Werder Bremen und Co. drohen noch höhere Strafen: DFB beschließt neuen Pyro-Leitfaden

Stand: 04.08.2026, 13:45 Uhr

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Der Deutsche Fußball-Bund überarbeitet seine Strafen für Pyrotechnik. Was sich für Werder Bremen und die weiteren Clubs verändert.

Bremen – Jahr für Jahr stellen die pyrotechnischen Vergehen der Fans für den SV Werder Bremen eine enorme Belastung dar. Allein für das Fehlverhalten während der vergangenen Saison gab es Strafen im Gesamtwert von 742.000 Euro – so viele wie noch nie. Nun hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine neue Gewichtung der Sanktionen beschlossen, wodurch Werder noch einmal deutlich höhere Bußgeldbescheide ins Haus flattern könnten. Aber auch Entlastungen sind möglich.

Bei der neuen Richtlinie geht es vor allem um zwei Ziele, die verfolgt werden: So sollen nach Verbandsangaben einerseits die unterschiedlichen Gefährdungspotenziale besser differenziert werden, andererseits ist der Wunsch, „gleichzeitig die Clubs anzuhalten, mehr Strafanteile direkt zur Bekämpfung des Einbringens von Pyrotechnik in Stadien zu nutzen“, heißt es in einer Mitteilung des DFB.

Pyrotechnik im Stadion: Für die Bundesligisten um den SV Werder Bremen verändert sich künftig der Strafenkatalog.

Pyrotechnik im Stadion: Für die Bundesligisten um den SV Werder Bremen verändert sich künftig der Strafenkatalog. © gumzmedia

Neue Strafen für Pyrotechnik: Was sich für Werder Bremen und Co. ändert

Welche Summen für die illegalen Handlungen der Zuschauer des SV Werder Bremen und Co. künftig vorgesehen sind, ist bislang nicht bekannt, sie sollen aber für besonders gefährliche Gegenstände wie Böller, Raketen oder geworfene Pyrotechnik „deutlich“ erhöht werden. Bisher kostete das reine Abbrennen in der Bundesliga 1000 Euro, eine Etage tiefer wurden 600 Euro fällig, während in der 3. Liga 350 Euro als Basiswert galten. Abgeschossene Gegenstände wurden jeweils mit 3000 Euro (Bundesliga), 1500 Euro (2. Liga) sowie 750 Euro (3. Liga) sanktioniert.

Im Gegenzug sollen die Strafen für einige Vergehen, etwa bei sogenannten Bengalfackeln, die lediglich in der Hand gehalten werden, leicht gesenkt werden, um laut DFB „hier innerhalb der tatsächlich bestehenden Gefahren zuallererst die Risiken insgesamt zu minimieren und insbesondere Verhaltensänderungen zu bewirken“. Besonderheiten des Einzelfalls sollen jedoch weiter berücksichtigt werden, wurde mitgeteilt.

Konsequenzen für Bundesligisten um den SV Werder Bremen: DFB überarbeitet Pyro-Strafen

„Wir müssen die bisher angewendete Sanktionierung pyrotechnischer Vergehen bis hin zu vorsätzlich erwirkten Spielunterbrechungen weiterentwickeln“, sagt DFB-Vizepräsident Thomas Bergmann. „Der neue Strafzumessungsleitfaden geht in die richtige Richtung, weil er zum einen sportrechtliche Vergehen deutlich härter sanktioniert und gleichzeitig den Vereinen bei der präventiven Bekämpfung des gefährlichen Abbrandes von Pyrotechnik Rückendeckung gibt. Der DFB erwartet größere Erfolge der Clubs bei der Vermeidung von Pyrotechnik - für ein sicheres Stadionerlebnis.“

In puncto Prävention wurde der prozentuale Anteil der Geldstrafen erhöht, der von Werder Bremen und Co. für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen genutzt werden kann. Zudem können die Mittel künftig obendrein für die Stärkung des Sicherheitsmanagements verwendet werden.

Laut DFB gilt der neue Strafzumessungsleitfaden ausschließlich bei jenen Zwischenfällen, die sich standardisiert bewerten lassen. Schwerwiegende Vorfälle, etwa wenn Pyrotechnik gezielt in Menschengruppen geschossen wird, Personen verletzt werden, längere Spielunterbrechungen entstehen oder ein Spiel abgebrochen wird, greifen weiterhin die allgemeinen Strafzumessungskriterien nach Paragraf 44 der DFB-Satzung in Verbindung mit der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung, teilte der Verband mit. (mbü)