Stand: 04.08.2026, 13:45 Uhr
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Beim zweiten Inklusionstag in Unterföhring haben Vereine und Organisationen ihre Teilhabe-Projekte präsentiert. Begleithund „Bonny" lehrt Kita-Kinder, wie sie mit klaren Kommandos Eigenwirksamkeit erfahren.
Unterföhring – Beim Inklusionstag hat die Gemeinde Unterföhring aufgefahren, was sie an Teilhabe zu bieten hat. Mit der Thematik betraute Organisationen, wie der Behindertenbeirat, Sport- und Trachtenvereine, Kulturbixn, Netsession und die Wasserwacht, präsentierten sich auf dem Platz vor dem Bürgerhaus. Besonders nachhaltig wirkende Projekte wurden öffentlich prämiert.
Lange vor dem Höhepunkt der Veranstaltung, als Bürgermeister Florian Klietsch (SPD) den Preisträgern Urkunden und Barschecks überreichte (siehe Kasten), formierten sich die Teilnehmer des Inklusionstags auf dem Bürgerplatz zu einem bunten Volksfest. Die inklusive Tanzgruppe des TSV, die dem Publikum begeisterte Rufe des Beifalls entlockt. Ein mit Rollstuhl zu meisternder Hindernisparcours. Turnen für die Kids, Reisen mit VR-Brille, Begleithund „Bonny“, der Kita-Kinder selbstbewusst macht. Spiel und Spaß standen im Vordergrund der Präsentationen. Mit Übungen, die Freude bereiten, sobald es was zu lachen gibt, packt man Leute, die mit inklusiven Themen im Alltag eher nichts zu tun haben, am wirksamsten.
Inklusionspreis
Initiativen, die Inklusion nicht nur als „kleines Extra“ im Programm führen, hat Bürgermeister Klietsch mit dem Inklusionspreis der Gemeinde ausgezeichnet.
Kategorie Arbeit: Nachbarschaftshilfe, 2500 Euro.
Kategorie Bildung: 1. Platz: Kindergarten St. Florian Str, der Arbeiterwohlfahrt, 2500 Euro; 2. Platz: Musikschule, 1000 Euro; 3. Platz: Helferkreis, 500 Euro.
Freizeit + Kultur: 1. Platz: Inklusive Tanzgruppe des TSV, 2500 Euro; 2. Platz: Rugby Club, 1000 Euro.
Die Gemeinde selbst hat in Sachen Inklusion ordentlich aufgerüstet. Es gibt einen Behinderten- und Inklusionsbeirat. Inklusionsbeauftragte sind schon bei der Premiere des Inklusionstages vor zwei Jahren tätig. Neuerungen in der Teilhabe greift das Rathaus nach Möglichkeit mit eigenen Leuten auf. Hier fällt zuallererst das Sunflower-Projekt für Hidden Disabilities ins Auge. Die Sonnenblume als weltweit anerkanntes Symbol für nicht sichtbare Einschränkungen hat man vor zehn Jahren am Flughafen in London eingeführt als Hinweis, dass ihr Träger Hilfe oder Verständnis benötigt. Auf dem Inklusionstag am Sonntag beschreibt Gemeindemitarbeiterin Cathleen Lattke den Wert der Sonnenblume für Unterföhring. Das farbige Symbol trägt man um den Hals oder als Armband. Also, sollte es Ihnen beim Bäcker demnächst mal zu lange dauern, achten Sie darauf, ob der Kunde vorn in der Schlange das Sunflower-Band um den Hals baumeln hat. „Schenken Sie dem Träger ein bisschen Geduld.“

Durchaus bemerkenswert ist, was „Bonny“ den Jüngsten mitzugeben hat. Mit seinem Frauchen pilgert der Australian Shepherd auf Anfrage durch hiesige Kindergärten. Angelika Sewalski ist in Unterföhring ehrenamtlich auf Anfrage tätig. Bonny vermittelt „tiergestützte Resilienz“, bei Stress oder Rückschlägen psychisch zu bestehen. Auf das Kommando „Sitz“ zum Beispiel, schnoddrig vorgetragen oder gar ängstlich, reagiert der Hund widerborstig. Man hat ihm beigebracht, auf klare Kommandos, selbstbewusst vorgetragen, zu reagieren. „Die Kinder lernen Eigenwirksamkeit“, erläutert Bonnys Frauchen: „Also zu begreifen: Ich kann etwas bewirken!“
Weiter hinten auf dem Platz hat Klaus Martin Hecht von „Senioren-Vision“ VR-Brillen sortiert. Wie das von der Nachbarschaftshilfe und der Seniorenbegegnungsstätte unterhaltene Wunschmobil, das betagten und schwer kranken Menschen Sehnsuchtsreisen ermöglicht, schickt Hecht Leute auf Reisen ihrer Wünsche. Ob nach Leipzig, auf die Achterbahn oder hinauf zum Nordlicht: 170 Stunden Film bietet Senioren-Vision via VR-Brille an. Die binokulare Optik vermittelt eindrückliche Erlebnisse.