Krösche freigestellt: Eintracht Frankfurt trennt sich von seinem Sportvorstand
Stand: 18.10.2026, 20:26 Uhr
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Markus Krösche verlässt Eintracht Frankfurt auf eigenen Wunsch – sein Vertrag bis 2028 läuft weiter. Der Klub spekuliert auf eine Millionenablöse, wenn ein neuer Arbeitgeber zuschlägt.
Paukenschlag bei Eintracht Frankfurt am frühen Sonntagabend: Markus Krösche, der Erfolgsmanager, ist die längste Zeit Sportvorstand des hessischen Fußball-Bundesligisten gewesen. Die Führungsgremien der Fußball-AG entschieden auf einer Aufsichtsratssitzung am Sonntag, den 46-Jährigen freizustellen – auf Wunsch des Sportchefs selbst. Das ist ein echter Knaller.

Auch nicht von schlechten Eltern: Der mächtige Axel Hellmann, so etwas wie Mister Eintracht, wird noch mächtiger. Der 55-Jährige wurde am Sonntag vom Kontrollorgan vom Sprecher zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Interimsmäßig übernimmt er auch die Aufgaben des Sportvorstands. „Eintracht Frankfurt ist seit 25 Jahren ein wesentlicher Teil meines Lebens“, sagte Hellmann. „Die Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden ist für mich eine große Ehre und zugleich eine besondere Verpflichtung in bewegten Zeiten.“
Eintracht Frankfurt stellt Markus Krösche frei
Markus Krösches bis 2028 laufender Vertrag ist gleichwohl nicht aufgelöst worden, der Kontrakt läuft zu geringen Konditionen weiter. Weshalb, ist relativ einfach zu beantworten. Die Eintracht spekuliert auf eine Millionenablöse, die sie einstreichen wird, wenn ein anderer Klub sich die Dienste des Managers sichern will. Das wird höchstwahrscheinlich so kommen.
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Markus Krösche hat einen guten Leumund, einen exzellenten Ruf in der Branche. Der gebürtige Hannoveraner hat einen Markt, ist begehrt. Zuvorderst in Italien, gerade beim ein wenig taumelnden Weltverein AC Mailand. Dort wäre er schon im Sommer um ein Haar gelandet. Es würde nicht verwundern, wenn die Lombarden nun einen weiteren Anlauf unternehmen würden. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass es so kommt.
Insofern ist sein Abgang keine Sensation, nur der Zeitpunkt kommt überraschend. Für die Öffentlichkeit. Intern war schon seit einiger Zeit klar, dass noch vor der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung am Montag in der Jahrhunderthalle Nägel mit Köpfen gemacht werden, Fakten geschaffen werden sollen. Daher auch das außerplanmäßige Treffen des Kontrollgremiums am Sonntag.
Alle Beteiligten wollten Klarheit, und Markus Krösche sollte auch durchs große Tor bei der Eintracht gehen. Der scheidende Sportboss wird am Montag tief im Frankfurter Westen in würdigem Rahmen vor den Mitgliedern verabschiedet. Er wird auch die Gelegenheit nutzen, zu den Anwesenden zu sprechen und sich für „eine außergewöhnliche, intensive und unvergessliche Zeit“ zu bedanken. Das hat Stil.
Auch wenn die zurückliegenden Monate nicht so einfach waren, auch nicht reibungsfrei. Da gab es schon Spannungen – und Zweifel. Markus Krösche wirkte nicht mehr so, als identifiziere er sich noch zu 100 Prozent mit dem Projekt. Er wirkte müde, angeschlagen, ausgezehrt, so, als sei ihm das alles zu viel. Zuweilen auch fahrig, ja ausgebrannt. Da hatte einer sein Feuer verloren – zumindest für die Eintracht.
Krösches Abschied zeichnete sich seit Monaten ab
„Ich habe seit einiger Zeit das Gefühl entwickelt, dass ich eine Veränderung brauche – und der Eintracht womöglich ein neuer Impuls auch helfen könnte“, sagte er. „Wenn man an diesen Punkt kommt, geht immer auch ein wenig die notwendige Durchschlagskraft für eine solch anspruchsvolle Aufgabe abhanden.“
Auch der Transfersommer ging so ziemlich in die Hose, obwohl er sich der Verantwortung stellen und nicht weglaufen wollte. Denn schon in der ersten Jahreshälfte war er schwer in die Kritik geraten. Seine Trainerauswahl zu Beginn des Jahres wurde zur Farce, der sonderbare Spanier Albert Riera sorgte dafür, dass die Eintracht zum Gespött der Liga wurde. Markus Krösche räumte den Fehler ein. Er übernahm auch die Verantwortung für das schwache Abschneiden in der letzten Spielzeit.
Daher zeichnete sich in den zurückliegenden Monaten ab, dass der Paderborner seine Zukunft nicht in Frankfurt sieht. Markus Krösche, der sich enorme Verdienste um den Verein erworben hat, flirtete schon im Sommer intensiv mit dem AC Mailand. Dort sollte er eine Art Supermanager mit weitreichenden Befugnissen werden.
Und ein exorbitantes Gehalt einstreichen, 40 Millionen Euro für vier Jahre. Ein unmoralisches Angebot – das Markus Krösche nur ausschlug, weil er sich der Eintracht gegenüber verpflichtet sah. Dennoch kam seine Hinhaltetaktik nicht gut an, er verspielte da schon einigen Kredit. Auch sein dubioses Immobiliengeschäft in Kroatien schadete ihm und seiner Reputation in Frankfurt. Nun also das Ende, das sich abzeichnete.
„Wir haben gemeinsam große Erfolge gefeiert und den Klub sportlich wie wirtschaftlich weiterentwickelt. Der Gewinn der Europa League und die vielen besonderen Momente mit unseren Fans werden für mich immer einen besonderen Stellenwert haben“, sagte Markus Krösche zum Abschied.
Vereinspräsident und Aufsichtsratsboss Mathias Beck erklärte: „Markus Krösche hat Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt und einen großen Anteil an der erfolgreichen sportlichen Entwicklung unseres Klubs. Der Gewinn der Europa League, die Teilnahmen an der Champions League und die Weiterentwicklung unserer Mannschaft stehen beispielhaft für diese außergewöhnliche Zeit.“