Wer wird 2027 Oberbürgermeister?

Stand: 18.07.2026, 06:00 Uhr

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Bad Homburg, OB Kandidat Alexander Hetjes.Foto: Priedemuth

So könnte es bald wieder aussehen: OB-Kandidat Alexander Hetjes (CDU) 2021 im Wahlkampf. © Priedemuth, Jens

Der amtierende OB Alexander Hetjes will sich 2027 erneut zur Wahl stellen. Ob er Gegenkandidaten bekommt, steht noch nicht fest – ebensowenig wie der Wahltermin.

Bad Homburg – 2027 ist schon wieder Wahljahr in der Kurstadt – der Oberbürgermeister wird neu gewählt. Wann genau und wer tritt an? Darauf gibt es bisher nicht so viele Antworten – auch wenn die Wahl möglicherweise schon in einem Dreivierteljahr stattfinden könnte.

Armin JOhnert, Fraktionschef BLB

Armin Johnert (BLB) überlegt noch. © privat

Eins ist zumindest klar: Der amtierende OB Alexander Hetjes (CDU) wird sich wieder zur Wahl stellen. „Ich würde den schönsten Job der Welt gerne weiterhin für die CDU ausüben“, erklärt Hetjes auf Nachfrage.

Parteitag tritt im Herbst zusammen

Formell entscheidet über die Kandidatur ein Parteitag der Homburger CDU im November. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es auch andere Aspiranten gibt. Doch Hetjes errang bei der jüngsten OB-Wahl 2021 59,6 Prozent der Wählerstimmen und konnte ohne Stichwahl in seine zweite Amtszeit gehen, und auch bei der Kommunalwahl im März hatte er als Kandidat der CDU etliche Wählerstimmen beschert. Somit dürfte Bad Homburgs traditionell stärkste Partei weiterhin auf den 47-Jährigen setzen wollen.

Damals hatte es Hetjes mit drei Gegenkandidaten zu tun, die aber allenfalls Achtungserfolge einfuhren. Thomas Kreuder (SPD) wählten 15,7 Prozent der Wähler, Alexander Unrath (Grüne) 13,7 und Armin Johnert (BLB) 11 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,9 Prozent.

Wie sieht es jetzt mit Gegenkandidaten aus? „Innerhalb der SPD haben wir noch nicht besprochen, ob wir dieses Mal wieder einen Kandidaten/eine Kandidatin aufstellen“, sagt dazu die Parteichefin der Genossen, Elke Barth. Der Koalitionsvertrag – die SPD ist gemeinsam mit der CDU in der Stadtregierung – sieht dazu keinen gesonderten Passus vor.

Die Grünen haben sich auf TZ-Anfrage nicht geäußert.

Bei der FDP soll die Debatte, ob man diesmal antreten will, nach der Sommerpause beginnen. „Wir haben auf jeden Fall geeignete Kandidaten“, betont Parteichef Tim Hordorff, der sich aber grundsätzlich auch vorstellen könnte, Hetjes bei seiner Wiederwahl zu unterstützen. „Ich persönlich bin mit seiner Arbeit nicht unzufrieden“, so der sich auch oft kritisch äußernde Liberale.

Armin Johnert ist noch unschlüssig, ob er bei der Wahl wieder für die BLB antreten will. „Das hängt auch davon ab, welche weiteren Kandidaten es gibt“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Fraktion BLB/Die Linke. Also nicht, wenn Alexander Hetjes sich als Einziger zur Wahl stellt? „Dann gerade“, kontert Johnert. „Er braucht dringend ein Contra.“

Auch wenn schon zuweilen von März gemunkelt wird – einen Termin für die OB-Wahl 2027 gibt es bisher nicht. Viel Spielraum gibt es bei der Terminfindung allerdings nicht: Nach der Hessischen Gemeindeordnung muss die Wahl frühestens sechs und spätestens drei Monate vor Ablauf der Amtszeit stattfinden. Da Hetjes‘ zweite Amtszeit am 20. Juli 2021 begonnen hat, müsste die Oberbürgermeisterwahl spätestens bis zum 19. April 2027 über die Bühne gehen.

Der Magistrat wird nach der Sommerpause einen Vorschlag für einen Termin machen, und die Stadtverordnetenversammlung wird diesen beschließen. Bei der jüngsten Sitzung des Haupt- und Digitalisierungsausschusses Ende Juni stand er noch nicht fest, wie auf Nachfrage Peter Brauns deutlich wurde.

Seit der Novelle der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) von 2015 gilt übrigens keine Altersgrenze nach oben mehr: Kandidieren kann jeder, der 18 Jahre alt ist.

2027 steht laut Koalitionsvertrag auch die Neuwahl des Bürgermeisters an. Das Vorschlagsrecht hat die CDU, für die Oliver Jedynak (34) seit 2021 im Magistrat sitzt. 2030 wird dann die Position des Stadtrats neu bestimmt. Da der amtierende Tobias Ottaviani (SPD) erst 29 ist, dürfte auch er weitermachen wollen.

Im zweiten Halbjahr 2026 wiederum soll Meinhard Matern, ebenfalls Ü-70, als kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtbahngesellschaft (SBHG) aufhören. Laut Koalitionsvertrag ist hier ein „Generationenwechsel gewollt“.