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- GLP-1-Medikamente wie Ozempic und Wegovy wirken offenbar nicht nur auf den Körper
- Neue Studien zeigen einen überraschenden Effekt auf die Arbeitswelt
- Weniger Fehltage und mehr Produktivität könnten die Folge sein
Die gesundheitlichen Effekte von GLP-1-Medikamenten gelten inzwischen als wissenschaftlich belegt und haben maßgeblich zur großen Beliebtheit von Präparaten wie Ozempic und Wegovy beigetragen. Eine neue Studie weist nun auf einen weiteren möglichen Nutzen hin. Demnach könnten die Medikamente nicht nur die Gesundheit verbessern, sondern auch die Zahl krankheitsbedingter Fehltage von Arbeitnehmern verringern und damit einen positiven wirtschaftlichen Effekt erzielen.
Wirtschaftlicher Faktor: GLP-1-Medikamente reduzieren Krankheitstage
Wissenschaftler der Duke University und des National Bureau of Economic Research haben eine Studie veröffentlicht, die GLP-1-Medikamenten wie Ozempic und Wegovy neben ihrem medizinischen Nutzen auch wirtschaftliche Vorteile zuschreibt. Darüber berichtet auch CBS News. Grundlage der Untersuchung waren umfangreiche Registerdaten aus Dänemark, die durch die lückenlose Erfassung von Gesundheits- und Beschäftigungsdaten besonders aussagekräftige Analysen ermöglichen.
Die Forscher stellten fest, dass Patienten, die GLP-1-Medikamente einnahmen, 17,3 Prozent weniger langfristige krankheitsbedingte Fehlzeiten aufwiesen als vergleichbare Personen ohne diese Therapie. Als Langzeitausfall definierten die Wissenschaftler Fehlzeiten von mehr als 30 Tagen.
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Menschen mit Diabetes oder Adipositas waren bislang häufiger von längeren Krankheitsphasen betroffen, da ihr Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht ist. Da GLP-1-Medikamente dieses Risiko nachweislich senken können, ergeben sich nach Ansicht der Autoren auch wirtschaftliche Vorteile. Die Studie schätzt den gesamtwirtschaftlichen und steuerlichen Nutzen auf etwa 1,3 bis 1,5 Prozent des jährlichen Einkommens pro erwerbstätiger Person. Dies entspricht Einsparungen von durchschnittlich rund 866 US Dollar für Arbeitgeber und Gesundheitssystem.
Darüber hinaus sehen die Forscher insbesondere für die USA weiteres Potenzial. Während Arbeitgeber in Dänemark das Gehalt bei krankheitsbedingten Fehlzeiten von bis zu 30 Tagen weiterzahlen und der Staat längere Ausfälle übernimmt, existieren vergleichbare Regelungen in den Vereinigten Staaten nur eingeschränkt. Dadurch arbeiten viele Beschäftigte trotz Krankheit weiter, ein Phänomen, das als „Präsentismus“ bezeichnet wird. Nach Einschätzung des Mitautors Jonathan Zhang von der Duke University könnte eine bessere Gesundheit durch GLP-1-Medikamente daher nicht nur Fehlzeiten verringern, sondern auch die Produktivität am Arbeitsplatz erhöhen.
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Semaglutid: Positiver Effekt auf Krankschreibungen aufgrund psychischer Beschwerden
Ein internationales Forschungsteam des Karolinska Institutet in Stockholm, der University of Eastern Finland und der Griffith University in Australien konnte in einer weiteren Studie, die im Fachjournal „The Lancet Psychiatry“ ebenfalls positive Effekte auf die Arbeitsfähigkeit nachweisen. Die Analyse von Daten von rund 100.000 Personen zeigte, dass Patienten während einer Behandlung mit Semaglutid im Vergleich zu Zeiträumen ohne Therapie 42 Prozent seltener aufgrund psychischer Erkrankungen krankgeschrieben wurden. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Depressionen mit 44 Prozent, Angststörungen mit 38 Prozent und Substanzmissbrauch mit 47 Prozent aus.

Semaglutid ist der Wirkstoff, der maßgeblich für die Wirkung von Medikamenten wie Ozempic und Wegovy verantwortlich ist. Viele Patienten berichten, dass das anhaltende gedankliche Verlangen nach Essen während der Therapie deutlich nachlässt. Nach Ansicht der Forscher könnte diese Entlastung die mentale Belastung verringern, Stress reduzieren und depressive Grübelprozesse abschwächen. Darüber hinaus wurden eine verbesserte Schlafqualität, eine Abnahme schlafbezogener Atemstörungen sowie eine gesteigerte körperliche Beweglichkeit beobachtet.
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Da Menschen mit Adipositas und Diabetes häufig aufgrund von Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenschmerzen oder ausgeprägter Erschöpfung arbeitsunfähig werden, könnte die Verringerung dieser Beschwerden krankheitsbedingte Fehlzeiten unmittelbar reduzieren. Gleichzeitig gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine stabilere Energieversorgung, besserer Schlaf und eine geringere mentale Belastung auch den sogenannten Präsentismus verringern. Beschäftigte erscheinen dadurch seltener krank am Arbeitsplatz und können ihre Leistungsfähigkeit besser aufrechterhalten.