Bruschetta alla Norma: Das Sommer-Rezept, das die Küche kühler hält als Pasta

Warm essen trotz 30 Grad? So gelingt es, ohne ins Schwitzen zu geraten

Stand: 06.08.2026, 18:01 Uhr

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Bruschetta alla Norma

Bruschetta alla Norma: Der Abkürzer zur Pasta alla Norma mit weniger heißen Töpfen – ideal für an Hitze-Tagen. © Verlag Brandstätter/Vanessa Maas

Nur Salat im Sommer? Das muss nicht sein. Kulinarik-Expertin Katharina Seiser zeigt, wie Kochen bei Hitze wirklich funktioniert – und was Sie vermeiden sollten.

Draußen hat es 30 Grad. Der Schweiß steht auf der Stirn, das Anheben des Topfdeckels verwandelt die ohnehin warme Küche in ein Dampfbad, beim Öffnen des Ofens verbreitet sich ein wüstenartiger Hitzwall. Kapitulation vor dem eigenen Herd. Zu anstrengend, zu heiß, zu viel Aufwand. Das Resultat: wochenlang nur kalte Salate und rohes Gemüse. Doch das muss nicht sein. Die Kochbuchautorin und Kulinarik-Expertin Katharina Seiser erklärt, wie die warme Küche auch im Hochsommer funktioniert – und warum sie sogar wichtig ist.

Warum wir nicht den ganzen Sommer roh essen sollten

Dass bei Hitze nur Rohkost auf den Tisch darf, ist für die Expertin ein Trugschluss. „Ich finde es total legitim, warm essen zu wollen, auch an heißen Tagen“, stellt Seiser klar. „Ich halte gar nichts davon, zu sagen: Den ganzen Sommer essen wir nur roh. Warum?“, sagt Seiser. Der menschliche Organismus ist auf Vielfalt angewiesen, und viele Nährstoffe werden erst durch das Erhitzen überhaupt für uns verwertbar.

Ein klassisches Beispiel sind Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen oder Kichererbsen. Sie enthalten natürliche Giftstoffe und sollten daher nicht roh verzehrt werden: „Wir könnten keine einzige Hülsenfrucht essen, wenn wir nichts Gegartes essen würden“, erklärt Katharina Seiser. Zudem hätten ausgerechnet jetzt Gemüsesorten Saison, die zwingend Hitze in der Zubereitung benötigen, „wie zum Beispiel Auberginen“.

Über die Expertin

Katharina Seiser lebt in Wien und schreibt und lehrt leidenschaftlich gern übers Essen. Die vielfach ausgezeichnete Autorin von Bestsellern wie „30 Pflanzen pro Woche“ ist auch Kolumnistin und Kulinarik-Expertin. Ihr neustes Buch: „Gut bei Hitze“.

Buchcover „Gut bei Hitze. Erfrischend einfache Rezepte“ und Autorin Katharina Seiser

Das Kochbuch „Gut bei Hitze. Erfrischend einfache Rezepte“ von Katharina Seiser ist 2026 im Verlag Brandstätter erschienen (32 Euro). ©  Verlag Brandstätter

Hitze-No-Gos in der Küche

Das Problem an heißen Tagen ist also nicht die warme Mahlzeit an sich, sondern die Art der Zubereitung. Wer die eigene Wohnung im Sommer kühlen möchte, muss seine Kochtechniken anpassen.

Besonders in Städten ist das Mikroklima eine Belastung. In urbanen Räumen kühlt es bei Hitze selbst in der Nacht nicht ab, weil die Gebäude diese Hitze speichern und sie auch noch abgeben. „Da sollte man tunlichst vermeiden, noch etwas dazuzulegen“, warnt Seiser. Ihre Empfehlung lautet daher, alles zu vermeiden, was viel Wasserdampf produziert oder lange Hitze abstrahlt. „Kochmethoden wie das Schmoren von Gerichten, wo der Ofen wirklich lange läuft, oder Frittieren“, nennt Seiser als Beispiele. „Dann erhöhe ich die Umgebungstemperatur noch mehr.“

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Sommer-Hack: Der „Pasta Norma“-Effekt aus der Pfanne

Was also tun, wenn abends die Lust auf ein warmes, italienisches Wohlfühlessen wie Pasta alla Norma (Nudeln mit Auberginen, Tomatensoße und Ricotta) groß ist? Das Dilemma: „Ich brauche drei Töpfe“, rechnet Seiser vor. „Ich brauche einen Topf für die Nudeln, einen Topf für die Tomatensoße und einen Topf bzw. eine Pfanne für Auberginen. Das bei 30 Grad, das geht einfach nicht.“

Ihre geniale Lösung für dieses Problem heißt Bruschetta alla Norma. Der Trick besteht darin, die Hitzequellen drastisch zu reduzieren:

  1. Kein kochendes Nudelwasser: Statt Nudeln zu kochen, wird lediglich Brot in Olivenöl geröstet. „Das geht schnell und heizt die Küche kaum auf“, so Seiser.
  2. Keine stundenlang eingekochte Tomatensoße: „Ich verzichte auf die eingekochte Tomatensoße, sondern ich mache es roh. Das heißt, ich salze die Tomaten ein“, verrät Seiser. Der dadurch entstehende Saft wird genutzt, um das Brot zu befeuchten.
  3. Nur eine Pfanne: Die einzige Zutat, die wirklich Hitze sieht, ist die Aubergine. Seiser: „Dann muss ich eigentlich nur mehr die Auberginen flach in einer Lage braten.“

Das Ergebnis ist ein vollwertiges, warmes Sommeressen ohne Sauna-Effekt in der Küche: „Und dann richte ich das zusammen und habe meinen Pasta-Norma-Effekt, aber auf sehr viel direkterem Wege, als wenn ich Pasta mit Tomatensoße kochen müsste“, erklärt Katharina Seiser.

Bruschetta alla Norma: Katharina Seisers Rezept

Zutaten für 2 Portionen

► 300–400 g reife Tomaten
► feines Salz
► 1 Aubergine à 200–250 g
► 3–4 EL Olivenöl nativ extra
► je nach Größe 4–6 nicht zu dünne Scheiben Ciabatta oder anderes Weißbrot
► 1–2 Knoblauchzehen
► 2–3 Zweige Basilikum
► Ricotta salata (fester Ricotta, den man reiben kann, ersatzweise junger Pecorino)
► Chiliflocken

Zubereitung:

1. Tomaten waschen, halbieren, Strunk entfernen. Tomaten in ca. 1 cm große Würfel schneiden, samt Saft mit ca. ¼ TL Salz in einer Schüssel verrühren. Basilikum waschen, auf Küchenpapier abtropfen lassen.
2. Aubergine waschen, Stielansatz entfernen, Aubergine zuerst in 2 cm dicke Scheiben, dann in Stifte schneiden. In einer Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen, Auberginenstifte darin rundum goldbraun braten, das dauert ca. 7 Minuten. Gleich zu Beginn sparsam (ca. ¼ TL) salzen. Auf einer Seite bis zur gewünschten Bräunung liegen lassen, dann erst umdrehen. Herausnehmen. Pfanne mit Küchenpapier auswischen.
3. Größere Brotscheiben halbieren. Weitere 1–2 EL Olivenöl in die Pfanne geben. Brotscheiben darin wenden, damit sie beidseitig mit Öl benetzt werden, und dann auf mittlerer bis hoher Hitze beidseitig goldbraun rösten. Herausnehmen, mit geschälten, halbierten Knoblauchzehen einreiben. Brot auf Teller legen.
4. Tomaten umrühren, samt Saft auf den Broten verteilen. Auberginenstifte darauflegen. Käse mit einer feinen Reibe/Zestenreibe darüberreiben. Basilikum darüberzupfen. Mit Chiliflocken bestreuen.

Viele weitere Rezepte für heiße Tage finden Sie in Katharina Seisers Kochbuch „Gut bei Hitze“. Im Interview verriet die Wiener Kulinarik-Expertin außerdem ihre goldene Regel bei Hitze: saftig, salzig, säuerlich.