Stand: 18.10.2026, 20:01 Uhr

Ein kaltes Tief in gut fünf Kilometern Höhe bringt die Rechenmodelle der Meteorologen ins Schleudern. Eine DWD-Expertin überschreibt ihre Analyse mit „Mission impossible“. Und was heißt das für Bayern?
München – Der Sonntag (18. Oktober) teilt Bayern in zwei Hälften. In Schwaben bleibt der Himmel grau, mehr als 10 Grad sind nicht drin. In Niederbayern scheint dagegen die Sonne, das Thermometer klettert auf bis zu 19 Grad (Deutscher Wetterdienst, DWD). Neun Grad Unterschied. Am selben Nachmittag.
Soweit zum Wochenende. Spannender ist, was ab Dienstag passiert. Denn da wissen selbst die Profis nicht so recht weiter.
Kaltlufttropfen: Ein schwer berechenbares Phänomen
Schuld ist ein sogenannter Kaltlufttropfen. Zum Verständnis: ein Tiefdruckgebiet in der Höhe, rund 5500 Meter über dem Meer, gefüllt mit kalter Luft. Am Montag löst es sich aus einem Trog über dem Baltikum, zieht nach Polen und dann in den Osten Deutschlands. Bis dahin sind sich die großen Wettermodelle einig.
Danach nicht mehr. Das deutsche Modell ICON und das amerikanische GFS schicken das Tief am Dienstag weiter nach Nordwesten. Das europäische IFS lässt es einfach über Ostdeutschland liegen. „Für eine Prognose ist das eine sehr schlechte Ausgangslage“, schreibt DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn.
Wie groß die Spanne ist, zeigt ein Beispiel aus Sachsen und Thüringen: In 1400 Metern Höhe rechnen die Modelle dort mit plus 10 oder mit minus 2 Grad. Je nachdem, wen man fragt. Falls das Wetter doch in Richtung Goldener Herbst dreht, hier ein paar Tipps:
Bayern kommt glimpflich davon
Für Bayern ist der Streit kleiner. Auf den Montag (19. Oktober) ist ohnehin Verlass: Nur in Schwaben und im Südwesten Oberbayerns hält sich zäher Hochnebel, sonst scheint die Sonne bei 10 bis 17 Grad. Im Bayerischen Wald pfeift der Ostwind mit stürmischen Böen um 50 km/h. In der Nacht drohen an der unteren Donau und im Alpenvorland Nebelbänke mit weniger als 150 Metern Sicht.
Am Dienstag (20. Oktober) bleibt es in Bayern bei allen drei Modellen trocken. Gestritten wird über den Nebel. Ein Blick in die frei verfügbaren Modelldaten (Open-Meteo, open-meteo.com) zeigt es für München: Das GFS rechnet mit zehn Sonnenstunden und 18 Grad, ICON und IFS mit 13 Grad. Der DWD erwartet nach Nebelauflösung einen freundlichen Tag, am föhnigen Alpenrand bis zu 18 Grad.
Einig sind sich alle beim Mittwoch (21. Oktober): Von Westen kommt Regen, in München je nach Modell 9 bis 20 Liter pro Quadratmeter.
Und dann? Diplom-Meteorologe Dominik Jung wagt den Blick über die unsichere Phase hinaus. Seine Prognose stammt vom Samstag, noch vor Kernns Analyse. Er erwartet am Donnerstag im Süden freundliches Wetter und am Freitag (23. Oktober) im Süden und Osten Deutschlands nach Nebelauflösung viel Sonne, bei 14 bis 20 Grad. „Der goldene Oktober meldet sich also zurück“, schreibt Jung.
Wie warm es in Bayern wird, ist noch offen. Die Modelle sehen am Freitag Stand Sonntagabend eher 12 bis 16 Grad. Kernn nimmt die Lage sportlich: „Schauen wir wie lang und wer am Ende recht behält.“