Wemmse: Deutsche in der Schweiz wirken "aggressiv und gemein"

Publiziert5. August 2026, 13:07

«Aggressiv und gemein»Wemmse rät forschen Deutschen: «Geht behutsam mit uns um»

Influencerin Wemmse gibt deutschen Neuankömmlingen einen humorvollen Rat: weniger direkt auftreten und Schweizerinnen und Schweizer «gentle parenten».

Ammar Jusufi

Darum gehts

  • Die Schweizer Influencerin Wemmse erklärt in einem Instagram-Video, wie sich Deutsche in der Schweiz verhalten sollen.
  • Ihr Hauptkritikpunkt: Deutsche wirken auf Schweizer «aggressiv und gemein» – sie rät ihnen, «eine chill pill zu nehmen».
  • Als Beispiel nennt sie den Kommunikationsstil: Schweizer verabschiedeten sich ewig am Telefon, während Deutsche sofort auflegten.

Wer neu aus Deutschland in die Schweiz zieht, möchte offenbar von der Influencerin Wemmse (23) wissen, wie man hier von den Einheimischen «nicht gemobbt wird». Genau diese Frage greift sie in ihrem neuen Instagram-Video auf.

Ihre erste Antwort gibt Entwarnung. «Die gute Nachricht ist, es gibt viele, die hassen euch nicht», sagt sie. Die schlechte Nachricht sei allerdings, dass es tatsächlich «eine Sorte Schweizer» gebe, die Deutsche nicht möge. Wemmse relativiert aber sofort: «Ehrlich gesagt, die mögen einfach niemanden. Die würden auch mich eine Trulla nennen.»

«Wir fühlen uns gemobbt von den Deutschen»

Danach dreht Wemmse den Spiess um. Ihr Tipp an Deutsche, die in die Schweiz ziehen: «Take a chill pill.» Deutsche seien aus Schweizer Sicht manchmal «schon ein bisschen aggressiv» und «ein bisschen gemein».

«Wir fühlen uns gemobbt von den Deutschen, das ist eben das Problem», sagt Wemmse. Der Unterschied liege vor allem in der Kommunikation. Schweizerinnen und Schweizer seien aus ihrer Sicht deutlich vorsichtiger und indirekter.

Als Beispiel nennt sie das Telefonieren. «Wir sind wirklich ein Volk, wir können nicht einmal das Telefon abhängen», sagt sie. Statt einfach aufzulegen, werde gefühlt ewig verabschiedet: «Tschüss, tschau, tschau, tschau, machts gut, tschüss.» Deutsche würden dagegen viel direkter wirken. «Ihr wärt so: Tschö», sagt Wemmse trocken.

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«Wir kennen das nicht mit der Aggression»

Ihr Rat an deutsche Neuankömmlinge ist deshalb klar: Sie sollen mit den Schweizerinnen und Schweizern besonders behutsam umgehen. «Ihr müsst uns gentle parenten», sagt sie. «Wir kennen das nicht mit der Aggression.»

Am Ende richtet sich Wemmse noch kurz an die Österreicherinnen und Österreicher. Für sie habe sie keine Tipps, sagt sie. Der Grund: «Ich verstehe euch nicht.» Kürzlich sei sie in Tirol gewesen und habe kein Wort verstanden.

Wie nimmst du die Kommunikationsunterschiede zwischen Deutschen und Schweizern wahr?

Ich finde, da ist wirklich etwas dran, die Art zu reden ist oft anders.

Das ist mir noch nie so aufgefallen, ich verstehe mich mit allen gut.

Ich finde, das ist ein Klischee, das nicht auf alle zutrifft.

Es kommt immer auf die Person an, nicht auf die Nationalität.

Ich bin selbst Deutschschweizer und finde uns manchmal auch zu indirekt.

Ich bin selbst Deutscher und finde uns manchmal auch zu direkt.

Das Thema interessiert mich nicht besonders.

Ammar Jusufi

Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.

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