Schüsse am Aarauer Rave: Polizei prüft drei Tat-Hypothesen

Publiziert31. August 2026, 07:58

AarauWarum kam es zum Angriff? Polizei verfolgt drei Hypothesen

Nach den Schüssen mit einer Toten und fünf Verletzten am Aarauer Rave tappt die Polizei betreffend Täterschaft und Motiv im Dunkeln. Drei Hypothesen werden in Betracht gezogen.

Justin Arber

Darum gehts

  • Die Hintergründe des tödlichen Schussangriffs am Aarauer Rave sind weiterhin ungeklärt.
  • Die 22-jährige Maria S. kam in der Nacht auf Sonntag ums Leben; die Täterschaft ist unbekannt.
  • Die Polizei prüft drei Hypothesen, von denen nach aktuellem Stand alle möglich sind, es gibt keine Tendenz zu einem bestimmten Motiv.

Auch am Montagmorgen läuft die schweizweite Fahndung nach den Schüssen am Aarauer Rave auf Hochtouren. Die Hintergründe der Tat, die in der Nacht auf Sonntag das Leben der 22-Jährigen Maria S. gefordert hat, sind weiterhin unklar.

Die ermittelnden Behörden gehen von drei Hypothesen aus, wobei keine der Möglichkeiten höher priorisiert wird und nach dem aktuellen Ermittlungsstand alle möglich sind:

Terroranschlag

Bei einem Terroranschlag äussert die Täterschaft Unzufriedenheit, die sich aus den politischen, sozialen, wirtschaftlichen oder ethnischen Rahmenbedingungen in einem bestimmten Land oder einer Region nährt. Da die Täterschaft im Fall von Aarau bisher unbekannt ist, kann nichts über deren persönliche Überzeugungen gesagt werden.

Was dafür spricht: Die Schüsse fielen auf dem Gelände bzw. in unmittelbarer Nähe zum Bereich des Aarauer Rave. Bis zu 2500 Menschen waren ab Samstagabend auf einem begrenzten Raum erwartet worden. Im Video eines News-Scouts ist eine Vielzahl an Schüssen zu hören, was darauf hindeuten könnte, dass mehr als eine Person ins Visier der Täterschaft genommen wurde. Zudem wurde Munition aus zwei unterschiedlichen Waffen entdeckt.

Was dagegen spricht: Die Meldung zu den Schüssen ging gegen 2.30 Uhr bei der Kantonspolizei Aargau ein. Gemäss offiziellem Zeitplan der Veranstaltung war diese um 2 Uhr beendet worden. Die Menschen befanden sich auf dem Heimweg, von den zuvor mehreren Hundert Partygästen dürften gemäss den Behörden noch etwa 100 vor Ort gewesen sein, als es passierte. Zudem fand gleichzeitig in der Nähe eine weitere grosse Veranstaltung statt, die ohne Zwischenfälle verlief.

Aarau: Nach den Schüssen am Rave läuft die Grossfahndung weiter. Die Polizei teilte nicht mit, ob sie einen oder mehrere Täter sucht.
20min/jad

Amoklauf

Bei einem Amoklauf steht oftmals eine persönliche Krise der Täterschaft im Vordergrund, oftmals auch im Zusammenhang mit dem gewählten Tatort. Da die Täterschaft im Fall von Aarau bisher unbekannt ist, kann nichts über deren Motivlage gesagt werden.

Was dafür spricht:  Die Schüsse fielen auf dem Gelände bzw. in unmittelbarer Nähe zum Bereich des Aarauer Rave. Bis zu 2500 Menschen waren ab Samstagabend auf einem begrenzten Raum erwartet worden. Im Video eines News-Scouts ist eine Vielzahl an Schüssen zu hören, was darauf hindeuten könnte, dass mehr als eine Person ins Visier der Täterschaft genommen wurde. Zudem wurde Munition aus zwei unterschiedlichen Waffen entdeckt.

Was dagegen spricht: Die Meldung zu den Schüssen ging gegen 2.30 Uhr bei der Kantonspolizei Aargau ein. Gemäss offiziellem Zeitplan der Veranstaltung war diese um 2 Uhr beendet worden. Die Menschen befanden sich auf dem Heimweg, von den zuvor mehreren Hundert Partygästen dürften gemäss den Behörden noch etwa 100 vor Ort gewesen sein, als es passierte. Zudem fand gleichzeitig in der Nähe eine weitere Veranstaltung mit deutlich mehr Menschen statt, die ohne Zwischenfälle verlief.

Kriminelle Abrechnung oder sonstige Gewalttat

Die Polizei untersucht auch, ob die Tat im Zusammenhang mit einer Abrechnung in einem bestimmten Milieu steht. Da die Täterschaft im Fall von Aarau bisher unbekannt ist, kann nicht beurteilt werden, ob sie Verbindungen zu kriminellen Organisationen hat.

Was dafür spricht: In unmittelbarer Nähe zum Aarauer Rave lief die deutlich grössere Veranstaltung «Musig i de Altstadt». Dies könnte darauf hindeuten, dass die Täterschaft gezielt den Rave aussuchte.

Was dagegen spricht: Gemäss der Kantonspolizei Aargau ist derzeit keine Verbindung zwischen den Opfern erkennbar. Man geht deshalb davon aus, dass sie alle Zufallsopfer wurden.

Justin Arber

Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.

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