Departement Landes südlich von Bordeaux. Der dortige Brand habe sich nicht weiter ausgedehnt. Für die Brandbekämpfung sei auch die weitere Wetterentwicklung mit dem Aufkommen von Wind und Hitze wichtig, hieß es von den Behörden.
Der Großbrand könne noch "mehrere Wochen, ja sogar mehrere Monate andauern", ehe er vollständig gelöscht ist, sagte Feuerwehroffizier David Annotel vom französischen Feuerwehrverband dem Sender France Info. Über viele Wochen und Monate hinweg müssten sich Feuerwehreinheiten aus ganz Frankreich zur Brandbekämpfung ablösen. Während an der einen Stelle ein Brand gelöscht werde, breche an anderer Stelle ein neuer aus. "Die bevorstehende Hitzewelle wird die Lage verschärfen und die Zahl der Einsätze erhöhen."
Philipp Luther

Einsatzkräfte: Weniger aktive Brandherde in französischer Gironde
Die Zahl der Brandherde in der südwestfranzösischen Region Gironde ist am Montag im Vergleich zum Vortag zurückgegangen. Die Feuerwehr habe den Waldbrand aber nach wie vor nicht unter Kontrolle, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte der Nachrichtenagentur AFP.
Die Wetterbedingungen bezeichnete der Sprecher als günstig, es sei weniger windig. Der aktivste Brandherd befinde sich zwischen Marcheprime und Pierroton südwestlich von Bordeaux.
Der Brand in der Gironde war am Mittwoch in Saumos im Westen des Départements ausgebrochen und hat bereits eine Fläche von 42.000 Hektar verwüstet. 220.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.
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