Stand: 13.07.2026, 16:49 Uhr
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Nachdem sich die Taufkirchner beim Bürgerentscheid für das aktuelle Konzept zur Umgestaltung des Bahnhofsquartiers ausgesprochen haben, soll die Bauleitplanung zügig vorangetrieben werden.
Taufkirchen – Nach dem gewonnenen Bürgerentscheid zum Bahnhofsquartier wollen die Gemeinde Taufkirchen und die Eigentümergemeinschaft möglichst schnell die Bauleitplanung und den städtebaulichen Vertrag abschließen. „Das sind die nächsten wichtigen Meilensteine auf dem Weg zu einem neuen, attraktiven Quartier“, betont Bürgermeister Sebastian Thoma (CSU). Er hofft, dass beides bis Ende des Jahres erledigt ist.
Dann könnte die Rock Capital Group, der ein wesentlicher Teil der rund 12,5 Hektar großen Flächen westlich der Bahngleise gehört, die Bauanträge für die ersten Bauabschnitte stellen. Das Konzept sieht laut Thoma vor, als Erstes das neue Ärztehaus zu bauen und gleichzeitig die Umgestaltung der Lindenpassage in Angriff zu nehmen. Dies bestätigt Rock-Capital-Group-Geschäftsführer Christian Lealahabumrung: „Unser Ziel war ja von Anfang an, mit diesen beiden Projekten zu beginnen.“ Das hier der Bedarf am größten ist, hätten seit Jahren die Rückmeldungen aus der Bevölkerung gezeigt.
Lindenpassage und Ärztehaus erste Projekte
Die Lindenpassage soll bis auf das große Wohnhaus, in dem derzeit die Linden-Apotheke untergebracht ist, komplett abgerissen werden. Das große Wohnhaus soll laut Lealahabumrung saniert und erneuert werden. Auch im Bereich der ehemaligen Passage sollen ausschließlich Wohngebäude entstehen. „Außer im Erdgeschoss, da könnte auch ein Café oder ein Restaurant hinkommen“, sagt der Rock-Capital-Geschäftsführer.
Sind die ersten beiden Bauprojekte verwirklicht, geht es laut Thoma an die Neugestaltung des Bereiches der Eschenpassage und des Bahnhofsvorplatzes. Ganz zum Schluss würde das Bäko-Areal, das der genossenschaftlich organisierte Fachgroßhandel bis dahin vermutlich weiterverkauft hat, bebaut.
Keine freie Fahrt für Kraftfahrzeuge auf dem Boulevard
Was die Zukunft der Eschenpassage betrifft, widersprechen sowohl Thoma als auch Lealahabumrung den Behauptungen der ILT, das Konzept sehe den geplanten Eschen-Boulevard als Straße vor, durch die Kraftfahrzeuge fahren. Zwar habe es zu Beginn der Planung dahingehende Überlegungen gegeben, diese seien aber vom Tisch. Zuletzt habe der Gemeinderat sogar Abstand davon genommen, dort Busse durchfahren zu lassen, erinnert Thoma. Und Lealabumrung betont, er habe, was die Verkehrsführung betrifft, ohnehin keinen Einfluss: „Das ist Sache des Gemeinderats.“
Doch auf solche Aussagen will ILT-Fraktionssprecher Jörg Pötke nicht vertrauen. Noch am Abend des Bürgerentscheids, als feststand, dass das Bürgerbegehren seiner Wählergemeinschaft „Stoppt die Gigantomanie am Bahnhof!“ keine Mehrheit findet, hat Pötke einen Antrag seiner Fraktion veröffentlicht. In der wird unter anderem gefordert, die Bauleitplanung derart anzupassen, dass die Fußgängerzone in der Eschenpassage erhalten bleibt und weitestgehend entsiegelt und begrünt wird. Zudem beharrt die Wählergemeinschaft darauf, dass die Eschenpassage nicht vollständig abgerissen und neu gebaut wird, sondern über eine Sanierung und Modernisierung nachgedacht wird. Dafür könnte dem Eigentümer auch eine begrenzte Aufstockungsmöglichkeit in Aussicht gestellt werden.
Gutachten zur Wertsteigerung in Auftrag gegeben
Ungeachtet dieser Störfeuer beabsichtigt Thoma bei den Verhandlungen mit den Eigentümern, das Optimale für die Gemeinde herauszuholen – sowohl in gestalterischer als auch in finanzieller Hinsicht. Was ersteres angeht, sehen Thoma wie auch die Grünen noch Verbesserungsbedarf, was die Qualität und Quantität der Grün- und Erholungsflächen angeht. In finanzieller Hinsicht geht Thoma mit der Maximalforderung in die Gespräche, dass die Quartiersumgestaltung der Kommune eigentlich nichts kosten darf. Außerdem will der Bürgermeister auf Grundlage eines Gutachtens über die Wertsteigerung der Flächen durch das neue Baurecht die Position der Gemeinde so stärken, dass sie auch zahlreiche Forderungen des Gemeinderats in dem neuen Viertel durchsetzen kann. Als Beispiel nennt Thoma bezahlbaren Wohnraum, eine Kita, ein neues Jugendkulturzentrum und einen Bürgertreff.
Einen speziellen Wunsch für das geplante Hochhaus hat zudem die SPD-Fraktions- und Ortsvorsitzende Naciye Özsu. Weil gastronomische Betriebe im Ortsteil Taufkirchen am Wald eher dünn gesät sind, wünscht sie sich, dass im obersten Stockwerk ein Gastro-Betrieb einzieht – mit Terrasse. „Etwa ein Café Alpenblick“, sagt sie. Das wären dann wirklich glänzende Aussichten für die Taufkirchner.