
Der Anteil an UHD-fähigen Fernsehern in den deutschen Haushalten wächst kontinuierlich. Unterstützt wird der Trend durch den Umstand, dass seit Jahren die Mehrheit der angebotenen TV-Geräte UHD unterstützt. Doch wie sieht es mit der UHD-Programmvielfalt aus?
Ultra HD kommt mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln und bietet damit ein viermal so scharfes Bild wie Full HD, das über 1.920 x 1.080 Pixel verfügt. Im Vergleich zur kleinen HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln der öffentlich-rechtlichen Sender nicht nur in Deutschland, ist UHD sogar neunmal so scharf. Damit bietet UHD einen ungleich höheren Detailreichtum und vor allem auf großen Screens sichtbar mehr Schärfe.
Damit UHD-TVs zeigen können, was in ihnen steckt, braucht es Inhalte mit der entsprechenden Auflösung. Doch die sind noch absolute Mangelware. Vor allem reguläre TV-Programme lassen nach wie vor in UHD auf sich warten. Dementsprechend klein ist ihre Anzahl in Europa.
Gibt es so wenig UHD-Inhalte?
Ganz und gar nicht. Denn seit geraumer Zeit lassen sich Filme, Serien und Dokumentationen international nur noch vermarkten, wenn sie in UHD oder 4K gedreht werden. Was aber auch heißt, dass vieles von dem, was deutsche TV-Sender nur in HD ausstrahlen, tatsächlich in UHD produziert wurde. Dies trifft auch auf bekannte deutsche TV-Serien zu. Dabei gilt es auch zu berücksichtigen, dass UHD-Aufnahme-Equipment nicht mehr teurer ist als nur für HD geeignetes.
Wie groß das Angebot an UHD-Inhalten inzwischen ist, kann man vor allem auf Pay-Streaming-Plattformen nachvollziehen. Aber auch auf kostenfrei zugänglichen Mediatheken findet man Sendungen in UHD. Sie werden aber gewöhnlich nicht als solche angepriesen, sondern überraschen mit dem besseren Bildeindruck. Den Hinweis auf UHD findet man erst in der Beschreibung des aufgerufenen Inhalts.
Sind UHD und 4K dasselbe?
Im Alltag und in der Werbung werden UHD und 4K gerne gleichgesetzt. Was genau genommen aber falsch ist. Denn beide Begriffe stehen für unterschiedliche Einsatzgebiete und auch voneinander abweichende Bildformate.
UHD ist der ultrahoch auflösende Standard beim Fernsehen. Es kommt im 16:9-Format und somit einem Seitenverhältnis von 1,77 zu 1. Seine Auflösung beträgt 3.840 x 2.160 Pixel. Im Gegensatz dazu ist 4K ein Kinoformat, das mit einer Auflösung von 4.096 x 2.160 Bildpunkten arbeitet. Die größere Anzahl an horizontalen Pixeln bringt auch ein breiteres Bild mit sich, dessen Seitenverhältnis 1,9 zu 1 beträgt. Dieses Format ist es übrigens, das bei im TV ausgestrahlten Spielfilmen für die schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand verantwortlich zeichnet.

UHD über Satellit?
Ganz allgemein betrachtet sind in UHD ausstrahlende Sender am europäischen Satellitenhimmel eine Ausnahmeerscheinung. Gründe dafür mag es mehrere geben. Zum einen sind die im Vergleich zu HD etwas höheren Ausstrahlungskosten zu nennen, da für UHD mehr Bandbreite benötigt wird. Ein großes Thema dürfte zudem der Signalschutz sein. Man erinnert sich ja noch an die HD-Einführung zurück, wo insbesondere Rechteinhaber Sorge hatten, dass ihre Inhalte im hochwertigen HD der Piraterie zum Opfer fallen würden. Daran hat sich im UHD-Zeitalter nichts geändert.
Weiter ist zu nennen, dass der Unterschied zwischen HD und UHD als nicht mehr so groß empfunden wird wie seinerzeit zwischen SD und HD. Das hält offensichtlich TV-Anstalten davon ab, in die für UHD nötige Infrastruktur, die weit über die Beschaffung von Kameras hinausgeht und auch die gesamte Signalverarbeitung beinhaltet, zu investieren. Chancen für eine UHD-Aufrüstung bei den TV-Veranstaltern dürften zumindest gegeben sein, nachdem das HD-Equipment in die Jahre gekommen ist und ohnehin ersetzt werden muss.
UHD-Sender auf Astra
Obwohl sich die TV-Anstalten des deutschen Sprachraums bis jetzt in Sachen UHD in nobler Zurückhaltung üben, gibt es doch einiges an knackig scharfen Inhalten auf Astra 19,2 Grad Ost zu entdecken. Ihr Nachteil: Das meiste davon gibt es nur über ein Abo.
SES-Demokanal
Der SES UHD-Demokanal wurde ursprünglich eingeführt, um in den Geschäften die volle Qualität von Ultra HD auf den ersten TV-Geräten, die dieses Format unterstützten, vorführen zu können. Dazu wird in Endlosschleife ein zweieinhalb Minuten langer Trailer mit faszinierenden Natur-, Sport- und Technik-Aufnahmen gezeigt. Die Bilder demonstrieren zwar eindrucksvoll, was der neue Fernseher zu leisten in der Lage ist, aber das war es dann auch schon. Zu sehen ist der frei empfangbare SES-Demokanal auf 10,994 Gigahertz horizontal (22.000, 5/6, DVB-S2/8PSK).
UHD1
UHD1 bietet während der Woche von acht bis 20 Uhr und am Wochenende von acht bis 14 Uhr ein frei empfangbares Programmfenster an, in dem es vor allem Kurzfilme zu den Themen Natur, Sport, Event, Kunst und Kultur zu sehen gibt. Die Primetime ist den zahlenden HD+-Kunden vorbehalten. Während der verschlüsselten Zeit werden ebenfalls im weiteren Sinne Dokumentationen zu allen erdenklichen Themengebieten geboten. Zum Teil werden hier auch einzelne Sendungen von Eurosport 4K und Deluxe Music UHD ausgestrahlt. Dabei handelt es sich jeweils um herausragende Ereignisse wie Premium-Live-Sport. UHD1 kommt ebenfalls über die 10,994 Gigahertz horizontal (22.000, 5/6, DVB-S2/8PSK).
ProSiebenSat.1 UHD
Der UHD-Kanal der ProSiebenSat.1-Gruppe lässt sich als Event-Kanal beschreiben, über den ausgewählte Inhalte der Sender ProSieben, Sat.1, Kabel 1, Kabel 1 Doku, 7Maxx, Sat.1 Gold und Sixx in UHD ausgestrahlt werden. Während der sendefreien Zeiten wird nur eine Hinweistafel ausgestrahlt. ProSiebenSat.1 UHD, das nur über ein HD+-Abo zu sehen ist, wird auf demselben Transponder wie auch der SES UHD Demokanal und UHD1 ausgestrahlt. Wobei genau genommen immer nur zwei Programme auf Sendung sind, da mit ihnen dessen Übertragungskapazität ausgeschöpft ist. Immer, wenn auf ProSiebenSat.1 UHD Sendungen ausgestrahlt werden, legt UHD1 eine Sendepause ein. Die Empfangsparameter: 10,994 Gigahertz horizontal (22.000, 5/6, DVB-S2/8PSK).

RTL UHD
Auch RTL UHD ist ein Ereigniskanal, über den nur in UHD vorliegende Sendungen von RTL ausgestrahlt werden. Diese sind neben Fußball und Serien auch einzelne TV-Shows. Außerhalb dieser Sendezeiten wird nur eine Texttafel übertragen. RTL UHD ist ebenfalls verschlüsselt und nur über ein HD+-Abo zugänglich. Ausgestrahlt wird RTL UHD über 11,391 Gigahertz horizontal (22.000, 5/6, DVB-S).
Sky Sport UHD und Sky Sport Bundesliga UHD
Der große deutsche Premium-Pay-TV-Anbieter hat in seinem Portfolio zwei Sportkanäle in UHD. Sie senden nicht rund um die Uhr, sondern konzentrieren sich auf einzelne Sportereignisse. Wichtig zudem: Es sendet immer nur einer der beiden Kanäle zeitgleich. Neben der Bundesliga und der zweiten Bundesliga wird unter anderem der DFB-Pokal und die Formel 1 extrascharf übertragen. Zu sehen bekommt man diese Sender nur, wenn ein Abo mit UHD-Option abgeschlossen wurde. Ausgestrahlt werden die UHD-Inhalte von Sky Deutschland auf 11,798 Gigahertz horizontal (27.500, 9/10, DVB-S2/QPSK).
Gab es nicht schon mal mehr deutsche UHD-Sender?
Der Eindruck täuscht nicht. Zu nennen sind drei deutsche Kaufhaussender, die in Sachen UHD definitiv zu den TV-Pionieren zählten. Pearl TV UHD hat sein extrascharfes Signal auf Astra 19,2 Grad Ost bereits am 30. September 2019 abgeschaltet. QVC UHD und QVC2 UHD gab es immerhin bis zum 12. März 2024 auf Astra.
Aber auch einige international agierende Stationen gibt es heute nicht mehr in UHD. Fashion TV hat seine Satellitenverbreitung in Europa Ende September 2025 komplett eingestellt. Bereits mit 1. August 2024 wurde die Verbreitung von Fashion TV UHD über 13 Grad Ost aufgegeben. NASA TV UHD folgte am 28. August 2024. Inzwischen wurde die Satellitenverbreitung von NASA TV über Satellit komplett eingestellt.
Was ist mit ausländischen UHD-Kanälen?
Selbst wenn sich UHD selbst da noch in den Kinderschuhen befindet, merkt man doch, dass das ultrascharfe Fernsehen zumindest außerhalb des deutschen Sprachraums allmählich an Fahrt aufnimmt – nicht nur über Satellit, sondern auch über Digitalantenne DVB-T/T2. Die Terrestrik ist an dieser Stelle deshalb angeführt, weil darüber UHD gewöhnlich frei empfangbar ausgestrahlt wird und so nicht nur einer zahlenden Minderheit von TV-Zuschauern vorbehalten ist.
19,2 Grad Ost
Immerhin fünf ausländische UHD-Sender werden über Astra 19,2 Grad Ost verbreitet. Sie sind aber verschlüsselt und nur über nur in ihren Heimatländern vertriebene Abos zugänglich. Aus Frankreich kommen vier Programme. Wie bereits ihr Name verrät, sind Canal+ Box Office (11,895 Gigahertz), Canal+ France (12,012 Gigahertz) und Canal+ Food (12,207 Gigahertz) Bestandteil des Canal+-Pay-TV-Pakets. Alle Programme kommen auf der vertikalen Ebene mit 29.700, 2/3, in DVB-S2/8PSK.
Weiter wird der öffentlich-rechtliche Sender France 2 in UHD über die 11,856 Gigahertz vertikal (29.700, 2/3, DVB-S2/8PSK) ausgestrahlt. Das Programm kommt aber nicht nur verschlüsselt über Satellit, sondern auch unverschlüsselt terrestrisch über ein 208 Standorte umfassendes terrestrisches Sendernetz in Frankreich. Zumindest in der Region Saarbrücken (Kanal 24) und auf der deutschen Rheinseite rund um Straßburg (Kanal 31) bestehen auch in Deutschland Empfangschancen für dieses Programm. Zu den Inhalten von France 2 gibt es nur zu sagen, dass es sich dabei um ein Vollprogramm mit vielen hochwertigen Inhalten handelt.
Mit TVE La1 ist auch das erste öffentlich-rechtliche spanische Fernsehen auf Astra in UHD vertreten. Es kommt auf 10,729 Gigahertz vertikal (23.500, 3/4, DVB-S2/8PSK) verschlüsselt und wird in Spanien im Zuge des dortigen HD+-Ablegers „Astra TV“ vermarktet. Viel spannender ist aber, dass TVE La1 UHD in Spanien auch terrestrisch über sage und schreibe 1.487 Standorte verbreitet wird. Ohne Verschlüsselung, versteht sich.
13 Grad Ost
Mit Hotbird 4K1 ist auf 13 Grad Ost zumindest noch ein freier UHD-Sender zu finden. Bei ihm handelt es sich um einen Demokanal, der somit in erster Linie nur mit schönen Bildern die Vorzüge von Ultra HD darstellt. Gelegentlich kommt der Kanal für UHD-Events verschiedener TV-Sender zum Einsatz. Auch das ZDF hat davon schon Gebrauch gemacht.
Immerhin fünf UHD-Kanäle sind mit einer italienischen Tivusat-Karte erhältlich. Tivusat ist eine Plattform, die an und für sich freie italienische TV-Stationen bündelt und in Italien wohnhaften Personen zugänglich macht.
Bestandteil des Pakets ist etwa RAI 4K des öffentlich-rechtlichen italienischen Rundfunks, der seinen UHD-Kanal nicht nur verschlüsselt über Hotbird verbreitet, sondern auch frei empfangbar über das digitale Antennenfernsehen. Und das gleich doppelt: als RAI 4K über 1.010 Sendeanlagen im Lande und als RAI 4K Test über weitere 493. Auf Hotbird ist RAI 4K auf 11,766 Gigahertz vertikal (29.900, 3/4, DVB-S2/8PSK) aufgeschaltet.
Museum 4K, MyZen 4K und TravelXP 4K Europe kommen über die 10,727 Gigahertz horizontal (30.000, 3/4, DVB-S2/8PSK), Inultra, das noch als Insight TV UHD eingelesen wird, auf 12,380 Gigahertz vertikal (30.000, 5/6, DVB-S2/8PSK). Sie sind durchweg Spartensender, die in der Vergangenheit zum Teil auch schon vorübergehend frei über diverse Satellitenpositionen zu empfangen waren. Sie wenden sich an ein internationales Publikum.
Weiter werden auf 13 Grad Ost die Pay-TV-Kanäle Sky Sport 4K (11,996 Gigahertz vertikal, 29.900, 5/6, DVB-S2/QPSK) für Italien, Eleven Sports 1 Polska (11,117 Gigahertz vertikal, 27.500, 3/4, DVB-S2/8PSK) und der international vermarktete Kanal Love Nature (11,296 GHz horizontal, 27.500, 5/6, DVB-S) übertragen.
42 Grad Ost
Das türkische TRT 4K wäre zwar über 42 Grad Ost frei empfangbar. Da jedoch ein Türkei-Spotbeam zum Einsatz kommt, ist das Programm im deutschen Sprachraum selbst mit großen Antennen nicht zu empfangen. TRT 4K zeigt neben Highlights aus dem Serien- und Spielfilmangebot des öffentlich-rechtlichen türkischen Rundfunks auch ein breites Spektrum an Dokumentationen sowie herausragende Sport-Live-Übertragungen. Ausgestrahlt wird TRT 4K über den Türkei-Spotbeam auf 42 Grad Ost auf der 11,767 Gigahertz vertikal (15.000, 3/4, DVB-S2/8PSK).
Ferner wird auf der primären Türksat-Position auch der verschlüsselte UHD-Kanal Digiturk 4K auf 11,305 Gigahertz vertikal (30.000, 3/4, DVB-S2/8PSK) ausgestrahlt. Da er über den Westbeam des Türksat 5B kommt, ist der Sender auch im deutschen Sprachraum empfangbar. Allerdings braucht es dafür ein entsprechendes Abo.
40 Grad Ost
Auch der Iran hat seinen eigenen UHD-Fernsehsender. Nachdem im Lande nur staatliches Fernsehen erlaubt ist, wird IRIB UHD von ebendiesem veranstaltet. Der Sender wird unverschlüsselt ausgestrahlt, wird aber über einen Spotbeam des russischen Express AM7 ausgestrahlt, der in Mitteleuropa ohne Chance auf Empfang ist. Wer es trotzdem versuchen möchte, hier die Empfangsparameter: 11,637 Gigahertz horizontal (30.000, 3/4, DVB-S2/8PSK).
28,2 Grad Ost
Für die Britischen Inseln strahlt der Pay-TV-Anbieter Sky UK immerhin fünf UHD-Programme aus. Diese sind Sky UHD 1 und 2 sowie Sky Sports F1, Sky Sports Main Event UK und TNT Sports Ultimate. Ausgestrahlt werden sie auf 12,207, 12,246 und 12,324 Gigahertz vertikal, jeweils mit 27.500, 2/3, DVB-S2/8PSK. Da der weitreichende Europa-Beam zum Einsatz kommt, sind die Signale auch im deutschen Sprachraum verfügbar. Sichtbar werden die Programme aber nur mit einem geeigneten Sky-UK-Abo.
26 Grad Ost
Auf der arabischen Badr-Position findet sich zumindest ein frei empfangbarer UHD-Kanal, der auch hierzulande empfangbar sein kann. Er kommt über die 12,169 Gigahertz vertikal (27.500, 3/4, DVB-S2/8PSK) des Badr 8. Genutzt wird der EMENA-Footprint, der bis Süddänemark reicht und im deutschen Sprachraum mit rund 1,2 Meter Durchmesser zu sehen ist. Das Programm nennt sich QBC Business Economic Channel und hat sich auf Finanz- und Wirtschaftsnachrichten aus dem arabischen Raum und der ganzen Welt spezialisiert. Der Sender stammt aus Katar.
16 Grad Ost
Über 16 Grad Ost werden zwei Pay-TV-Kanäle in UHD verbreitet. FunBox UHD kommt auf der 11,471 Gigahertz vertikal (30.000, 5/6, DVB-S2/8PSK) und wendet sich an Zuseher in Kroatien. Extasy 4K auf der 11,055 Gigahertz vertikal (27.500, 4/5, DVB-S2/QPSK) wird im Rahmen eines slowakischen Pay-TV-Pakets vermarktet.
0,8 Grad West
Auf 0,8 Grad West wird derzeit mit V Sport Ultra HD nur ein einziger UHD-Sender ausgestrahlt. Er wendet sich an Pay-TV-Abonnenten in ganz Skandinavien und ist auf 11,372 Gigahertz vertikal (25.000, 3/4, DVB-S2/8PSK) zu empfangen.
5 Grad West
Auf dieser Position werden drei verschlüsselte Programme für Frankreich übertragen. Neben dem regulären France 2 in UHD sind dies ein Testkanal von TNT sowie der Fransat Ultra HD Promo-Kanal. Alle drei nutzen die 12,522 Gigahertz vertikal (29.950, 2/3, DVB-S2/8PSK).
Ferner ist auf dem Satelliten RAI 4K aufgeschaltet – sogar frei empfangbar. Allerdings handelt es sich hier um die Signalzuführung zu terrestrischen Sendeanlagen in Italien, die nicht im üblichen DVB-S2, sondern in einem Multistream-Verfahren übertragen wird und nur von dafür geeigneten Linux-Boxen empfangen werden kann. Die Übertragungsparameter: 12,606 Gigahertz vertikal (35.300, 2/3, DVB-S2/8PSK, PLS Gold 131.070, Multistream Stream 5, T2-MI PLP 0).

13 Grad Ost
Mit Hotbird 4K1 ist auf 13 Grad Ost zumindest noch ein freier UHD-Sender zu finden. Bei ihm handelt es sich um einen Demokanal, der somit in erster Linie nur mit schönen Bildern die Vorzüge von Ultra-HD darstellt. Gelegentlich kommt der Kanal für UHD-Events verschiedener TV-Sender zum Einsatz. Auch das ZDF hat davon schon Gebrauch gemacht.
Immerhin fünf UHD-Kanäle sind mit einer italienischen Tivusat-Karte erhältlich. Tivusat ist eine Plattform, die an und für sich freie italienische TV-Stationen bündelt und in Italien wohnhaften Personen zugänglich macht.
Bestandteil des Pakets ist etwa RAI 4K des öffentlich-rechtlichen italienischen Rundfunks, der seinen UHD-Kanal nicht nur verschlüsselt über Hotbird verbreitet, sondern auch frei empfangbar über das digitale Antennenfernsehen. Und das gleich doppelt als RAI 4K über 1.010 Sendeanlagen im Lande und als RAI 4K Test über weitere 493. Auf Hotbird ist RAI 4K auf 11,766 Gigahertz vertikal (29.900, ¾, DVB-S2/8PSK) aufgeschaltet.
Museum 4K, MyZen 4K und TravelXP 4K Europe kommen über die 10,727 Gigahertz horizontal (30.000, ¾, DVB-S2/8PSK), Inultra, das noch als Insight TV UHD eingelesen wird, auf 12,380 Gigahertz vertikal (30.000, 5/6, DVB-S2/8PSK). Sie sind durchweg Spartensender, die in der Vergangenheit zum Teil auch schon vorübergehend frei über diverse Satellitenpositionen zu empfangen waren. Sie wenden sich an ein internationales Publikum.
Weiter werden auf 13 Grad Ost die Pay-TV-Kanäle Sky Sport 4K (11,996 Gigahertz vertikal, 29.900, 5/6, DVB-S2/QPSK) für Italien, Eleven Sports 1 Polska (11,117 Gigahertz vertikal, 27.500, ¾, DVB-S2/8PSK) und der international vermarktete Kanal Love Nature (11,296 GHz horizontal, 27.500, 5/6, DVB-S) übertragen.
42 Grad Ost
Das türkische TRT 4K wäre zwar über 42 Grad Ost frei empfangbar. Da jedoch ein Türkei Spotbeam zum Einsatz kommt, ist das Programm im deutschen Sprachraum selbst mit großen Antennen nicht zu empfangen. TRT 4K zeigt neben Highlights aus dem Serien- und Spielfilmangebot des öffentlich-rechtlichen türkischen Rundfunks, auch ein breites Spektrum an Dokumentationen, sowie herausragende Sport-Live-Übertragungen. Ausgestrahlt wird TRT 4K über den Türkei-Spotbeam auf 42 Grad Ost auf der 11,767 Gigahertz vertikal (15.000, ¾, DVB-S2/8PSK).
Ferner wird auf der primären Türksat-Position auch der verschlüsselte UHD-Kanal Digiturk 4K auf 11,305 Gigahertz vertikal (30.000, ¾, DVB-S2/8PSK) ausgestrahlt. Da er über den Westbeam des Türksat 5B kommt, ist der Sender auch im deutschen Sprachraum empfangbar. Allerdings braucht es dafür ein entsprechendes Abo.
40 Grad Ost
Auch der Iran hat seinen eigenen UHD-Fernsehsender. Nachdem im Lande nur staatliches Fernsehen erlaubt ist, wird IRIB UHD von ebendiesem veranstaltet. Der Sender wird unverschlüsselt ausgestrahlt, wird aber über einen Spotbeam des russischen Express AM7 ausgestrahlt, der in Mitteleuropa ohne Chance auf Empfang ist. Wer es trotzdem versuchen möchte, hier die Empfangsparameter: 11,637 Gigahertz horizontal (30.000, ¾, DVB-S2/8PSK).

28,2 Grad Ost
Für die Britischen Inseln strahlt der Pay-TV-Anbieter Sky UK immerhin fünf UHD-Programme aus. Diese sind SKy UHD 1 und 2, sowie Sky Sports F1, Sky Sports Main Event UK und TNT Sports Ultimate. Ausgestrahlt werden sie auf 12,207, 12,246 und 12,324 Gigahertz vertikal, jeweils mit 27.500, 2/3, DVB-S2/8PSK. Da der weit reichende Europa-Beam zum Einsatz kommt, sind die Signale auch im deutschen Sprachraum verfügbar. Sichtbar werden die Programme aber nur mit einem geeigneten Sky-UK-Abo.
26 Grad Ost
Auf der arabischen Badr-Position findet sich zumindest ein frei empfangbarer UHD-Kanal, der auch hierzulande empfangbar sein kann. Er kommt über die 12,169 Gigahertz vertikal (27.500, ¾, DVB-S2/8PSK) des Badr 8. Genutzt wird der EMENA-Footprint, der bis Süddänemark reicht und im deutschen Sprachraum mit rund 1,2 Meter Durchmesser zu sehen ist. Das Programm nennt sich QBC Business Economic Channel und hat sich auf Finanz- und Wirtschaftsnachrichten aus dem arabischen Raum und der ganzen Welt spezialisiert. Der Sender stammt aus Katar.
16 Grad Ost
Über 16 Grad Ost werden zwei Pay-TV-Kanäle in UHD verbreitet. FunBox UHD kommt auf der 11,471 Gigahertz vertikal (30.000, 5/6, DVB-S2/8PSK) und wendet sich an Zuseher in Kroatien. Extasy 4K auf der 11,055 Gigahertz vertikal (27.500, 4/5, DVB-S2/QPSK) wird im Rahmen eines slowakischen Pay-TV-Pakets vermarktet.
0,8 Grad West
Auf 0,8 Grad West wird derzeit mit V Sport Ultra HD nur ein einziger UHD-Sender ausgestrahlt. Er wendet sich an Pay-TV-Abonnenten in ganz Skandinavien und ist auf 11,372 Gigahertz vertikal (25.000, ¾, DVB-S2/8PSK) zu empfangen.
5 Grad West
Auf dieser Position werden drei verschlüsselte Programme für Frankreich übertragen. Neben dem regulären France 2 in UHD, sind dies ein Testkanal von TNT, sowie der Fransat Ultra HD Promo-Kanal. Alle drei nutzen die 12,522 Gigahertz vertikal (29.950, 2/3, DVB-S2/8PSK).
Ferner ist auf dem Satelliten RAI 4K augeschaltet. Sogar frei empfangbar. Allerdings handelt es sich hier um die Signalzuführung zu terrestrischen Sendeanlagen in Italien, die nicht im üblichen DVB-S2, sondern in einem Multistream-Verfahren übertragen wird und nur von dafür geeigneten Linux-Boxen empfangen werden kann. Die Übertragungsparameter: 12,606 Gogahertz vertikal (35.300, 2/3, DVB-S2/8PSK, PLS Gold 131.070, Multistream Stream 5, T2-MI PLP 0).

Wie geht es mit UHD weiter?
Ob UHD über Satellit noch groß kommen wird, ist fraglich. Zumindest im europäischen Ausland zeigt man da etwas mehr Mut. Schade ist auch, dass diesen etwa RTL nicht beweist. Einen UHD-Kanal hat der Sender ja schon. Was spräche dagegen, über ihn nicht nur die in UHD vorliegenden Inhalte auszuspielen, sondern auch den Rest des Programms, das entsprechend hochskaliert wird? Selbst das würde zu einer im Vergleich zu HD geringfügig besseren Bildqualität führen.
Wann oder ob überhaupt die deutschen Öffentlich-Rechtlichen ihre linearen Programme in UHD aufschalten, ist ebenso ungewiss. Ab Januar 2027 hätte zumindest die ARD die Übertragungskapazität für einen UHD-Kanal auf Astra und DVB-T2 zur Verfügung. Dies ist eine Folge der Erfüllung des Reformstaatsvertrags, der die öffentlich-rechtlichen Anstalten zur Einstellung dreier linearer Sender mit 31. Dezember 2026 verpflichtet. Damit werden zwangsweise Übertragungskapazitäten auf dem gebuchten Satellitentransponder und einem der beiden DVB-T2-Multiplexe der ARD frei, die man für einen UHD-Kanal nutzen könnte.
Fazit
UHD ist im Fernsehalltag angekommen, allerdings anders, als man sich das noch vor wenigen Jahren vorgestellt hat. Denn Ultra HD findet man heute in erster Linie auf kostenpflichtigen Streaming-Plattformen. Über Satellit fristet UHD ein Schattendasein. Vor allem die großen öffentlich-rechtlichen Sender halten sich zurück. Viel mehr kommt aber auch von den Privaten nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass UHD im europäischen Ausland an Attraktivität gewinnt. Dies erkennt man etwa an öffentlich-rechtlichen Sendern in Frankreich, Spanien und Italien, die nicht nur über Satellit, sondern auch über DVB-T2 ausgestrahlt werden.
Außerdem interessant: